Ende November war es nun und die Buckelwale waren auf ihrer alljährlichen Wanderung durch die Ozeane unterwegs. Es ist quasi ähnlich wie bei Zugvögeln. Und scheinbar waren Sie genau jetzt auch an der Westküste unterwegs. Deshalb entschied ich mich eine Humpback Whale Watching Tour (auf Deutsch:  Buckelwal (Beobachtungs) Tour) mit zu machen. Am Mittag ging es los. Die Teilnehmer fanden sich alle am Hafen von Perth ein. Dort ging es dann auf ein Ausflugsboot mit Innen und Außenbereich. Fast alle waren aber ausschließlich draußen. Ist ja logisch. Wir fuhren erst mal ein ganzes Stück raus auf den Ozean. Irgendwann stoppte der Kapitän den Cruizer und alle Leute hielten Ausschau nach Walen. Eine Lady vom Team war in der Kabine vom Kapitän und hatte so die beste Aussicht. Und es dauerte nicht lang, da hatte sie schon den ersten Buckelwal entdeckt.

Über ein Mikrofon schrie sie in ihrem typisch australischen Slang dann “ohhh a cute one at 2pm, hey guys, look to your right” und alle rannten auf die rechte Seite des Bootes. Und so kann man sich das wirklich wunderbar bildlich vorstellen. Jeder wollte unbedingt Wale sehen und dabei den perfekten Schnappschuss schießen. Leider war die Gruppe doch recht groß und man musste wirklich um einen Platz kämpfen, wenn ein Wal entdeckt wurde. Man stand also auf der linken Seite am Geländer und hielt wie ein Bekloppter Ausschau. Rief dann irgendjemand, dass er einen gesehen hatte, rannte man eilig von links nach rechts. Kurz Foto schießen und sofort wieder nach links, weil dort auch wieder einer war. so ging es hin und her, von links nach rechts, von rechts nach links.

Und dabei immer der Stress, ein gutes Foto schießen zu wollen. Ich packte irgendwann nach genug geschossenen Fotos meine Kamera weg, damit ich mich wirklich nochmal nur auf die Wale konzentrieren konnte, anstatt auf die Kamera. Inzwischen waren unzählig viele Wale gesehen worden und das Highlight war es nicht mehr überhaupt einen zu Gesicht oder vor die Linse zu kriegen, sondern einen, der den für die Buckelwale typischen Sprung aus dem Wasser macht. Von denen haben wir auf der Tour lediglich zwei Stück erlebt, wovon ich nur einen einzigen ganz kurz gesehen habe. Alles passiert halt immer nur in wenigen Bruchteilen von Sekunden. Deshalb hieß es eben immer schnell sein. Und dazu kommentierte immer noch die Lady über das Mikro. Es war echt ein Schauspiel da draußen mitten auf dem Ozean.

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Nach einigen Stunden fuhren wir dann wieder zurück Richtung Perth. Die Tour war echt cool, die Wale ziemlich beeindruckend. Im Prospekt der Tour war angegeben, dass sie uns auch den Gesang der Wale hören lassen werden. Der Ist ja für Menschen eigentlich nicht hörbar, doch durch spezielle Geräte, die man im Wasser ablässt, kann man den Gesang der Wale dann hören.

Leider fand dieser Programmteil aber nicht statt, keine Ahnung warum. Mich hätte es sehr interessiert. Gegen 19 Uhr kamen wir dann wieder am Hafen an. Auf der nahegelegenen Grünfläche fand irgendein fest statt. Da ich ja eh nicht großes zu tun hatte, schaute ich mich einfach mal um. Es war kostenfrei und entpuppte sich als eine Art indisches Kulturfestival. Es war das „Swan Festival of Lights“, das seit 2008 einmal  jährlich im Zeitraum zwischen Oktober und November von lokalen, gemeinnützigen Organisationen veranstaltet wird: Ein Kulturfestival, das sich jedes Jahr einer anderen Kultur widmet.

2011 war es vor allem Indien, 2012 Spanien und China. Es gab eine große Bühne  auf der Musikbands auftraten, indische Tänze aufgeführt und Reden gehalten wurden. Zigaretten und Alkohol waren  auf dem Festival Gelände verboten. Dazu gab es seitlich einige Stände mit indischem, ausschließlich vegetarischem Essen, Büchern und andere Infostände. Ich weiß nicht warum, aber ich fühlte mich unglaublich wohl. Es kam so spontan und es war noch so gutes, warmes Wetter, die Sonne ging langsam unter. Die Menschen waren alle unheimlich friedlich, egal ob jung oder alt, traditionell gekleidet und einfach lässig “aussie”. Und das ohne jeglichen Einfluss von Alkohol.

Es war eine tolle Atmosphäre und ich besorgte mir auch gleich ein paar Essensbons, mit denen ich mir ein indisches Reisgericht und ein indisches Dessert holte. Ich lies mich auf der Wiese nieder und beobachtete die Menschen und die Show auf der Bühne. Der Sonnenuntergang war gelaufen, es wurde allmählich immer dunkler, die Stimmung aber trotzdem nicht schlechter. Der spontane Besuch auf diesem zufällig entdeckten Festival bescherte mir einen tollen Abend in einer lauen Sommernacht.

Wie bereits erwähnt war es Ende November und Santa Claus sollte in Perth daher offiziell die Vorweihnachtszeit einläuten. Mitten in der Innenstadt in der Fußgängerzone war ein großer Bereich abgesperrt, eine Bühne mit Bestuhlung wurde aufgebaut. Um 17 Uhr ging es dann los. Es war überall total voll, jeder, der nicht das Privileg bekam, einen der wenigen Stühle direkt vor der Bühne zu ergattern, versuchte einen anderen guten Platz zu finden. Es gibt auf dem Platz in der Fußgängerzone eine Art Brücke, die bestimmte Kaufhäuser miteinander verbindet. Von hier hatte man eine recht gute Sicht auf die Bühne unten. Auch ich lies mich hier, neben einer Mitte zwanzigjährigen, jungen Dame und ihren Freunden, nieder.

Also die Show ist halt eher eine Kindershow. Es gab einen Moderator und eine Moderatorin, die durch die Show leiteten. Das erste Highlight war dann erst mal Bob der Baumeister, der die Bühne betrat. Und da ging die Lady neben mir total ab, das war echt klasse. Ungehemmt jubelte sie mit allen anderen Leuten mit und feierte den Bob total ab. “Bob, I love you”, rief sie in die Masse.

Ich konnte mir mein Lachen echt nicht verkneifen. Die war echt gut drauf. Naja, es wurden dann halt noch Lieder gesungen, ein bisschen gehüpft und getanzt, ein Rahmenprogramm halt. Später dann war es endlich soweit. Die Moderatoren verkündeten, dass Santa wohl eingetroffen war und in wenigen Minuten erwartet wird. Alle, Groß und Klein, Jung und Alt, waren aufgeregt. Dann gab es einen Countdown und alle zählten mit. Bei 0 kam dann endlich Santa mit seinen Rentieren vorgefahren und die Beleuchtung des offiziellen Weihnachtsbaums in der Innenstadt von Perth wurde eingeschaltet.

Auch die anderen Weihnachtslichtlein in der Stadt gingen an und alle Leute jubelten Santa zu. Meine Nachbarin war völlig außer sich und schrie was das Zeug hielt. Die Leute gingen alle völlig ab und ich fühlte mich echt wie in Amerika. Alles wirkte irgendwie total kitschig und bunt. Außerdem waren es rund 28 Grad, und das zur Vorweihnachtszeit! Santa machte eine Parade durch die Innenstadt und ließ sich bejubeln.
Naja und irgendwann war er dann fertig und verschwand, die Show war dann auch vorüber. Es war echt lustig anzusehen, wie die Aussies ihre Weihnachtszeit beginnen. Der Weihnachtsmann ist Santa Claus und wird in allen großen Städten mit einer Willkommensparade offiziell empfangen.

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