Wieder in Darwin angekommen regnete es in Strömen. Ich fuhr zunächst mit dem Shuttle Bus zum Holiday Inn Hotel an der Esplanade und rief dort dann Andy an. Er hatte mir bei einem Mittagessen im Monsoons angeboten bei sich zu schlafen. Also fragte ich nach, ob sein Angebot noch gilt. Und ja, Bingo, er lud mich zu sich ein. Ich bat die Dame am Schalter des Holiday-Inn Hotels ein Taxi rufen und ließ mich also nach Darwin-Parap fahren. Dort empfing mich Andy durch einen kleinen Garten, der zu seiner Terrasse führte. Auch sein Neffe aus Nepal, Anoup, war da. Er lebte auch dort.

Er war aus Nepal, hat viel Familie in Australien und hatte wohl angefangen in Sydney zu studieren, es dann aber irgendwie abgebrochen. In Darwin jobbt er in einem Café der Familie in der City. Das Café gehört Lucia, der Schwester von Andy. Sie wird später auch öfter zu Besuch kommen. Andy zeigte mir also seine Unit/Appartement und dann setzen wir uns erst mal gemütlich auf die Terrasse und tranken Bier. So macht man das nunmal in Darwin. Ich erzählte von meinen Trips. Alles wirkte sehr offen und locker, mal saß man drinnen, mal draußen, die 4 Decken Ventilatoren liefen pausenlos auf voller Stufe und der Fernseher auch nebenbei.

Hinweisschild in einem „Target“

Hinweisschild in einem „Target“

Andy hatte zwar einen Gastraum, der war aber von seinem Neffen belegt. Deshalb musste ich im Bett von Andy schlafen. Ich bestand auf meinen Schlafsack, womit er zunächst auch kein Problem hat. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass der Schlafsack aus schlechtem Stoff verarbeitet war (obwohl er über 100 EUR bei Globetrotter gekostet hat) und daher anfing zu müffeln. Dennoch wollte ich darin schlafen. Ich zerlief nachts natürlich darin, aber der Deckenventilator direkt über mir und die raumeigene Klimaanlage halfen aus.

Zuhause bei Andy

Zuhause bei Andy

Andy wuchs wohl viele Jahre unter strengen Bedingungen im Kloster auf. Dort hatte er einen sehr guten Kumpel namens Azé, der ursprünglich auch aus Osttimor stammt und nun aber auch in Australien (in Sydney) lebt. Andy macht auch mit seinen guten 50 Jahren noch jedes Wochenende Party und lässt sich bei jeder Gelegenheit zum Trinken überreden. Ich war nun also froh ein kostenloses, tolles Zuhause zu haben und dies fernab vom Hostelleben. Ich fand es natürlich spannend endlich auch mal abseits vom Mainstream-Backpacker Tourismus zu sein und ein Leben eines “Locals” mitzubekommen. Nun stand ja noch der Bali-Trip mit Nazli an. Wir suchten uns einen günstigen Flug und ein günstiges Hotel raus und buchten auch.

 

Die nächsten Tage folgten dann wieder mit Rumchillen, Mittagessen im Monsoons, Bier trinken, Gesprächen auf der Terrasse bei Andy, Fernsehen bei Andy und gelegentlich auch Kochen bei Andy. Was ich im Monsoons immer ganz cool fand, waren die Flatscreens an der Wand. Dort liefen Musikvideos, Werbung und auch das N.T. Keno aus der Skycity, also dem Casino in Darwin. Keno ist eine Art Lottospiel. Aber das coole: Die Ziehung der Zahlen erfolgt alle 3 Minuten. und so geht’s: Man schnappt sich einen Keno-Spielschein an der Theke/am Tisch und wählt aus 80 Nummern eine bestimmte Anzahl an Nummern in einem Nummernblock aus, jede angekreuzte Nummer kostet einen $1 Einsatz, also sehr verständlich. Dann geht man zur Theke, bezahlt den Schein und schon wenige Minuten später findet die Live Ziehung der Zahlen mit Live-Übertragung auf dem Flat Screen statt. Ich fand das immer lustig, vor allem ist’s ein netter und spontaner Zeit (& Geld) Vertreib, da die Ziehung direkt nach Einlösung des Scheins erfolgt und nicht erst Tage später wie jetzt beim Lotto bspw.




< Die Zeit davor

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Am übernächsten Tag Andyg ich erst mal für eine Woche nach Alice Springs, dem Ausgangsstädtchen, um den Uluru/Ayers Rock zu besuchen. Alice Springs ist ein kleines Dorf inmitten des Outback. Und genauso fühlte ich mich hier auch. Es war stinkend langweilig, es gab nichts und ich zählte jede Stunde, bis ich endlich wieder zum Flughafen fahren konnte. Es gab hier ähnlich wie in Darwin einige Aboriginals, die herumlungerten, ansonsten nur einen kleinen Ortskern. Glücklicherweise fand ich in einer kleinen Shopping Mall einen Wifi Zugang, sodass ich dort öfter einen Kaffee trank, um die Zeit rumzukriegen. Mein Hostel “Toddys Backpackers” war recht in Ordnung. Ich war mit einem Deutschen, der Student aus Melbourne war und einem Italiener im Zimmer, die aber beide ein oder zwei Tage später ihre Tour zum Uluru starteten. So lief das nämlich hier: Man reist an, bleibt eine Nacht, startet eine meist 3-tages-Tour zum Uluru, kommt zurück nach Alice Springs für eine Nacht und verlässt Alice. Sehr interessant war der Klimawechsel. Ich befand mich noch immer im Northern Territory, ca. 2 Flugstunden südlich von Darwin. In Darwin sind es konstant 25-33 Grad. Hier, mitten im Outback, sind es tagsüber auch etwa 25 Grad, nachts aber geht die Temperatur auf wenige 3 Grad etwa zurück.
Auch ich musste also eine Tour buchen und war mir zunächst sehr unsicher, da die Preise einfach unverschämt hoch sind. Eine 3-Tages-Tour kostet umgerechnet ca. 400 EUR. Ich entschied mich letztendlich für eine 1-Tages-Tour. Eigentlich ist das zu kurz, um das ganze Programm wirklich genießen zu können, aber ich musste sparen. Vor allem da ich mich noch 1 Tag vorher zu einem Bali Trip habe hinreißen lassen. Ich musste noch das Hostel wechseln, da es ein günstigeres gab. Ich wechselte von Toddys Backpackers in Annies Place. Dort war ich mit zwei Mädels und einem Kerl aus England in einem Zimmer. Der Kerl war Ben und ein recht lustiger Zeitgenosse. Ich brachte ihm ein paar deutsche Andyskeln bei, die er unbedingt für seine nächsten Flirts haben wollte. So bspw. “Du bist schöner als [beliebiger Name eines Models einfügen]” Ben und ich werden auch in Zukunft über Facebook ab und an Kontakt haben.
Es ging also am nächsten Tag sehr früh morgens los und neben dem Guide waren lediglich zwei andere mit dabei: ein deutsches Rentnerehepaar. Er war pensionierter Lehrer und hatte viel zu erzählen. Während der mehrstündigen Fahrt machten wir mal Pause und waren beeindruckt von der Erde. Denn es war tatsächlich richtig rote Erde aus dem Outback. Hin und wieder sah ich Schilder am Straßenrand, die auf die nächste Population hinwiesen, also auf das nächste Dorf. Die Strecken zwischen zwei Ortschaften  oder gar Tankstellen betragen nämlich locker mal einige hundert Kilometer. Deswegen gibt es Hinweisschilder, die einen an genug Sprit und Trinkwasser erinnern sollen. Irgendwann  waren wir dann aber endlich am Uluru angekommen und wanderten zunächst einmal ein bisschen um dieses heilige Gestein mitten im Outback herum. Es war schon sehr beeindruckend ein solches riesen Gestein, dass nur aus der Erde herausragt und unter der Erde noch viele Kilometer lang ein wahres Gebirge bildet, aus nächster Nähe zu betrachten. Dennoch aber war es sehr heiß und anstrengend. Der Guide erklärte uns ein paar Wandmalereien der Aboriginals und führte uns herum. Das Highlight sind die Sonnenauf- und untergänge, da sich hier die Farbe des ganzen Ulurus beeindruckend ändert. Also fuhren wir gegen 18 Uhr zum Sunset-Point.

 

Die Reisebusse trafen nach und nach ein, es füllte sich, denn alle waren gekommen, um den einmaligen Moment an diesem Abend mitzuerleben. Zwei Busse voller Asiaten kamen an, für sie wurden Tische mit weissem Gedeck und Sektempfang aufgestellt. Mitten im Outback. Danach kamen die Fotografen. Aber auch wir sollten nicht leer ausgehen und unser Guide stellte uns 3 Klapp-Campingstühle auf, reichte uns ein Glas Sekt und ein provisorisches Abendbrot. Also saß ich dann dort im Campingstuhl neben zwei Rentnern, aß irgendwelches schnell warmgemachtes Essen und hatte meinen Blick jede Sekunde auf den Uluru gerichtet. Nebenan hatte eine andere Reisegruppe, ausschließlich jüngere Leute ihren Spaß.

 

Lustigerweise fand sich in dieser Gruppe mein ehemaliger Zimmergenosse, der Italiener aus Toddys Backpackers wieder. Ich begrüßte ihn, er lud mich auf ein Bier ein, doch ich konnte ja schlecht meine Reisegruppe verlassen, um hier mitzufeiern. Auch wenn ich das natürlich in dem Moment gerne getan hätte und gemerkt habe, dass ich vielleicht doch die falsche Tour gebucht hatte. Also gesellte ich mich wieder zu meinen beiden Rentnern und wir schossen ein paar Fotos. Dummerweise hatte ich am Morgen der Abreise kein Licht angemacht, um die anderen schlafen zu lassen. Ich hatte den Akku der Kamera über Nacht aufgeladen und dann, zumindest dachte ich das, in den Rucksack geworfen. Leider hatte ich wohl nicht getroffen und nun eine Kamera ohne Akku dabei. Ich musste also mit der schlechten Kamera meines Handys Bilder machen, doch auch da machte der Akku schon bald schlapp. Ich gab den beiden älteren Herrschaften also meine Mailadresse und sie wollten mir die Bilder unseres gemeinsamen Ausfluges schicken. Leider haben sie es bis heute nicht und deshalb habe ich von meinem Tagesausflug zum Uluru kaum Bilder. Gegen Mitternacht setzte man mich wieder bei Annies Place ab und ich ging recht schnell schlafen.
Ich verbrachte nun noch irgendwie mit viel Zeitvertreib zwei Tage und Andyg dann endlich wieder zurück nach Darwin. Wären meine Pläne nicht so gekommen, wie sie letztlich kamen, also wenn Darwin jetzt nicht gewesen wäre uns so, dann hätte ich bestimmt eine Outback Tour gemacht und wäre von Alice Springs einfach noch 700km den Stuart Highway (der ja in Parap, Darwin anfängt) geradeaus runter gefahren. Dort liegt nämlich Coober Pedy. Der Name stammt aus der Sprache der Aboriginals ab: ‘kupa piti’ und heißt so viel wie “weißer Mann im Loch”. Es gilt als ‚die‘ Opal Hauptstadt der Welt, da hier 3/4 aller Opal Edelsteine gefunden werden. Die nächste Ansiedlung sind hunderte von Kilometern entfernt.

Coober Pedy liegt mitten im südlichen Teil des Outbacks. Die heißen Temperaturen im Sommer und das Suchen nach Opalen untertage haben viele Einwohner dazu gebracht, einfach gänzlich unter der Erde zu leben. Und deswegen gibt es in Coober Peedy inzwischen ganze Wohnhöhlen, in denen die Menschen leben. Und nicht nur das: Man kann sich auch unterirdische Kirchen ansehen oder in einem der verschiedenen Hotels übernachten, wenn man als Tourist in Coober Pedy ist. Internetcafé, Casino und Kino gibt es auch alles. Ebenso wie einen Golfplatz unter der Erde. Allerdings ist dieser ohne Gras und als Spieler trägt man immer ein kleines Grasstück als Ziel mit sich herum. Zu gern hätte ich mir das mal in echt angesehen, eine kleine eigene Welt unter der Erde. Aber naja..




< Das vor zuvor passiert

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Laura hatte an einem der Tage im Esplanades Park ein Nickerchen gemacht und wurde von einem Gitarrenspiel geweckt. Bei dieser Gelegenheit lernte sie Sam und Dan, zwei australische Low-Budget-Reisende kennen. Die beiden hatten einen treuen Begleiter: Ihren Hund „Bruce“.

Das „red centre“ inmitten des N.T.

Das „red centre“ inmitten des N.T.

So kam es also dass wir vor allem Sam noch öfter in Darwin über den Weg liefen und uns für einen Abend im Monsoons verabredeten. Mit dabei waren dann Sam, ein Israeli, Laura, Nazli und ich. Wir tranken Bier und ich bestellte mir und den anderen die obligatorische Peperoni Pizza, die einfach verdammt lecker war. Wir kamen ins Gespräch und Nazli äußerte ihren Wunsch schon immer mal nach Bali fliegen zu wollen. Es sei von Darwin nicht weit und aber total billig und schön. Kurzerhand fragte sie, ob wir nicht alle zusammen einen Kurztrip nach Bali machen wollen. Laura fehlte aber leider das nötige Geld, der Israeli wollte nicht und Sam auch nicht, da er andere Reisepläne hatte. Sam kommt aus Hervey Bay in Queensland und war auf einem Roadtrip unterwegs und verdiente sich mit als Musiker hier und da ein bisschen Geld.

Ich hingegen war von Nazli’s Idee sehr angetan und so entschieden wir beide uns zusammen in den kommenden Wochen irgendwann nach Bali in Indonesien zu fliegen. Wir wollten alle noch in eine andere Bar umziehen, zogen also die Mitchel Street (Hauptstraße in der City) auf und ab. Ich holte mit Nazli noch schnell Zigaretten im Coles Supermarket im Mitchell Centre. Das Mitchell Centre ist eine kleine Shoppingmall mit einem Coles, einem Gloria Jeans Coffee Shop und ein paar anderen kleinen Läden. Hauptsächlich dient es aber als wunderbarer Kühlschrank für Menschen. Denn die Innentemperatur ist so wunderbar runtergekühlt, sodass es jedes Mal ein einziger Genuss ist, wenn man von der warmen, tropischen Luft draußen, ins Innere dieses Gebäudes gelangt.

So verhielt es sich auch mit den lokalen Bussen: richtig ordentlich runtergekühlt! Wir sind dann aber spontan irgendwie noch zum Mindil Beach gekommen, um dort noch etwas “abzuhängen”. Dort trafen wir auf noch ein paar mehr Leute, ich weiß gar nicht, wer die alle waren…Entweder Bekannte von Sam oder einfach Leute, zu denen wir uns spontan zugesellten.




< Das war zuvor geschehen

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Ein absolutes Muss, wenn man im Northern Territory ist, ist der Besuch des Kakadu und des Litchfield National Parks. Ich wollte keine Tour buchen, da die mal wieder sehr teuer waren. Also wagte ich den Versuch, schaute auf den schwarzen Brettern in den Hostels und auch auf einer Internetplattform namens Gumtree. Dort fand ich ein Inserat einer deutschen namens Melina. Sie suchte noch einen Mitfahrer, um dann ein Auto zu mieten und gemeinsam in die Tour zu starten. es hörte sich gut an, deshalb rief ich an. Sie schien zunächst recht nett, ihr plumpes „pfff Proll…“, nachdem ich ihr mit „im YHA“ auf Ihre Frage, in welchem Hostel ich denn sei antwortete, lies mich zunächst noch schmunzeln. Wir verabredeten uns für abends 19.30 vor dem Hostel. Melina war ein blondes “Dickerchen” aus dem Ruhrpott.

 

Begleitet wurde sie von Marco, einem dürren, leicht streberhaften „9x malklugen“ Veganer und einer anderen, etwas ruhigeren jungen Dame, namens Danica. Wir setzen uns an den Pool des YHA und ich befand mich ernsthaft in einer Art Bewerbungsgespräch um den Platz im Auto. Melina war sehr dominant und war ernsthaft interessiert daran, welchen Schulabschluss ich denn habe und was meine weiteren Pläne denn so sind. Jedenfalls schien ich es geschafft zu haben und ich durfte mitfahren. Für 30 Min später waren wir in einer Bar in der Mitchell Street mit noch einem anderen Deutschen verabredet. Es war Chris und er schien sehr sympathisch. Er war auch eher ruhig und machte auf mich sofort den typischen „Zivi-Typ mit Brille“ Eindruck. Locker und gelassen, dabei offen für vieles und verständnisvoll. Wir tranken ein paar Jugs Bier, danach ging jeder wieder in sein Hostel und wir verabredeten uns für den Tag darauf, um im Tourist-Office Informationen über die Nationalparks und Anreise herauszufinden. Mir wurde immer klarer, dass Melina nicht ganz so einfach ist und ich mich vielleicht doch nach anderen Reisepartnern umsehen sollte. Doch dann hatte ich die Idee einfach Laura mit einzuladen. Ich brachte Sie also auch mit zu unserem Treffen und stellte sie vor. Auch bei ihr kamen die typischen Fragen nach Abschluss und Zukunft, Vergangenheit etc. Laura wurde immer ruhiger und merkte auch, was für eine Person Melina war. Leider konnte ich sie deshalb nicht zum Mitfahren überreden und musste da wohl alleine durch. Wir hatten alle nötigen Infos und gingen dann noch zu ein paar Autovermietungen. Letztendlich aber verabredeten wir uns für den nächsten Tag um 8.30 Uhr, um ein Auto wirklich zu mieten.

 

Natürlich mussten alle 5, nein 6 (es war noch Alexa, eine deutsche Freundin von Marco hinzugekommen) dabei sein, damit 2 von uns Ihre Unterschrift leisten können. Sinn?! Gesagt, getan hatten wir also für den Tour-Tag und einen Tag danach ein Auto gemietet. Wir hatten uns darauf geeinigt, nun doch nur eine Tages- Tour zum Litchfield Nationalpark zu machen. Eine 3-Tages-Tour mit dem Wagen war irgendwie nicht möglich. Zu teuer, Auto nicht verfügbar oder sonst was. Wir gingen alle noch zusammen in den Woolworths ein paar Sachen zu Essen und Trinken einkaufen und fuhren das Zeug dann in Marcos Hostel. Dort rechneten wir das Geld ab, anschließend gingen wir auseinander.

Der nächste Tag im Litchfield Nationalpark war, abgesehen von der Gruppe als solche, an für sich OK. Wir waren herrlich in kaltem, frischen Wasser in einem Natursee baden. Über uns riesige Steinwände. Ein Besucher wollte vor seinen Freunden scheinbar angeben und begab sich nach oben. Es waren schätzungsweise 15 Meter. Oben stand er dann erst mal eine ganze Weile, da er sich einfach nicht traute zu springen, andererseits aber auch zu stolz war, um unverrichteter Dinge wieder runterzulaufen. Die Menschen im See mit nach oben gerichtetem Blick wurden immer mehr, sodass der Druck auf ihn wohl immer größer wurde. Nach einer Stunde nahm er dann allen Mut zusammen und sprang. Der Applaus war seiner. Es folgten ein paar Naturdenkmäler, Wälder,  alte Gesteine, Lunchpause, Bäche mit frischem Erdwasser, Waldbrände in weiter Ferne. Als es dunkel wurde, fuhren wir dann langsam wieder zurück und gegen 22 Uhr kamen wir dann wieder in Darwin City an.

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< Das war zuvor passiert

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Ich hatte mir online ein Bett in der Banyan View Lodge, einem Hostel in Darwin, gebucht und vereinbart, dass der Zimmerschlüssel im mit einem Sicherheitscode gesicherten Briefkasten am Haupteingang abgelegt wird, da zu meiner Anreisezeit kein Personal mehr da sein wird.

ebook-043Als das Flugzeug nach gut 3 Stunden seine Türen öffnete, erschlug mich erst einmal ein Wall von richtig feuchter, tropischer Luft. Die Luft war sehr warm, das Flughafengebäude wirkte wie ein Kühlschrank. Es war schon etwa 23 Uhr und ich setzte mich in ein Taxi und lies mich in die City fahren. Die Fenster waren offen, es war stockdunkel, aber noch richtig warm. Auf der Straße hörte man Frösche quaken und Grillen zirpen. Eine tropische, laue Sommernacht. Völlig normal für Darwin. Auszug aus Wikipedia: “Darwin ist die Stadt in Australien mit der geringsten „hohen“ Temperatur. Jeden Tag sind es 33 °C, ein kalter Tag ist 32 °C und ein heißer Tag ist 34 °C.” Und das stimmt, inzwischen kann ich das bestätigen. Heizungen und Jacken kennt man hier oben im “Top End” nicht. Alles wirkte irgendwie kleiner aber doch auch größer als in Sydney.

 

Es gab zwar keine riesigen Wolkenkratzer oder hochmoderne Gebäude, dafür war alles viel größer und weiter, einfach geräumiger. Ein Parkplatz war in etwa so groß wie zwei Fahrzeuge. Der Fahrer verwickelte mich in etwas Smalltalk, erklärte mir, dass morgen der “Tits-Out Tuesday” sei und mein Hostel in der Mitchell Street direkt in der City läge. Dort angekommen traf ich dann doch noch die Rezeptionisten, die gerade Ihre Schicht beenden wollte und konnte problemlos einchecken. Das Zimmer war ein 4er Zimmer und unglaublich angenehm gekühlt. Insgesamt machte das Hostel mir einen guten Eindruck. Der lange Gang mit den Zimmern rechts und links war gefüllt mit feuchter und heißer Luft.

Das Gefühl, wenn man von diesem ausgehend in ein angenehm gekühltes Zimmer geht oder umgekehrt war einfach toll. Als ich dann im Bett lag, spürte ich ein schwer beschreibbares Glücksgefühl. Ich hatte den Eindruck ich sei endlich angekommen, angekommen in DEM Australien, wie man es immer gehört hat. Tropisch, eine immerwährende Hitze und nicht weit vom puren Outback. Ein völlig anderes Australien als das, was ich in Sydney kennengelernt hatte. Passend dazu schaute ich mir im Bett den Film “Rogue – im falschen Revier” an, der von einem Monster Krokodil, das harmlose Touristen auf einer Bootstour im Kakadu Nationalpark (größte Attraktion für Urlauber im Northern Territory) angreift, handelt. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten.

 

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Am nächsten Tag machte ich zunächst mal einen Stadtrundgang und spürte dabei die knallige Sonne des “Top Ends”.
Keine einzige Wolke und das so gut wie fast 6 Monate lang. Zwei Jahreszeiten: Wet Season und Dry Season. Kälter als 20 Grad wird es hier nie.  Ich empfand es jedoch als gar nicht so unangenehm, da die feuchte Luft die Sonne mehr erträglicher machte. Am Nachmittag fiel mir ein, dass ich im Hostel mal die “Laundry” benutzen muss (meine „Undies“ wollen ja auch mal gewaschen werden)  und dafür noch Kleingeld benötige.
Also betrat ich einen Souvenirshop, um dort Geld zu wechseln. Es war “It’s Australian” und beim Schritt über die Türschwelle wusste ich noch nicht, dass mir dieser Schritt mein zukünftiges zuhause bringen würde. Ich frage nach 1$ Coins und die rothaarige Dame hinter der Ladentheke fragte woher ich sei. Nach dem typischen “Germany”, wechselte sie ins Deutsche mit rheinischem Dialekt und fing etwas Smalltalk an. Sie erzählte von ihrer deutschen Freundin Franziska und das dessen Nichte Laura aus Deutschland zurzeit zu Besuch sei, aber dringend Anschluss zu Gleichaltrigen sucht. Ich hinterließ meine Handynummer und fand es mal wieder amüsant, wo man überall Deutsche trifft.

Aber das war ja eh so ein Thema für sich: Deutsche in Australien. Neben den Engländern und Franzosen sind wir hier wohl mit die am meisten vertretene Nation unter Backpackern.  Wenn man ein neues Zimmer in einem Hostel bezieht, dann grüßt man üblicherweise die anderen Leute im Zimmer und stellt sich gegenseitig kurz vor, fragt woher man kommt, wo man bisher in Australien war und wo es als nächstes hingeht. Da es in Australien von deutschen Backpackern geradezu wimmelt, kam es ab und an vor, dass man ich mich mit meinem Gegenüber zuerst auf Englisch unterhalten hab, bis wir beide dann merkten, dass wir beide aus Deutschland kommen. War der Gesprächspartner dann aber doch mal kein Deutscher, kam es dennoch öfter mal zu lustigen oder auch unlustigen Situationen:
“Ehrlich gesagt war ich auch ganz froh, dass Sebastian und ich die einzigen Deutschen waren, schon was Besonderes, wenn man bedenkt, wie viele deutsche Touristen sich in Oz tummeln. Wenn ich erzählt habe, dass ich aus Deutschland komme, war der erste Satz meist: ‚Oh, es sind ja so viele Deutsche hier!‘ (was aber nicht negativ gemeint ist) und als mir eine Taiwanerin erzählt hat, dass sie viele Deutsche getroffen hat, meinte eine Israelin, die ebenfalls auf unserem Zimmer war: ‚Es ist unmöglich, sie nicht zu treffen! Sie sind überall!’” Dies schrieb Danica (du wirst sie im Kapitel „Der Trip in den Litchfield National Park“ kennenlernen) zu jener Zeit in Ihrem Weblog. Und dies kann ich bestätigen. Meist folgten dann, und das ist jetzt kein Scherz, Kommentare wie “Ahhh Germany?…Heil Hitler?!?!” oder “Germany? Ahh, Nazis?!”. Natürlich nicht immer, aber es kam öfter vor. Und ich bin da nicht er Einzige, dem das aufgefallen ist.

Hier merkte ich sehr deutlich, dass im Ausland über unsere Geschichte und Hitler (irgendwie verständlicherweise) viel direkter und offener gesprochen wird, als in Deutschland selber.  Australier z.B. wissen vielleicht gar nicht, dass der Hitlergruß bei uns im Lande gesetzlich verboten ist und wir darauf etwas merkwürdig reagieren mögen.  Manchmal hingegen wurde ich aber auch für unsere Autobahnen  gelobt, die im Ausland sehr hoch angesehen sind.:) (…und zwar wirklich die Autobahnen selber, nicht deren vermeintlicher „Erfinder“, der sie hat bauen lassen…)
Am Abend rief mich Laura bereits an und wir verabredeten und zum gemeinsamen Mittagessen mit ihr und Anja (die nette Dame aus dem Souvenirgeschäft) im Monsoons, dem angesagtestem Club/Pub/Bar/Restaurant der Stadt. Ich kam noch kurz mit einem deutschen Zimmergenossen namens Mariosh ins Gespräch, der am nächsten Tag mit einer Mitfahrgelegenheit (einem “Lift”) weiterreisen wollte.

Ich ging also zur Mittagszeit zurück in die CIty und fand das Geschäft auch tatsächlich wieder. Anja stellte mir noch kurz Nazli vor. Sie arbeitete auch in dem Souvenirgeschäft und ist eine Türkin, deren Familie aber in Darwin lebt und arbeitet. Gelegentlich kommt sie dann im Sommer zu Besuch und verdient etwas Geld. Ihr Vater arbeitet gegenüber in einem türkischen Café.
Anja und ich liefen dann 10 Meter nebenan in einen anderen Souvenirladen, der dem gleichen Besitzer (Ron) gehört. Dort arbeitet und waltet Andy- Wild rumfuchtelnd kommandierte er Laura herum, die ihm aus Langeweile ein bisschen unter die Arme griff und die ich genau in diesem Moment dann auch kennenlernte. Sie war lässig drauf und ca. in meinem Alter. Zu viert gingen wir um die Ecke ins Monsoons. Anja und Andy waren hier tägliche Gäste  mit reserviertem Stamm-Sitzplatz. Ich lernte erst mal die darwinsche Lunchtime kennen: 2-3 Jugs Bier und teures Essen. Wir lernten uns alle ein wenig kennen und ich war froh, hier in Darwin Anschluss gefunden zu haben.
Anja und Andy nahmen schnell ein Pfefferminz-Bonbon um ihre Alkohol Fahne zu übertünchen und gingen wieder arbeiten, während Laura und ich ein wenig durch die City spazierten. Wir schauten uns die “Lagune” an, die bei den Einheimischen so angesagt war, waren aber etwas enttäuscht. Das war nur ein kleiner, künstlicher See, daneben ein bisschen Wellenbad. Ein ernüchternder Versuch den Menschen eine Bademöglichkeit zu bieten. Ganz Darwin ist umschlossen vom freien Ozean, doch geht hier wegen Ebbe und Flut, kaum Wellengang und Krokodilen niemand schwimmen.

Die Tage darauf traf ich mich immer wieder mit Laura zum Rumhängen und Zeit verbringen. In Darwin kann man nicht viel machen und es wird schnell langweilig. Wir kauften uns eines Abends ein Sixpack Bier, legten uns auf eine Steinplatte am einzigen “Strand” in der City und betrachteten bei wolkenfreier Sicht den Sternenhimmel. Der Strand ist kein wirklicher Strand. Es  ist total steinig dort. Hinlegen und Sonnen kann man sich dort nicht wirklich. Nur ein bisschen schauen und am Wasser planschen.

 

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links: Andy’s „N.T. Aussie Shop“ – rechts: Anja’s „It‘s Australian“

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Beim Mittagessen im Monsoons

An einem anderen Tag besuchten wir den Crocodylus Park am Stadtrand von Darwin. Laura hatte zufällig ein paar Ausschilderungen zum Park entdeckt, als sie eines Tages mal aus Langweilige ein wenig in der Gegend rumgelaufen war und wollte den nun mit mir besuchen. Es war eine Art Forschungs- und Beobachtungsstation von Krokodilen und anderen Tieren wie Emus, Kängurus, Tiger oder Affen. Lustig waren auch die Jumping Crocodiles, die von einem Pfleger mit Futter an einer Leine zum Hochsprung motiviert wurden. Er erzählte auch ein paar Fakten zu den in Australien lebenden ‚Crocs‘. Als wir das gesamte Gelände durchlaufen hatten, verewigten wir uns noch mit zwei Einträgen im dort ausgelegten Gästebuch und liefen dann wieder zurück nach Fannie Bay, wo Laura bei ihrer Tante lebte.

 

Crocodylus Park

Friedhof & Crocodylus Park in gleicher Richtung?!

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Wenige Tage später fuhr ich wieder zu Laura und Franziska. Wir liehen uns das Auto, um in ein Waldgebiet zu fahren, in dem Franziska mit Anja regelmäßig mit den Hunden spazieren geht. Dort gibt es auch einen kleineren Regenwald in dem es angeblich Schlangen geben sollte. Das wollte ich unbedingt sehen! Laura fuhr den Wagen, ich traute mich nicht so recht: Automatik & auch noch Linksverkehr. Ich war beeindruckt, da der “Wald“ (wenn man ihn so nennen kann) unscheinbar riesig und endlos wirkte und einfach alles so menschenfrei war. Diese “Freiheit” wird mir im Northern Territory immer wieder bewusst. Es ist ja auch so groß wie Spanien, Frankreich und Italien zusammen und auf dieser Fläche leben nur etwa 225.000 Menschen. Ich wollte unbedingt eine Schlange sehen und auf einmal huschte eine solche vor meinen  Füßen an mir vorbei. Die Schlange war wohl nicht so sehr groß gewesen und nach wenigen Sekunden auch nicht mehr zu sehen, aber immerhin war das meine erste und einzige Begegnung mit einer australischen, in der Natur lebenden Schlange gewesen.
Ein weiteres Highlight in Darwin ist der Mindil Beach Sunset Market. Es handelt sich dabei um einen Markt auf dem Vorplatz von Darwins bekanntestem Strand, dem Mindil Beach. Laura und ich waren mit Nazli zu einem Rundgang über den Markt verabredet. Hier kann man super schön flanieren und sich von verschiedensten Ständen inspirieren lassen und Essen aus unterschiedlichen Nationen genießen. Das meiste war aber entweder Krimskrams oder Kleidung für die Frau. Nazli fand zwei passende Oberteile und ich zwei Armbänder. Gegen 18 Uhr etwa versammeln sich dann alle am riesigen Sandstrand, um den Sonnenuntergang zu beobachten, der hier auch angeblich am schönsten sein soll, da Darwin die nördlichste Stadt Australiens ist. Darwin nennt sich selbst gerne die “Sunset City”.

 

Nachdem das Schauspiel sein Ende nahm, liefen wir quer über den Strand, vorbei an Tennisplätzen in die “Skycity”, einem stadtbekannten Casino Gelände. Direkt reinspaziert, wurde ich auch sofort freundlich gebeten, meinen Rucksack und meine Mütze abzugeben, da das nicht dem Stil dieses Etablissements entspreche. Ich sah wahrscheinlich wie ein richtiger Volltourist aus. Die beiden Mädels durften ihre Handtasche aber mitnehmen, gemein!

Beeindruckt beobachten wir einige Spieler, tranken wieder Bier, tauschten in der Raucherlounge dann Handynummern aus und ließen den Abend so ausklingen. Die nächsten Tage verliefen oft gleich: Aufstehen, mit Laura treffen und ein bisschen in der City rumhängen, Mittagessen im Monsoons und weiter rumhängen.
Eines Tages fuhren wir zusammen nach Casuarina, einem Vorort von Darwin. Hier befindet sich ein großes Shopping Centre mit den großen Läden wie „Big W“, „K-Mart“ etc. Auch sonntags ist hier geöffnet und deutlich mehr los, als in Darwin in der City. So lernten wir uns gegenseitig ein bisschen kennen.

Sprechstunde bei Santa Claus @ Casuarina Shopping Center

Sprechstunde bei Santa Claus @ Casuarina Shopping Center

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An einem anderen Nachmittag besuchten wir nochmal Franziska zuhause, tranken im Garten und spielten mit den Hunden. Es kam noch Carlos, Franziskas Mann hinzu, der gerade von seiner Schicht zurückkam. Er ist Busfahrer in Darwin und kommt gebürtig aus Argentinien oder so. Später werde ich einmal in einen seiner Busse zufällig einsteigen. Als es dunkel war, brachte mich Laura zur Bushaltestelle und ich fuhr zurück in die CIty ins Hostel. Ich war mittlerweile ins YHA Darwin umgezogen. Genauer gesagt ins Zimmer 5. Dort war ich im 8-Bett Zimmer mit Tobias, einem deutschen Koch der in der Skycity im Casino als solcher arbeitete und fett Kohle verdiente und noch ein paar anderen deutschen, Engländern und einem kleinen Neuseeländer. Er schlief direkt über mir. Warum ich das erwähne? Er hatte öfter Besuch einer jungen Dame und eines Abends machten sich die beiden einen netten DVD Abend im Bett. Gegen 23 Uhr ging ich schlafen, wurde zunächst von einem von oben kommendem iPod, dann irgendwann vom sich hin-und her bewegendem Bett geweckt. Ja, die beiden hatten wohl ziemlich Spaß. Als ich dann die Tage mal mit dem anderen Toby zum Bier verabredet war, trafen wir das Pärchen (mit denen er sehr gut befreundet war). Irgendwie war es mir peinlich.




< Was zuvor passiert war

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Nach etwa 2 Tagen checkte nachts bei uns im Zimmer ein mit Kapuzenpulli bedeckter Asiate ein. Ich freute mich darüber, denn ich mag Asiaten und er schien in meinem Alter zu sein. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte er sei neu in der Stadt. Also fragte ich ihn, ob wir zusammen ein wenig durch Sydney laufen sollen. Er freute sich über mein Angebot und meine freundliche Art und war froh, nicht mehr ganz allein zu sein. Sein internationaler Name ist Louis. Er kommt aus Seoul, Südkorea. Wir verbrachten die Tage oft gemeinsam, ich zeigte ihm Subway, er mir koreanische Restaurants. Gemeinsam erkundeten wir nochmal Sydney: The Rocks, das Opera House, die George Street, Darling Harbour und mehr.

Street-Artist in Sydney

Straßenkünstler in Sydney

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Opernhaus, Sydney

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Harbour Bridge, Sydney

Eine Freundin von ihm, Dawoom, ebenfalls aus Seoul, wohnte bereits in Bondi und jobbt in einem Restaurant. Er schien ihr von mir erzählt zu haben und sie wollte mich unbedingt kennenlernen. Ich fuhr mit Louis eines Abends in den Stadtteil Bondi am Bondi Beach und wir trafen Dawoom. Bei ein paar Bierchen in einer Bar kamen wir ins Gespräch und
ich durfte asiatische Seafood Blättchen probieren. Das waren hauchdünne Blättchen zum Essen mit Meeresfrucht Geschmack. Gar nicht mein Fall.
Danach gab ich zwei Sixpacks aus dem Bottle-Shop für umgerechnet „schlappe“ 22 EUR (!) aus. Wir aßen zusammen in einem Imbiss Pizza und ließen den Abend mit Bier und guter Laune auf einem örtlichen Spielplatz beim “Beisammensitzen“ ausklingen. Das Bier natürlich in braune „Bäcker-Tüten“ eingepackt, da man in Australian Alkohol ja nicht öffentlich zu sich neben darf, wenn er nicht in einer Tüte versteckt wird. Die Tüten liegen im Bottle-Shop aber neben der Kasse aus. Dawoom brachten wir noch kurz zu ihrer Wohnung und fuhren dann zurück ins Hostel.

Am folgenden Tag bedankte sich Dawoom nochmal bei mir für den netten Abend und das nach Hause begleiten und ich war froh, schon die ersten Freunde kennengelernt zu haben. Louis machte sich einige wenige Tage später auf und verließ Sydney. Er reiste mit dem Greyhound Bus nach Bundaberg, um auf einer Farm mit anderen, scheinbar ausschließlich Koreanern, Tomaten zu ernten. Er blieb dort  tatsächlich 3 Monate, um ein zweites 1-jahres-Visum zu erhalten, und lernte dort seine zukünftige Freundin kennen.

Nach Louis Abreise wollte ich mich unbedingt nochmal mit Dawoom treffen, leider scheiterte es jedoch, da sie viel arbeitete und sich nicht wirklich meldete. Inzwischen hatte ich mir überlegt ein Stück nördlicher, Nach Port Macquari, zu reisen. Ich kaufe dafür ein Zugticket am Hauptbahnhof in Sydney, war aber nicht wirklich zufrieden. Denn es schien mir eher als Notlösung, da ich zwar aus Sydney wegwollte, einfach weiterziehen wollte, aber nicht wirklich wusste, wohin. In Port Macquari gibt es ein Koala Krankenhaus, viel mehr aber auch nicht. Jetzt wurde mir bewusst, dass es doof war, dass ich nicht in Deutschland schon mal die Australienkarte studiert habe oder grob geplant habe. 1 Tag vor Abreise entschied ich mich kurzfristig um und buchte einen Flug nach Darwin im Northern Territory, da ich gelesen hatte, dass es dort viel wärmer sein sollte, als in Sydney.

Zwar war der Winter für mich mit 17 Grad ein ziemlich warmer Winter, aber ich wollte „echtes“ Australien:  Hitze, Outback, Weite! Ich ging in eines der unzähligen Reisebüros in der Innenstadt und ließ mich dahingehend nochmal etwas beraten, ich hatte von Darwin nur flüchtig irgendwo gelesen. „Oh, yeah! If you wAnja get summer, you really gotta go up to Darwin, mate“, bestätigte mir dort die Frau am Schalter. “It’s hot there all the year, they don’t have any winter up there”, erzählte sie weiter und machte mich neugierig. Ich ließ mir ein Angebot machen und kaufte einen Tag später die Tickets. Als ich das Reisebüro verließ, sprach mich gleich eine junge Dame an und wollte mir irgendwelche Backpacker Jobs in Sydney vermitteln, aber ich lehnte ab, da ich ja in wenigen Tagen schon weg seien würde.

Ich checkte aus dem Maze Backpacker Hostel aus und buchte mir 3 Nächte in einem Hotel. Ja, ich gönnte mir den Luxus eines Privatzimmers, da ich einfach ein paar Tage Privatsphäre benötigte. Die Dame im Hotel war sich erst nicht ganz sicher, ob ich mich vielleicht verbucht hatte, weil ich wie ein echter Backpacker aussah und die normalerweise nicht in einem 3 Sterne Hotel übernachten, aber ich sagte ihr, dass alles korrekt sei. Ich lernte so noch eine andere Ecke von Sydney kennen und hatte nun endlich mein eigenes Reich. Im ersten Hotel blieb ich zwei Tage, da es sich um ein Sonderangebot handelte. Dann buchte ich noch eine Nacht in einem anderen Hotel. Diese 3 Tage waren mir als kurze innerliche Pause, nach dem Ankommen in Sydney und der ersten Eingewöhnung, sehr wichtig gewesen.

Als ich dort dann aber wieder auscheckte und mich auf den Weg zum Flughafen machte, merkte ich schon, dass ich den großen Reise-Rucksack als solchen gar nicht benutzen kann. Schon nach 10 Minuten konnte ich dieses Monstrum nicht mehr schmerzfrei auf dem Rücken tragen. Deshalb trug ich es quer mit dem Trageschlauf über den Hals gehängt, was halt leider etwas anstrengender, aber dafür schmerzfreier war. Hier merkte ich, was die Schulzeit mit meinem Rücken angestellt hat.

In Australien hat jede große Stadt immer zwei Flughäfen: den International und den Domestic Airport. Am Domestic Airport verkehren nur Inlandsflüge. Der Domestic Airport in Sydney ist glückerweise gar nicht so stadtfern und deshalb recht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. (Später werde ich nämlich merken, dass die Flughäfen in Australien nie an ein normales, öffentliches Verkehrsnetz angebunden sind und somit immer schweineteuer Shuttlebus Tickets zu kaufen sind).




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Der 3. Tag war Umzugstag. Im All-Inklusive Paket von Stepin waren die ersten drei Nächte im YHA Hostel mitgebucht worden. Also musste ich meinen Aufenthalt im YHA nun verlängern oder eine neue Bleibe suchen. Das YHA war teuer, aber auch eh voll ausgebucht. Außer ein 12-Bett Zimmer, das für mich aber nicht infrage kam. (Auch das wird sich im Laufe meines Abenteuers noch ändern).
Also checkte ich um 10 Uhr morgens aus, zog meinen Rucksack auf und stand auf der Straße. Mitten in Sydney, mitten im CBD, dem „Central Business District“. Um mich herum Menschen, viele Menschen. Die meisten davon Asiaten. Hin und wieder höre ich Deutsche. Ich zog durch die Straßen und konnte nun zwischen 3,4 oder 5 Sterne Hotels oder einfachen Hostels wählen. Für wenige Momente kam ich mir echt heimatlos vor. Mein Leben in einem Rucksack auf dem Rücken. Meine Wahl fiel dann aber auf das Maze Backpackers Hostel. Es war nicht weit vom YHA entfernt, lag in der Pitt Street. Die Pitt Street verläuft parallel zur George Street. Diese beiden Straßen bilden die Haupt-Einkaufs-Meilen in Sydney.

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Mein 4-Bett Zimmer teile ich mit Stanley „Stan“ aus England und einem anderem Engländer, beide etwas älter als ich. Stan war wohl im ganzen Hostel bekannt und organisierte regelmäßig „Funabende“ und andere Tagesunternehmungen. Bereits am ersten Abend stellte er sich mir sehr freundlich vor und lud mich auf „couple of drinks“ in der Lobby ein. So „jointe“ ich also der netten Runde am Tisch mit einem isländischen Paar, einem waschechten Aussie und einer weiteren netten, jungen Dame. Wir spielten irgendwelche Trinkspiele und manchmal übersetzte Stan, der wohl Deutsch studiert/irgendwo gelernt hatte) die Aufgaben/Witze für mich. Stilecht tranken wir „goon“ (wirklich billigster australischer Wein/Alkohol in Alutüten zum Abzapfen verpackt, es ist DAS Getränk der Backpacker) aus Kaffeetassen. Sichtlich angetrunken machten wir uns dann auf durch die City in die Scubar, einer Diskothek/Bar, direkt an das YHA City Central angeschlossen und tranken dort noch ein paar weitere Gläser Bier. Ich amüsierte mich über den Aussie, der wirklich schon nicht mehr ganz grade laufen konnte und unterhielt mich noch ein bisschen mit den Isländern und mit Stan. Bald verschwand der jedoch und auch wir anderen verließen die Bar gegen 1 Uhr. In der folgenden Nacht musste ich mich morgens übergeben und ich schien nicht der einzige gewesen zu sein. Willkommen in Sydney.

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Kreisel in der Nähe von „the rocks“, Sydney

Leider ging meine Digitalkamera schon in den ersten Wochen in Australien kaputt, sodass ich eine Menge Geld in eine neue investieren musste. Mit knirschenden Zähnen kaufte ich in einem Foto Fach Geschäft in der George Street eine  neue. In der Stadt bin ich anfangs auch immer in den Burger King (in Australien heißen die übrigens „Hungry Jack’s“), Mc Donalds oder andere Ecken, da es viele öffentliche WLAN Hotspots gibt. Später bin ich dann aber in einen Vodafone Shop und hab mir eine australische SIM besorgt, um mobiles Internet zu nutzen. Mein Netbook, das ich mir in Deutschland gekauft hab, hatte einen solchen SIM Karten Slot schon unter dem Akku eingebaut. Das war dann ziemlich cool, da ich so immer und überall online gehen konnte. Meine Global Gossip Simkarte nutze ich zum Telefonieren und Simsen aber weiterhin.

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Gesehen auf der (Männer!) Toilette bei den „Paddy’s Markets“, Sydney

So vergingen ein paar Tage und inzwischen hatte ich auch alles Wichtige in der City entdeckt und kanne mich ein wenig aus. Ich nahm mein Buch, das mir eine Freundin aus Deutschland für meine Reise geschenkt hatte, und ließ mich in Nähe des Opera House, am „Circular Quay“ nieder.  Irgendwann kamen ein Junge und ein Mädel, etwa in meinem Alter, dazu. Sie waren Touristen und fragten mich auf Englisch, ob neben mir Platz frei sei. Ich willigte ein und die beiden setzten sich neben mich. Offensichtlich waren es Deutsche. Als Sie mich dann noch irgendwas fragten, sagte ich Ihnen, dass sie auch ruhig deutsch mit mir sprechen können und lächelte dabei. So kamen wir ins Gespräch.  Sie kamen aus dem Saarland (endlich traf ich mal Menschen aus dem kleinsten Bundesland unserer Republik)  und waren für „nur“ 3 Monate in Australien. Kurzerhand fragten sie mich spontan ob ich Lust habe, hoch zur Harbour Bridge zu laufen.

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Und so sind wir dann über „The Rocks“ in Richtung Harbour Bridge. The Rocks ist ein Viertel am Hafen, gegenüber dem Opera House. „Tourism Australia“ beschreibt es so: „Sydneys Vergangenheit als Strafkolonie lebt weiter in „The Rocks“, einem Labyrinth aus mit Kopfstein gepflasterten Straßen und Sackgassen, fünf Minuten entfernt vom Circular Quay. Dieser historische Bezirk lockt sowohl Einheimische als auch Besucher mit seinen Museen, Galerien, pulsierenden Wochenendmärkten und Hotels mit Blick auf den Hafen an. In The Rocks treffen Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise aufeinander.

Die steilen, verschachtelten Straßen von „The Rocks“ erstrecken sich auf der Westseite des Circular Quay und des imposanten Stahlbogens der Sydney Harbour Bridge.“  Hier war ich auch mal in einem deutschen „Löwenbräu“ Restaurant essen. Das „The Rocks“ Viertel ist einfach nur toll. alte, steile Kopfsteinpflaster-Gassen & alte, ehemalige, industrielle Hafengebäude,  direkt am Wasser, die nun als Lofts & Tanzstudios dienen. Das alte Ambiente trifft auf die hochmoderne Metropole Sydney – klasse! Entlang der Promenade am Hafen lassen sich traditionell Hochzeitspärchen mit dem Opera House, Palmen und dem Hafen im Hintergrund ablichten. Auf der anderen Seite, also einmal über die Harbour Bridge rüber, leuchten die Attraktionen und Fahrgeschäfte des Luna Parks, einem australischen Freizeitpark, den es sowohl in Sydney, als auch in Melbourne gibt. Die Strecke vom Circular Quay entlang dem Hafen, durch „The Rocks“ führt direkt zum Darling Harbour. So kann man wunderbar einen super Spaziergang vom ersten wichtigsten Treffpunkt (dem Opera House) zum zweiten wichtigsten Mittelpunkt der Stadt (Darling Harbour) machen.

Die Harbour Bridge kann man auch richtig am Geländer beklettern, aber das ist dann geführt und kostet Geld. Wir liefen nur zu einer Art Aussichtsplattform und hatten dennoch eine wirklich super Sicht auf das Opera House und den Hafen davor. Als wir dann wieder runter gelaufen sind, sind wir anschließend auch gleich noch auf eine der am Opera House abfahrenden Fähren aufgestiegen. Diese brachte uns nach Manly, einem ruhigeren Stadtteil von Sydney.  Am Hafen von Manly steht geschrieben „Seven Miles from Sydney, but a Thousand Miles from Care”. Manly ist quasi ein äußerer Stadtbezirk von Sydney mit einem eigenen Flair. Die Einwohner in Manly nutzen die Fähre als normales Beförderungsmittel, um in die Stadt und nach Hause zu fahren.
In Manly haben wir uns einfach auch ein wenig umgesehen, ein paar Läden besucht und vor allem am Strand noch etwas abgehangen.
Am Abend, als es dunkel wurde, sind wir dann zurück in die City gefahren und haben uns dort dann getrennt. Eigentlich hatte ich den beiden meine Kontaktdaten hinterlassen, sie wollten sich nochmal melden und mir Fotos zusenden. Bis heute ist dies leider nicht geschehen, schade.

 

 

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In Sydney gelandet, war das Datum inzwischen der 04.08.2011. Rein rechnerisch gesehen waren wir nun also 2 Tage unterwegs.
Es folgte das Übliche: lange Wege & Gepäck holen. Dann noch eine kurze Gegenüberstellung mit australischen Polizeibeamten und Spürhunden. „Ui, jetzt lieber nichts sagen, einfach nur machen“, dachten wir uns. Als das Prozedere dann aber durch war, durften wir einreisen und erhielten den ersehnten Stempel „Arrived in Australia – 04.08.2010“.

Am Ausgang wurden wir dann von zwei jungen, braungebrannten & frischen Aussies mit Sonnenbrille und gegelten Haaren, Dunkin und Max, abgeholt. Sie waren unsere „Guides“ von der Work and Travel Company, der Partnerorganisation von StepIn. Diese Organisation steht uns bei allen Fragen und bei der Jobsuche zur Seite. Mit guter Laune und ein bisschen Smalltalk über die gerade vergangene Wahl der ersten weiblichen Premierministerin „Julia Gillard“ versuchten die beiden uns etwas aufzumuntern und unsere Müdigkeit vom Flug zu verdrängen. Zusammen mit Ihnen fuhren wir in einem Kleinbus vom Flughafen direkt zu unserem Hostel, dem“ Sydney Central YHA“, einem „5 Sterne Hostel“, inmitten der Innenstadt der 4,6 Mio. Metropole, die natürlich nicht Hauptstadt von Australien ist.  Die Hauptstadt mit offiziellem Regierungssitz ist Canberra (ca. 350.000 Einwohner) und liegt genau zwischen Sydney und Melbourne.  Canberra ist eine Planhauptstadt, die extra als Hauptstadt geplant und gebaut wurde, weil Sydney und Melbourne sich damals um den Titel als Hauptstadt Australiens gestritten haben. Deshalb baute man als Kompromiss in der Mitte Canberra und benannte diese zur Hauptstadt. Da Canberra eben nur zum Zweck der Hauptstadt mit Ministerien, Gerichtsgebäuden und Co. erbaut wurde, gibt es hier grundsätzlich, zumindest für Touristen, nicht sehr viel zu sehen und ist für die meisten eher uninteressant. Canberra besitzt viele weitläufige naturbelassene Grünflächen und wird deshalb auch „Busch-Hauptstadt“ genannt.
Am Ende oder eher gesagt im Laufe meines Australien Aufenthaltes werde ich mich übrigens an den schönen, modernen  Zustand dieses Hostels noch gerne zurückerinnern. Denn man gewinnt nach und nach an Hostel Erfahrung.
Dort ließen wir jedenfalls unser Gepäck einlagern und bekamen zur Einstimmung auf das bevorstehende Backpacker Leben erst einmal ein Hostel Frühstück, nein, ein “Breakky” (-> Breakfast), gratis. Zwei Toasts, einen Apfel, etwas Marmelade und einen Saft. Das Wetter war sonnig, etwa 20 Grad. Mehr oder weniger gestärkt ging es dann auf zu einem kleinen Rundgang durch die City von Sydney bis zum Büro der Work and Travel Company. Dort wurde uns kurz alles gezeigt, bspw. die Computer mit kostenloser Internetnutzung.
Zurück im Hostel lernte ich meine Zimmergenossen kennen: Gregor, ein Deutscher und zwei Niederländer, die in Sydney studierten. Am darauffolgenden Tag fand im Büro der WTC ein sogenanntes Einführungsseminar statt. Die beiden Guys von der WTC holten uns dafür im YHA Hostel ab und führten uns mit einer größeren Reisegruppe aus Deutschland zusammen. Es gab Vorträge über Australien und dessen Vorzüge und Reisetipps. Uns wurde erklärt, wie wir unser Abenteuer gestalten können, was die WTC für uns tun kann, wie man sich ein Auto mieten kann usw. Dann besuchte uns eine Dame der Westpac Bank, die für uns unsere Kontoanträge vorgefertigt hatte. Wir erhielten unsere Steuernummern und durften in eine Kamera lächeln, damit wir einen YHA Ausweis mit tollem WTC Logo  bekommen konnten. (Den werde ich später übrigens verlieren und nur einen einfachen ohne Foto und WTC Logo wiederbekommen).

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Außerdem durfte sich jeder erst mal tolle blaue WTC FlipAndyps, nein, „Aussie-Thongs“, Schlüsselanhänger etc. mitnehmen. Nach der Veranstaltung wurden direkt auch mal die Computer gestürmt und die ersten gingen auf die Suche nach Jobs. Ich ging später mit Marissa, Aline und noch zwei anderen im Coles Supermarkt einkaufen. Wir wollten nämlich Nudeln kochen. Mir fielen direkt die Preise auf. Als Faustregel lässt sich sagen: Alles ist mindestens etwa doppelt so teuer wie bei uns.

Wobei es da regional noch Unterschiede gibt und das System anders ist, als hier. Bei etlichen Artikeln ist ständig irgendein Angebot gültig, kauft man einen Artikel, gibt’s den zweiten gratis dazu oder ab dem 2. Artikel sind alle weiteren günstiger o.ä.  Aber umgekehrt verdienen die Australier verhältnismäßig auch ziemlich gut. Ein Stundenlohn von umgerechnet 20 EUR ist (zumindest in und um Darwin im Northern Territory) keine Seltenheit. Bei Backpackern sieht das natürlich nochmal anders aus, aber auch da gab es schon Leute, die sehr gut verdient haben und dann viel Kohle wieder mit nach Hause genommen haben.

Beim Check-Out (der Bezahlvorgang) muss man sich dann zwischen SB-Kasse oder normaler Kasse entscheiden. Was in Deutschland bisher zwar immer öfter auftaucht, ist hier schon gang und gäbe. Denn die SB-Kassen waren ziemlich voll, obwohl es bestimmt 20 Stück waren. Wir sind aber zur handelsüblichen Kasse. Und tatsächlich, die Kassiererin fragt “Hi, how are you today?”. Dieses Phänomen hatte ich bei der Vorbereitung auf meine Reise nämlich im Internet schon gelesen und scheint absolut typisch in Australien zu sein. Man erwartet keine Gegenantwort, darf aber auch kurz antworten, wenn die Kassiererin zum Beispiel fragt, was man heute noch so macht: “What are you up to today?”. Aber wie gesagt, man braucht sich dadurch nicht bedrängt fühlen, man muss darauf nicht unbedingt antworten.

Diese gewisse Lässigkeit ist bei den Australiern einfach völlig normal, habe ich später gemerkt. Wenn man fremde Personen anspricht, begegnen sie einem ziemlich locker, halt dieses typische “easy-goin’”, das man den Aussies nachsagt. Aber es ist wirklich so. Dazu dann noch das passende Outfit (FlipAndyps und Tank-top) und der passende Slang (“Fuck”, “Fuckin”, “howsitgoan mate?”, “yeah, good on ya mate”) und der typische Aussie ist fertig. Die Mädels tragen sehr häufig auch den von mir so genannten “Aussie-Zopf”: Ein Dutt, aber leicht schräg, links oder rechts hinten, angesetzt.  Auch cool ist, dass die Kassiererin die Artikel scannt und gleich auch schon in Tüten einpackt und man dann nur noch die vollen Plastiktüten übernehmen muss: tolle Sache.

Zum Essen verabredeten wir uns für ca. 16 Uhr. Und um diese Zeit saß ich auch wie verabredet im ersten Stock in der Lounge. Zwar plagte mich der Sekundenschlaf, doch immer wieder schaute ich nach den Mädels. Nach gut 20 Minuten Kampf mit der Müdigkeit gab ich auf, ging auf mein Zimmer und ging einfach nur noch schlafen. Ich war so dermaßen übermüdet… Abends bin ich zwar aufgewacht, aber  nicht aufgestanden. Einmal rumgedreht, gleich weitergepennt. Bis zum nächsten Tag. In meinem Zimmer waren zwei Jungs (um die Ende 20) und Gregor, der mit mir eingezogen war und auch gerade erst aus Deutschland angekommen war. Er war aber mit einer anderen Organisation gekommen.

 

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Die beiden anderen waren zum Studieren in Sydney und schon einige Monate hier. Irgendwie ergab es sich, dass ich mit Gregor und Till zum Bondi Beach gefahren bin. Bondi liegt etwa 7 km von der Innenstadt und ist einer der berühmtesten Strände und Surfspots der Welt. Mit dem Bus kamen wir recht unproblematisch dort hin und genossen unsere erste Ozean Brise! Traumhaft, sage ich nur! Als ich auf das tiefblaue Meer blickte und um mich ein angenehmer Wind wehte, spürte ich, dass es absolut richtig war, die ganze Aufregung auf mich genommen zu haben und das Abenteuer wirklich gewagt zu haben.

 

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Mit Till und Gregor selber konnte ich nicht allzu viel anfangen, sie waren ganz in Ordnung und eine gute Bekanntschaft für die ersten Tage. Till wollte aber ziemlich schnell aus Sydney weg. Ich erinnere mich noch, dass er vorhatte mit Sack und Pack in den  „Blue Mountains“  wandern zu gehen. Ich muss gestehen, ich hatte mir kaum Pläne im Vorhinein über meine Reiseroute innerhalb Australiens gemacht und deshalb zu dem Zeitpunkt auch keine Ahnung gehabt, was genau er mit „Blue Mountains“ meinte. Aber das war  ja ganz am Anfang. Später werde ich selber in die Blue Mountains fahren – aber dazu später mehr.  Zu Gregor verlor ich dann auch jeglichen Kontakt, aber so ist das eben unter Backpackern:  ein Kommen und ein Gehen.




< Was war zuvor alles passiert?

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Der Tag des Abflugs war da. Ein normaler Tag – bis etwa 16 Uhr. Ich war ziemlich nervös und die letzten Tage hatte ich das Gefühl alles Mögliche nochmal machen zu müssen: auf der Zeil einkaufen, in den Rewe gehen, S-Bahn fahren…da ich das ja dann erst einmal nicht mehr tun kann.
Gegen 16 Uhr etwa schnallte ich mir also meinen Backpacker Rucksack um und wir machten uns mit dem 61er Bus auf zum Flughafen. Dort angekommen begab ich mich zum Schalter der Korean Airlines und hielt nach Mitreisenden Ausschau, konnte aber niemanden sichten. Also gab ich das Gepäck ab und ging mit meiner Familie hoch zum Mc Donalds einen Kaffee trinken. Gegen 18.30 Uhr etwa nahm ich dann, recht entspannt, Abschied und begab mich zum Gate.
Im Flugzeug Platz genommen saß ich neben einem Jungen in meinem Alter Platz. Später stellt sich heraus: Till aus Berlin. Hinter mir saßen dann Aline aus Braunschweig  und Marissa aus Ingolstadt. Eine Reihe vor uns: Tobias und Christian aus Dresden. Stepin hatte also unsere kleine Reisgruppe möglichst zusammengesetzt und wir stellten aber erst im Flieger fest, dass wir als eine solche Gruppe zusammengehören. Till war recht eigen und eher an seiner Musik interessiert. Christian und Tobias waren beste Kumpels und grinsten sich irgendwie immer gegenseitig an, wenn man mit ihnen sprach. Auf mich machten sie den Eindruck, als führen sie irgendwas im Schilde.

Als wenn sie nur zum Partymachen und Frauen abschleppen nach Australien fliegen. Später werden sie aber, erstaunlicherweise, die ersten von uns sein, die sich um einen Job bemühen. Marissa und Aline freunden sich im Flieger mit ihrem Sitznachbarn, einem deutschen Koreaner, der Familie in Seoul hat an, um ihre Nervosität zu stillen.
In Seoul angekommen mussten wir durch eine Kontrolle und befanden uns dann als Transit Passagiere für die nächsten 6 Std. im Terminal. Till verschwand alleine irgendwo und die anderen beiden Jungs waren auch recht zügig in der Menschenmenge untergangen. Ich blieb bei den beiden Mädels. Marissa war mir mit ihrem typischen bayrischen Dialekt sofort super sympathisch. Schnell kamen wir ins Gespräch und ich lernte von ihr, dass man Ingolstädter  traditionell auch “Schanzer” nennt. Daher war sie von nun an nur noch “die Schanzerin”.

Die Schanzerin hatte Ihrer Familie versprochen anzurufen, also wechselten wir Geld in koreanische Won und versuchten uns am Telefon. Zunächst vergeblich. 45 Minuten später und mit der Hilfe eines koreanischen Reisenden, der zumindest ein bisschen Englisch sprach konnte sie dann nach Deutschland telefonieren.  Danach legten wir uns auf die Stühle in einer ruhige Ecke. Die beiden schliefen ein wenig, ich nutze das kostenfreie Internet und las Zeitschriften.
Also es dann endlich weiterging vervollständigte sich unsere Gruppe dann am Gate wieder und wir konnten nach Sydney weiterfliegen. Weitere 10 Std. Flug…leider kannte man inzwischen die deutschen On-Board-Filme. Also waren nun entweder die Englischen an der Reihe, Videospiele dran oder einfach Ausruhen angesagt.




< Was war zuvor alles passiert?

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Ab heute werden wir hier im Blog den spannenden Work-and-Travel-Erlebnisbericht aus Australien (53093 Kilometer und zurück! – Ein Work & Travel Abenteuer in Australien, Indonesien, Südkorea & auf Fiji) von Tobias präsentieren. Jeden Tag werden wir jeweils ein neues Kapitel veröffentlichen. Viel Spaß beim eintauchen. :-)

Und es geht schon gleich los…

Die Idee & die Vorbereitung

Auf „richtiges Arbeiten“ hatte ich noch keine Lust. Deshalb stellte ich mir gegen Ende meiner Ausbildung bei Pan Dacom die Frage: was soll ich nach der Prüfung machen? Pan Dacom würde mich sowieso nicht übernehmen und ehrlich gesagt, passte mir das total super.
Beeindruckt von meiner ehemaligen Klassenkameradin aus der Realschule, lies ich die Gedanken in mir walten. Sie war, so hatte ich über wer-kennt-wen (Facebook war damals noch nicht) herausgefunden, inzwischen zum Studieren in die USA gereist und hatte dort ein neues Leben begonnen. Später schrieb sie mir einmal: “Ich lebe hier den Traum.” (Heute ist sie übrigens immer noch in den Staaten und hat sogar geheiratet). Ich fand das toll und wollte auch weg, in die weite Welt hinaus. Als ich während meiner Ausbildung im Lager eingesetzt war, war öfter mal tote Hose und ich durfte mir dort im Prinzip sowieso einen lauen Lenz machen. Diese Zeiten nutze ich immer, um mich über mögliche Auslandsprogramme zu informieren.
Schon die letzten Jahre zuvor war ich auf Wochenendtrips quer durch Europa unterwegs. Alles fing an zu meinem 18. Geburtstag: Berlin. Angesteckt vom Reisen leistete ich mir Trips nach Zürich, Wien, Rom, Mailand, Warschau, Prag, London, Marseille, Madrid. Irgendwie war mir nach sozialem Engagement. Vielleicht Hilfsarbeit in Südafrika oder Südamerika. Oder eine Sprachreise in England oder den USA. Irgendwie sowas… Also bestellte ich mir Prospekte und stöberte auf den Homepages der großen Reiseorganisationen für Auslandsaufenthalte. Verlockend war das alles. Die tollen Bilder von Traumstränden, Safari-Touren oder ausgewöhnlichen Tieren. Allerdings waren alle Programme zeitlich fixiert, also musste begrenzt gebucht werden. 3,6 oder 12 Monate. Jede Verlängerung der Reisezeit kostet Aufpreis. Und überhaupt: Warum soll ich viel Geld dafür bezahlen, um armen Kindern in Afrika zu helfen?
Allen voran in den Prospekten: Work & Travel. Australien, Neuseeland oder Kanada. Der Vorteil: Kein zeitliches Limit. Wenn es mir gefällt, darf ich 12 Monate bleiben, wenn nicht, darf ich nach 2 Tagen auch wieder zurück. Der Rückflug ist open return und quasi freiwählbar. Von den drei Ländern, die diese Visa-Art anbieten war für mich Australien, der Spitzenreiter für junge Leute, perfekt. Nun also verglich ich die Reiseveranstalter und es kam, wie bei fast jedem, der einen solchen Auslandsaufenthalt vorhat, die Frage auf, ob ein Reiseveranstalter überhaupt notwendig ist [sieh auch: Vor- und Nachteile]. Denn grundsätzlich besteht Work & Travel aus: Flug buchen, Rucksack schnappen und los. Das Visum gibt’s online. Der Antrag ist in 20 Min durch und das Visum innerhalb 6 Stunden erteilt.
Flüge buchen, Visum beantragen etc. kann ich auch alles selber und muss dafür keine teure Reiseorganisation bezahlen. Deshalb überlegte ich einige Wochen und besuchte Vortrags- und Vorstellungsveranstaltungen von „TravelWorks“ und „StepIn“ in Frankfurt, bei denen ehemalige Reisende berichteten und Mitarbeiter Ihre Leistungen vorstellten. Es herrscht ein wahrer Kampf zwischen Befürwortern solcher Reiseveranstalter und denen, die lieber Geld sparen und alles alleine organisieren. So drückten mir nach der Veranstaltung im Kolping Haus direkt am Ausgang zwei Typen Flyer in die Hand, auf denen klar gemacht wird, das Reiseorganisationen nur Geldmacher sind und man für sein Geld nichts bekomme.

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Letztendlich buchte ich nach einigem Hin- und Her dann aber doch das Komplettpaket über den Veranstalter, da für mich persönlich einfach der Start in Frankfurt als kleine Gruppe sehr wichtig war und ich nicht komplett allein in Australien ankommen wollte.
Ich entschied mich für „Stepin“ (Student Travel & Education Programmes InterNational), da sie mir einen seriösen und angenehmen Eindruck machten. Nun musste ich noch überlegen welche Route ich buchen möchte. Das Quantas Airbus-A380 Special über Singapur? Oder doch lieber Korean Air über Seoul? Da ich schon immer ein Faible für Asien […] habe entschied ich mich für die Route mit dem Stopover in Seoul. Und da man ein solches Abenteuer ja auch nicht alle Tage macht, muss man auch richtig zuschlagen: Ich buchte noch einen Stopover auf die Fiji Inseln mit hinzu. Im magischen Moment, in dem ich auf “Buchen” klickte, begleitete mich “Inner Smile” von Texas. Mit diesem Lied brachte ich mich nämlich in die richtige Reisestimmung. Ich hatte zuvor den Film “Kick it like Beckham” gesehen, in dem am Ende des Films Jess und ihre Freundin Jules zusammen für ein sportliches Auslandsjahr in die USA fliegen. Ich kannte den Film schon aus der “Freiherr”, wir hatten damals sowohl den Film, als auch das englische Buch gelesen. Er lief nun wieder auf Pro7 und faszinierte mich einfach erneut. Das Lied am Ende motivierte mich!

Das Visum beantragte ich selber, die Flüge, ein Bankkonto, eine Steuernummer und eine SIM-Karte besorgten mir StepIn.
So vergingen nun die Wochen nach und nach. Ich traf mich mit meinem Vater bei GlobeTrotter in der Hanauer, um einen Reiserucksack und einen Schlafsack zu kaufen. Es war ein bulliger, heißer Sommertag und ich war voller Vorfreude, aber natürlich auch total aufgeregt.




Morgen folgt: Die Flüge