Nach etwa 2 Tagen checkte nachts bei uns im Zimmer ein mit Kapuzenpulli bedeckter Asiate ein. Ich freute mich darüber, denn ich mag Asiaten und er schien in meinem Alter zu sein. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte er sei neu in der Stadt. Also fragte ich ihn, ob wir zusammen ein wenig durch Sydney laufen sollen. Er freute sich über mein Angebot und meine freundliche Art und war froh, nicht mehr ganz allein zu sein. Sein internationaler Name ist Louis. Er kommt aus Seoul, Südkorea. Wir verbrachten die Tage oft gemeinsam, ich zeigte ihm Subway, er mir koreanische Restaurants. Gemeinsam erkundeten wir nochmal Sydney: The Rocks, das Opera House, die George Street, Darling Harbour und mehr.

Street-Artist in Sydney

Straßenkünstler in Sydney

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Opernhaus, Sydney

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Harbour Bridge, Sydney

Eine Freundin von ihm, Dawoom, ebenfalls aus Seoul, wohnte bereits in Bondi und jobbt in einem Restaurant. Er schien ihr von mir erzählt zu haben und sie wollte mich unbedingt kennenlernen. Ich fuhr mit Louis eines Abends in den Stadtteil Bondi am Bondi Beach und wir trafen Dawoom. Bei ein paar Bierchen in einer Bar kamen wir ins Gespräch und
ich durfte asiatische Seafood Blättchen probieren. Das waren hauchdünne Blättchen zum Essen mit Meeresfrucht Geschmack. Gar nicht mein Fall.
Danach gab ich zwei Sixpacks aus dem Bottle-Shop für umgerechnet „schlappe“ 22 EUR (!) aus. Wir aßen zusammen in einem Imbiss Pizza und ließen den Abend mit Bier und guter Laune auf einem örtlichen Spielplatz beim “Beisammensitzen“ ausklingen. Das Bier natürlich in braune „Bäcker-Tüten“ eingepackt, da man in Australian Alkohol ja nicht öffentlich zu sich neben darf, wenn er nicht in einer Tüte versteckt wird. Die Tüten liegen im Bottle-Shop aber neben der Kasse aus. Dawoom brachten wir noch kurz zu ihrer Wohnung und fuhren dann zurück ins Hostel.

Am folgenden Tag bedankte sich Dawoom nochmal bei mir für den netten Abend und das nach Hause begleiten und ich war froh, schon die ersten Freunde kennengelernt zu haben. Louis machte sich einige wenige Tage später auf und verließ Sydney. Er reiste mit dem Greyhound Bus nach Bundaberg, um auf einer Farm mit anderen, scheinbar ausschließlich Koreanern, Tomaten zu ernten. Er blieb dort  tatsächlich 3 Monate, um ein zweites 1-jahres-Visum zu erhalten, und lernte dort seine zukünftige Freundin kennen.

Nach Louis Abreise wollte ich mich unbedingt nochmal mit Dawoom treffen, leider scheiterte es jedoch, da sie viel arbeitete und sich nicht wirklich meldete. Inzwischen hatte ich mir überlegt ein Stück nördlicher, Nach Port Macquari, zu reisen. Ich kaufe dafür ein Zugticket am Hauptbahnhof in Sydney, war aber nicht wirklich zufrieden. Denn es schien mir eher als Notlösung, da ich zwar aus Sydney wegwollte, einfach weiterziehen wollte, aber nicht wirklich wusste, wohin. In Port Macquari gibt es ein Koala Krankenhaus, viel mehr aber auch nicht. Jetzt wurde mir bewusst, dass es doof war, dass ich nicht in Deutschland schon mal die Australienkarte studiert habe oder grob geplant habe. 1 Tag vor Abreise entschied ich mich kurzfristig um und buchte einen Flug nach Darwin im Northern Territory, da ich gelesen hatte, dass es dort viel wärmer sein sollte, als in Sydney.

Zwar war der Winter für mich mit 17 Grad ein ziemlich warmer Winter, aber ich wollte „echtes“ Australien:  Hitze, Outback, Weite! Ich ging in eines der unzähligen Reisebüros in der Innenstadt und ließ mich dahingehend nochmal etwas beraten, ich hatte von Darwin nur flüchtig irgendwo gelesen. „Oh, yeah! If you wAnja get summer, you really gotta go up to Darwin, mate“, bestätigte mir dort die Frau am Schalter. “It’s hot there all the year, they don’t have any winter up there”, erzählte sie weiter und machte mich neugierig. Ich ließ mir ein Angebot machen und kaufte einen Tag später die Tickets. Als ich das Reisebüro verließ, sprach mich gleich eine junge Dame an und wollte mir irgendwelche Backpacker Jobs in Sydney vermitteln, aber ich lehnte ab, da ich ja in wenigen Tagen schon weg seien würde.

Ich checkte aus dem Maze Backpacker Hostel aus und buchte mir 3 Nächte in einem Hotel. Ja, ich gönnte mir den Luxus eines Privatzimmers, da ich einfach ein paar Tage Privatsphäre benötigte. Die Dame im Hotel war sich erst nicht ganz sicher, ob ich mich vielleicht verbucht hatte, weil ich wie ein echter Backpacker aussah und die normalerweise nicht in einem 3 Sterne Hotel übernachten, aber ich sagte ihr, dass alles korrekt sei. Ich lernte so noch eine andere Ecke von Sydney kennen und hatte nun endlich mein eigenes Reich. Im ersten Hotel blieb ich zwei Tage, da es sich um ein Sonderangebot handelte. Dann buchte ich noch eine Nacht in einem anderen Hotel. Diese 3 Tage waren mir als kurze innerliche Pause, nach dem Ankommen in Sydney und der ersten Eingewöhnung, sehr wichtig gewesen.

Als ich dort dann aber wieder auscheckte und mich auf den Weg zum Flughafen machte, merkte ich schon, dass ich den großen Reise-Rucksack als solchen gar nicht benutzen kann. Schon nach 10 Minuten konnte ich dieses Monstrum nicht mehr schmerzfrei auf dem Rücken tragen. Deshalb trug ich es quer mit dem Trageschlauf über den Hals gehängt, was halt leider etwas anstrengender, aber dafür schmerzfreier war. Hier merkte ich, was die Schulzeit mit meinem Rücken angestellt hat.

In Australien hat jede große Stadt immer zwei Flughäfen: den International und den Domestic Airport. Am Domestic Airport verkehren nur Inlandsflüge. Der Domestic Airport in Sydney ist glückerweise gar nicht so stadtfern und deshalb recht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. (Später werde ich nämlich merken, dass die Flughäfen in Australien nie an ein normales, öffentliches Verkehrsnetz angebunden sind und somit immer schweineteuer Shuttlebus Tickets zu kaufen sind).




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