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Der 3. Tag war Umzugstag. Im All-Inklusive Paket von Stepin waren die ersten drei Nächte im YHA Hostel mitgebucht worden. Also musste ich meinen Aufenthalt im YHA nun verlängern oder eine neue Bleibe suchen. Das YHA war teuer, aber auch eh voll ausgebucht. Außer ein 12-Bett Zimmer, das für mich aber nicht infrage kam. (Auch das wird sich im Laufe meines Abenteuers noch ändern).
Also checkte ich um 10 Uhr morgens aus, zog meinen Rucksack auf und stand auf der Straße. Mitten in Sydney, mitten im CBD, dem „Central Business District“. Um mich herum Menschen, viele Menschen. Die meisten davon Asiaten. Hin und wieder höre ich Deutsche. Ich zog durch die Straßen und konnte nun zwischen 3,4 oder 5 Sterne Hotels oder einfachen Hostels wählen. Für wenige Momente kam ich mir echt heimatlos vor. Mein Leben in einem Rucksack auf dem Rücken. Meine Wahl fiel dann aber auf das Maze Backpackers Hostel. Es war nicht weit vom YHA entfernt, lag in der Pitt Street. Die Pitt Street verläuft parallel zur George Street. Diese beiden Straßen bilden die Haupt-Einkaufs-Meilen in Sydney.

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Mein 4-Bett Zimmer teile ich mit Stanley „Stan“ aus England und einem anderem Engländer, beide etwas älter als ich. Stan war wohl im ganzen Hostel bekannt und organisierte regelmäßig „Funabende“ und andere Tagesunternehmungen. Bereits am ersten Abend stellte er sich mir sehr freundlich vor und lud mich auf „couple of drinks“ in der Lobby ein. So „jointe“ ich also der netten Runde am Tisch mit einem isländischen Paar, einem waschechten Aussie und einer weiteren netten, jungen Dame. Wir spielten irgendwelche Trinkspiele und manchmal übersetzte Stan, der wohl Deutsch studiert/irgendwo gelernt hatte) die Aufgaben/Witze für mich. Stilecht tranken wir „goon“ (wirklich billigster australischer Wein/Alkohol in Alutüten zum Abzapfen verpackt, es ist DAS Getränk der Backpacker) aus Kaffeetassen. Sichtlich angetrunken machten wir uns dann auf durch die City in die Scubar, einer Diskothek/Bar, direkt an das YHA City Central angeschlossen und tranken dort noch ein paar weitere Gläser Bier. Ich amüsierte mich über den Aussie, der wirklich schon nicht mehr ganz grade laufen konnte und unterhielt mich noch ein bisschen mit den Isländern und mit Stan. Bald verschwand der jedoch und auch wir anderen verließen die Bar gegen 1 Uhr. In der folgenden Nacht musste ich mich morgens übergeben und ich schien nicht der einzige gewesen zu sein. Willkommen in Sydney.

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Kreisel in der Nähe von „the rocks“, Sydney

Leider ging meine Digitalkamera schon in den ersten Wochen in Australien kaputt, sodass ich eine Menge Geld in eine neue investieren musste. Mit knirschenden Zähnen kaufte ich in einem Foto Fach Geschäft in der George Street eine  neue. In der Stadt bin ich anfangs auch immer in den Burger King (in Australien heißen die übrigens „Hungry Jack’s“), Mc Donalds oder andere Ecken, da es viele öffentliche WLAN Hotspots gibt. Später bin ich dann aber in einen Vodafone Shop und hab mir eine australische SIM besorgt, um mobiles Internet zu nutzen. Mein Netbook, das ich mir in Deutschland gekauft hab, hatte einen solchen SIM Karten Slot schon unter dem Akku eingebaut. Das war dann ziemlich cool, da ich so immer und überall online gehen konnte. Meine Global Gossip Simkarte nutze ich zum Telefonieren und Simsen aber weiterhin.

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Gesehen auf der (Männer!) Toilette bei den „Paddy’s Markets“, Sydney

So vergingen ein paar Tage und inzwischen hatte ich auch alles Wichtige in der City entdeckt und kanne mich ein wenig aus. Ich nahm mein Buch, das mir eine Freundin aus Deutschland für meine Reise geschenkt hatte, und ließ mich in Nähe des Opera House, am „Circular Quay“ nieder.  Irgendwann kamen ein Junge und ein Mädel, etwa in meinem Alter, dazu. Sie waren Touristen und fragten mich auf Englisch, ob neben mir Platz frei sei. Ich willigte ein und die beiden setzten sich neben mich. Offensichtlich waren es Deutsche. Als Sie mich dann noch irgendwas fragten, sagte ich Ihnen, dass sie auch ruhig deutsch mit mir sprechen können und lächelte dabei. So kamen wir ins Gespräch.  Sie kamen aus dem Saarland (endlich traf ich mal Menschen aus dem kleinsten Bundesland unserer Republik)  und waren für „nur“ 3 Monate in Australien. Kurzerhand fragten sie mich spontan ob ich Lust habe, hoch zur Harbour Bridge zu laufen.

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Und so sind wir dann über „The Rocks“ in Richtung Harbour Bridge. The Rocks ist ein Viertel am Hafen, gegenüber dem Opera House. „Tourism Australia“ beschreibt es so: „Sydneys Vergangenheit als Strafkolonie lebt weiter in „The Rocks“, einem Labyrinth aus mit Kopfstein gepflasterten Straßen und Sackgassen, fünf Minuten entfernt vom Circular Quay. Dieser historische Bezirk lockt sowohl Einheimische als auch Besucher mit seinen Museen, Galerien, pulsierenden Wochenendmärkten und Hotels mit Blick auf den Hafen an. In The Rocks treffen Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise aufeinander.

Die steilen, verschachtelten Straßen von „The Rocks“ erstrecken sich auf der Westseite des Circular Quay und des imposanten Stahlbogens der Sydney Harbour Bridge.“  Hier war ich auch mal in einem deutschen „Löwenbräu“ Restaurant essen. Das „The Rocks“ Viertel ist einfach nur toll. alte, steile Kopfsteinpflaster-Gassen & alte, ehemalige, industrielle Hafengebäude,  direkt am Wasser, die nun als Lofts & Tanzstudios dienen. Das alte Ambiente trifft auf die hochmoderne Metropole Sydney – klasse! Entlang der Promenade am Hafen lassen sich traditionell Hochzeitspärchen mit dem Opera House, Palmen und dem Hafen im Hintergrund ablichten. Auf der anderen Seite, also einmal über die Harbour Bridge rüber, leuchten die Attraktionen und Fahrgeschäfte des Luna Parks, einem australischen Freizeitpark, den es sowohl in Sydney, als auch in Melbourne gibt. Die Strecke vom Circular Quay entlang dem Hafen, durch „The Rocks“ führt direkt zum Darling Harbour. So kann man wunderbar einen super Spaziergang vom ersten wichtigsten Treffpunkt (dem Opera House) zum zweiten wichtigsten Mittelpunkt der Stadt (Darling Harbour) machen.

Die Harbour Bridge kann man auch richtig am Geländer beklettern, aber das ist dann geführt und kostet Geld. Wir liefen nur zu einer Art Aussichtsplattform und hatten dennoch eine wirklich super Sicht auf das Opera House und den Hafen davor. Als wir dann wieder runter gelaufen sind, sind wir anschließend auch gleich noch auf eine der am Opera House abfahrenden Fähren aufgestiegen. Diese brachte uns nach Manly, einem ruhigeren Stadtteil von Sydney.  Am Hafen von Manly steht geschrieben „Seven Miles from Sydney, but a Thousand Miles from Care”. Manly ist quasi ein äußerer Stadtbezirk von Sydney mit einem eigenen Flair. Die Einwohner in Manly nutzen die Fähre als normales Beförderungsmittel, um in die Stadt und nach Hause zu fahren.
In Manly haben wir uns einfach auch ein wenig umgesehen, ein paar Läden besucht und vor allem am Strand noch etwas abgehangen.
Am Abend, als es dunkel wurde, sind wir dann zurück in die City gefahren und haben uns dort dann getrennt. Eigentlich hatte ich den beiden meine Kontaktdaten hinterlassen, sie wollten sich nochmal melden und mir Fotos zusenden. Bis heute ist dies leider nicht geschehen, schade.

 

 

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