Jaaa und dann war er da, der 25. Februar 2011. Der Tag, an dem ich Australien endgültig wieder verließ. Ich fuhr alleine Richtung Flughafen, begab mich zum International Airport und checkte ein. An der Passkontrolle bekam ich den Leaving Stempel der australischen Behörde und ging zum Gate durch. Nun ging es also nach Nadi, Fiji. Auch für dort hatte ich mir vorab schon ein Hostel gebucht. Was heißt “ein Hostel”…Es gab eigentlich auch nur eins. Ich Andyg mir Air Pacific, etwa 4 Stunden in den noch ferneren Osten. Neben mir saß eine echte Fijianerin. Sehr kurz geschorene, gelockte schwarze Haare hatte sie. Das ist typisch für Einwohner auf Fiji. Sie war zunächst sehr zurückhaltend, erzählte mir dann aber von ihrer Flugangst. Wir kamen irgendwie ins Gespräch und bestellten uns dann ein Glas Wein. Das hatte ich bisher nie gemacht, aber sie meinte, sie mache das immer, wenn sie fliegt. Ich erzählte ihr von meine Reise und das ich jetzt auf meinem Rückweg nach Deutschland auch einen Stopover auf Fiji mache. Sie erzählte mir von ihr und später hörte jeder für sich noch ein wenig Musik.

Queens-Road in Nadi, Fiji

Queens-Road in Nadi, Fiji

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Als wir in Nadi landeten, wurden wir “Neuankömmlinge” gleich im ersten Gebäude von einer traditionellen Musikkapelle und dem typischem “Bula!” (was so viel wie “Hallo, Willkommen!” heißt) begrüßt. Von dort reihten sich die Schlangen bis zu den entsprechenden Passkontrollen. Hier verlor ich dann meine Bekanntschaft aus dem Flieger, da sie einen fijianischen Pass besaß und woanders durchmusste. Sie war aber eine angenehme Reisepartnerin und ich fands cool, gleich im Flugzeug mit einer Einheimischen sprechen zu können. Unproblematisch erhielt ich einen Einreisestempel und durfte passieren. Ich holte meinen Backpacker Rucksack und begab mich zum Ausgang des Passagierbereichs. Mein 1. Stopvover – ich freute mich! Die 1. “Hürde” in Richtung Heimat. Hürde ist jetzt wirklich ziemlich negativ ausgedrückt, aber mir fällt gerade nichts Besseres ein. Wie oft kommt man in seinem Leben wohl auf die Fiji Inseln…? Es gab bei diesem ein-wöchigem Urlaubstrip nur einen Nachteil: Der Zeitunterschied zu Deutschland erhöhte sich noch einmal und betrug auf Fiji nun das Maximum von sage und schreibe 12 Stunden. Wenn es hier 12 Uhr Mittag ist, ist es in Deutschland Punkt 12 Uhr Mitternacht. Für den Kontakt zu Meiner Freundin in Deutschland war das natürlich quasi ein K.O. Aber es war ja “nur” eine Woche. In Korea würden es wieder gewohnte und “angenehme” 7 Stunden sein.

Die Zeit spielt auf Fiji aber schon eine wichtige Rolle: Bis zum 29. Dezember 2011 verlief die internationale Datumsgrenze direkt durch die zu Fiji zugehörige Insel Taveuni. Dort befand sich an entsprechender geographischer Stelle auch ein Hinweisschild. Stellte man sich nun bspw. an einem Samstag um 10 Uhr mit dem einen Fuß auf die linke Seite und mit dem anderen Fuß auf die rechte Seite, stand man mit dem linken Körperteil in Richtung Westen und befand sich im Samstag um 10 Uhr. Mit dem rechten Körperteil jedoch befand man sich sozusagen im Osten und dort war es nun noch Freitag 22 Uhr. Links also ist Heute und ein paar cm weiter rechts ist noch gestern. Man kann hier so gesehen also auch zweimal Silvester feiern:) Das alles war bis zum 29. Dezember 2011 so. An diesem Tag wurde die Datumsgrenze verschoben, sodass diese jetzt einen Knick nach rechts macht und auch die Insel Samoa zur westlichen Zeitzone wie auch Fiji, Australien und Neuseeland, zugehört.

Der 30. Dezember musste in diesem Jahr dafür ausfallen, man sprang vom 29.12 direkt auf den 31.12. 775 Einwohner aus Samoa hatten daher quasi keinen Geburtstag. Samoa hat sich zum Wechsel der Seite entschlossen, damit die Handelsgeschäfte (z.B. mit den Hauptgütern Kokosnuss und Fisch) mit den wichtigen westlichen Nachbarn in Südostasien, Australien und Neuseeland einfacher werden. Bisher hatte man dort durch den immensen Zeitunterschied nämlich  immer nur drei gemeinsame Werktage. Der Wechsel wurde stark kritisiert. Samoa war bis 1892 bereits auf der westlichen Seite, ist dann aber in den Osten “gesprungen”, um den USA zeitlich näher zu sein. Mit den USA geht inzwischen businessmäßig nichts mehr, deshalb entschied der Premierminister Tuilaepa Sailele ziemlich einsam den erneuten Wechsel in den Westen.

Er ist bekannt dafür, vieles einfach alleine zu entscheiden: Am 08. September 2009 wurde der gesamte Straßenverkehr von rechts auf links umgestellt, damit Gebrauchtwagen aus Australien und Neuseeland (wo auch viele Auslands-Samoaner leben), die ja auch Linksverkehr haben, günstig nach Samoa kommen. Auch damals musste er viel Kritik auf sich nehmen, denn die ganze Umstellung erfolgte ziemlich ungeplant und somit hatten die ganzen Busse ihre Ein- und Ausgänge auf der falschen Seite. Man stieg quasi nicht am Bordstein ein- und aus, sondern mitten auf der Straße. Außerdem ging der erhoffte wirtschaftliche Erfolg der Importautos nicht wirklich voran und die Autos mit dem Steuer auf der linken Seite waren im Prinzip wertlos geworden. Und genau deswegen wird gezweifelt, ob auch diese radikale Aktion von Tuilaepa Sailele Samoa wirtschaftlich wirklich voran bringt. Jetzt bin ich aber ganz schön abgeschweift…

In der Vorhalle des Flughafens von Nadi warteten jedenfalls schon einige Abholer, vor allem Bedienstete von irgendwelchen Reiseagenturen. Sofort wurde ich von zwei Fijianerinnen angesprochen, ob ich Hilfe bei der Suche eines Hotels brauche usw. Ich dankte ab und ging weiter. Ja, es war vereinbart, dass mich jemand von meinem Hostel abholen kommt. Es waren einige Leute dort. Immer wieder bot man mir auch eine günstige Taxifahrt an. Dann fand ich meinen Fahrer, ein großer, recht langsamer Zeitgenosse. Sein Englisch war in Ordnung und er sagte mir, wir müssen noch auf ein paar andere Leute warten, die ankommen würden. Die Taxifahrer, Hotelchauffeure und diversen andere schienen sich alle irgendwie zu kennen. Dauernd riefen sie sich irgendwelche Worte in ihrer Sprache, Fiji Hindi, zu. Nach ein bisschen warten, sind wir dann doch schon mal alleine zum Auto. Dann erhielt er aber plötzlich einen Anruf und holte auch die anderen Leute noch. Es waren auch Deutsche.

Im Auto kamen wir kurz ins Gespräch und ich erfuhr, dass ein Mädel aus Malterdingen, in Baden-Württemberg kam. Ich musste schmunzeln, schon wieder eine, die nur 6km neben Meiner Freundin wohnte. Der Chauffeur fuhr uns also zum Hostel. Wobei man hier kein Hostel nach “australischer Art” erwarten durfte. “Einfaches Guesthouse” traf es wohl eher. Nadi ist mit 11.000 Einwohnern eine der größeren Städte auf Viti Levu, der Hauptinsel der gesamten Fiji-Gruppe. Das interessante tagtägliche Leben findet in Nadi hauptsächlich nur auf einer Hauptstraße, der Queens-Road, statt. Nadi war relativ heruntergekommen, alles wirkte sehr arm und stehengeblieben. Keine Ampeln, Straßen aus purem Schotter, überall irgendwie staubig usw. Das Klima war ähnlich wie im nördlichen Australien, ziemlich tropisch, etwas tropischer als in Cairns, aber nicht ganz so stark wie in Darwin.
Im Hostel angekommen mussten wir alle in zur Rezeption, die vom Chef besetzt war.

Ich war als erster dran und gab meine Daten durch. Nach Bezahlung brachte mich der Chauffeur zu meinem 4-Bett Zimmer. Ein 4-Bett Zimmer bestehend aus 3 Betten. Man ging davon aus, dass zwei Personen einfach im Doppelbett zusammen schlafen. Glücklicherweise hatte ich das Zimmer aber für mich allein, die anderen Leute, die mit mir gekommen waren, hatten offenbar andere Zimmer gebucht. Das Zimmer war auch eher einfach gehalten, aber dafür immerhin mit eigenem Badezimmer. Das Hostel wurde von einem Ehepaar betrieben, der Mann war der Chef. Er war manchmal ganz schön grimmig drauf. Es gab bspw. einen PC mit Internetzugang, für den man sich “Guthaben” bei ihm kaufen musste. Man zahlte einfach einen Betrag für bspw. 100 Min und erhielt eine Quittung. Die 100 Min wurden nicht irgendwie mitgeloggt, es ging mehr nach Vertrauen. Dass ich allerdings öfter an den PC ging, dafür aber immer nur kurz, gefiel dem Hausherr nicht. Er mahnte mich an, sagte ich hätte die Zeit doch schon längst verbraucht. Ich erklärte ihm, des ich lieber öfter aber dafür kurz online gehe, trotzdem war er irgendwie komisch drauf.

Auch als ich bei ihm Rechnungen für das Zimmer oder den späteren Trip zur Insel buchte, bei den Zahlungen hatte ich immer das Gefühl, er will mich abzocken. Es gab also nur diese eine Hauptstraße und wenn ich dort entlang gelaufen bin, sah ich den ganzen Tag die Fijianer auf der Straße rumlungern. Viele gafften mich an, weil ich “anders” aussehe, so hell eben. Viele schienen einfach nichts zu tun zu haben, sie standen einfach nur am Bürgersteig rum und redeten, verbrachten den ganzen Tag dort und glotzten mich an, als sei ich sonst wer. Alles wirkte hier so trist, und manchmal fühlte ich mich ziemlich unwohl, wenn ich an einer Gruppe zusammensitzender Fijianer vorbeilaufen musste. Das Leben hier erinnerte mich manchmal schon ein wenig an eine 2-3. Welt, wo es keine Technologie und keinen Fortschritt gibt. Computer sind hier tatsächlich auch eher selten. Es gab 2-3 Internetcafés, die dauerhaft voll besetzt waren. Ich war in allen mal drin.

Das Internet war, wie fast alles auf Fiji, nicht wirklich teuer. Direkt neben meinem Hostel war auch ein Internet-Café. Irgendwo im 2. Stock eines Wohnhauses war es ein kleiner Raum mit 5-10 Uralt Rechnern. Alles jugendliche Fijianer, die dort waren. Ich war der einzige Ausländer und verstand nichts von dem, was sie miteinander sprachen, aber das machte nichts. Der Typ, der es betrieb konnte englisch und war sehr freundlich zu mir. Dann bin ich die Straße in die andere Richtung gelaufen und hab mir die paar Souvenirshops, die es hier gab, angesehen. An einem Shop wurde ich von einem etwas älterem, kräftigerem Typ angesprochen: “Bulaaa!!”, “What’s your name?”, “Toby? Hy Toby!” Er verwickelte mich in ein Gespräch und bat mich, mit in seinen Laden zu kommen. Er war sehr enthusiastisch, fragte mich, woher ich komme und rief mir dann mit dunkler Stimme den typischen Motivationsspruch zu: “Toby, come in and relax…because now…., it’s Fiji Time!”- Er wollte mir die traditionelle “Kava Zeremonie” näher bringen und zeigen. Ich ließ mich darauf ein und folgte ihm. In seinem Laden verkaufte er viele Holzprodukte, Instrumente, Ketten, Anhänger und sowas. Auf dem Boden war ein großes Tuch, eine Art Teppich ausgebreitet.

Wir setzen uns im Schneidersitz darauf. Seine Frau brachte eine Schale und ein paar andere Utensilien. Dann musste sie in den Hintergrund treten, da Frauen diese Zeremonie nicht machen. Es ist zwar nicht verboten, aber wohl einfach nicht üblich. Ich hörte dem Mann gespannt zu und war total aufgeschlossen, ich wollte unbedingt die Kultur der Fijianer kennenlernen. Er fing an mir die “Kava Zeremonie” zu erklären und mit mir durchzuführen. Kava, das ist die ca. 1m lange Wurzel eines Pfefferstrauches. In der Wurzel steckt ein leicht narkotisierender, beruhigender Wirkstoff, der heute auch in manchen Medikamenten verwendet wird. Er ist nicht gefährlich und macht auch nicht süchtig. Man gewinnt den Inhaltsstoff durch Zerkleinern, Wässern und Filtrieren der Wurzel, was der Mann vor meinen Augen auch machte. Er erhielt ein Pulver, das er dann mit Wasser mischte. Es gibt bei der Zeremonie keine besonderen Worte, eher besondere Handlungen. Also in welcher Reihenfolge man vorzugehen hat. Dann trinkt man zusammen aus so kleinen Schälchen diese Flüssigkeit.

Dann wird die Zeremonie noch offiziell beendet. Ich saß mit ihm noch weiter auf dem Boden und wir sprachen ein wenig über Fiji und auch Deutschland. Er erzählte mir, dass Fiji aus über 300 Inseln besteht und sehr viele so klein sind und nicht einmal über Strom verfügen. Manche Inseln gehören international bekannten Stars, so sagte er. Nach ein bisschen weiterem Small-Talk über Autobahnen und Co. wollte ich dann langsam gehen. Aber hier kam dann glaube ich sein eigentliches Anliegen. Er bat mich nämlich unbedingt Sachen zu kaufen, als kleine Gegenleistung/Geste für die mir gezeigte Tradition. Ich verneinte zunächst, nahm dann aber doch noch eine Anhängerkette mit (die mir später dummerweise dann aber zerbrochen ist). Dann verließ ich den Laden wieder und schaute mich weiter in Nadi um.

In einer Seitenstraße entdeckte ich einen Supermarkt. Ich kam mir wirklich vor wie in Indien/Asien. Man darf hier in keiner Weise einen Supermarkt, so wie wir ihn hier kennen (bspw. Rewe, Aldi usw., erwarten. Es roch ziemlich nach Gewürzen und war relativ dunkel. Sowas wie Produktbewerbung/spezielles Licht gibt es nicht. Überall stehen relativ einfache Regale, gefüllt mit den Waren. Drogerieartikel gibt es nur an einer Extratheke mit Bedienung. Ich kaufte mir ein paar Getränke und traditionelle getrocknete und gewürzte kleine Chipsteilchen. Weiß nicht genau, wie ich die beschreiben soll. Einfach so kleine Teile zum Naschen.

In meiner Unterkunft war auch ein Frühstück inbegriffen. Ähnlich wie im Hotel bin ich dazu morgens runter in den Essenraum, wo auch eine kleine Bar zu finden war. An der Bar hab ich nie irgendjemanden Trinken sehen, mir bot man auch ein paar Mal ein Fiji Bitter, das einheimische Bier aus Fiji, an. Ich trank ein, es war gut. Aber wenn man da so allein sitzt, machts auch nicht wirklich Spaß. Beim Frühstück war es ähnlich. Es gab mehrere Tische, doch eigentlich frühstückte ich immer allein, nur einmal war noch eine kleine Familie mit im Raum. Zum Frühstück gab es eine Tasse Tee und zwei Toastbrote.

Natürlich wollte ich auch raus zu den Inseln, wie eigentlich nahezu jeder Tourist auf Fiji. Leider machte mir meine finanzielle Lage einen kleinen Strich durch die Rechnung. Ich war halt einfach zu wenig Arbeiten in Australien, hab zu viel gefaulenzt, haha! :) Ich hatte mich vorher bei Tobias A., den ich im YHA Hostel in Darwin kennengelernt hatte, erkundigt und mit ihm per Facebook geschrieben. Er war nämlich vor mir auf Fiji und hatte sich so einen Pass zum sogenannten “Island Hopping” besorgt. Da zahlt man dann einen festen Preis und kann anschließend über die Moorboote, die hier als Taxis agieren, sämtliche Inseln besuchen. Das ist ziemlich cool, somit kann man zum Beispiel jeden Tag auf eine andere Insel “hoppen”. Und wie gesagt, es gibt genug Inseln. Und jede hat wohl ihren eigenen Charakter. Es gibt Partyinseln, eher ruhigere usw. Allerdings war mir dieses Ticket zu teuer, somit entschied ich mich zunächst für 2 bestimmte Inseln, später aber dann doch für nur eine einzige, nämlich Malolo Island.

Immerhin brauchte ich ja auch noch Geld für die Woche in Korea. Malolo gehört zur Inselgruppe “Mamanuca” und ist von allen dieser Gruppe zugehörigen Inseln die größte. Sie liegt etwa 20km weit von Viti Levu entfernt. Der Chef vom Hostel meinte ich solle doch lieber auf eine andere Insel, da die anderen doch besser seien, aber ich blieb bei Malolo Island und kaufte bei ihm ein Hin- und Rückfahrt Ticket und die Unterkunft dort.

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In Sydney angekommen, fühlte ich mich heimisch und total vertraut. Natürlich hatte ich mir wieder im Voraus ein Hostel gebucht. Kathy wollte ich nicht wieder “belästigen”, zumal  sie irgendwie auch nicht mehr auf meine SMS reagierte. Das Hostel lag halbwegs zentral, es war zu Fuß noch einigermaßen gut zu erreichen. Allerdings war es auch nur eines der Sorte “Über der Bar ein paar vergammelte Zimmer für ein zusätzliches Zweiteinkommen vermieten”. Ich musste beim Barpersonal während dem normalen Barbetrieb einchecken und erhielt dann den Schlüssel für mein Zimmer. Ich war in einem 10-Bett Zimmer. Für die letzten Tage war mir das alles „Wurst“. Die Leute im Zimmer waren alle völlig in Ordnung.

Das Zimmer war ziemlich heruntergekommen, die mobile Klimaanlage war defekt. Es gab einen Minibalkon, der aber total dreckig war. Schaute man von dort aufs Dach, wurde einem Übel: Kippen, vergammelte Turnschuhe, alte Flaschen, Staub…Die Küche war mitunter am “modernsten”. Allerdings gab es nur einen Minikühlschrank, der total vollgepackt war. So voll, dass die Tür meistens nicht richtig schloss und von selber wieder aufging. Hier wurden mir auch zwei Mal Lebensmittel geklaut. Die Idioten. Die Dusche und das Bad an sich waren in Ordnung. Ich kam mir bei diesem Sydney Aufenthalt ziemlich komisch vor. Total selbstsicher irgendwie. Immerhin war ich bereits zum 3. Mal in Sydney und vor allem schienen mir fast alle Mitbewohner in meinem Zimmer ziemliche Neuankömmlinge zu sein. Ich war derjenige, der schon alles gesehen hatte und 6 Monate im Land unterwegs gewesen war.

Ich wusste, was da draußen so abging, die anderen noch nicht. Es kam mir zudem so vor, als wenn nun ein großes  Buch zugeklappt würde, weil die Geschichte zu Ende ist. 6 Monate zuvor wurde ein dickes, fettes Buch aufgeklappt, in dem spannende Kapitel mit vielen Abenteuern auf mich warteten. und jetzt, 6 ein halb Monate später, war es Zeit das Buch zu zuklappen. Noch anschaulicher machte mir das Bildnis mit einer Schatztruhe meine Situation: Als ich vor 6 Monaten hier in Sydney ankam, war alles noch neu und ich machte die Schatztruhe auf und verschwand in ihr. Ich befand mich für gut 6 Monate in einer anderen Welt, mit vielen tollen Erlebnissen und neuen Bekanntschaften. Wie in einem Traum. Jetzt bin ich wieder in Sydney und muss aus diesem Traum aufwachen und die Schatztruhe langsam wieder schließen. Es war toll, die Welt in der Schatzruhe kennen gelernt zu haben, aber leider ist es nicht meine Welt, leider, leider, leider. So fühlte ich mich.

Ich nahm erneut Kontakt zu Louis auf, der inzwischen auch wieder in Sydney lebte. Er war in eine WG in Strathfield gezogen. Strathfield ist ein recht stadtnaher Bezirk von Sydney. Er war aber auf Jobsuche, fand bisher aber leider nichts. Ich traf mich ein paar Mal mit ihm auf ein paar Bier und koreanisches Essen. Als ich eines Abends von der City zurück zu meinem Hostel lief, sprach mich in einem Park, den ich durchquerte ein Typ an. Wir kamen ins Gespräch, wobei ich zunächst erstmal mein Geld gut festhielt. Mir war nicht mulmig bei dem Kerl. Ich erzählte ihm, dass ich bereits etwa 6,5 Monate hier sei und jetzt das Land verlassen werde, um nach Fiji und nach Korea zu fliegen. Außerdem sprachen wir über Darwin und er erzählte mir, dass er dort einige Zeit lebte und gearbeitet hatte.

Ich erzählte ihm von Andy, einem in Darwin sehr auffallendem Mann aus dem Souvenirshop. Und lustigerweise konnte er sich an ihn erinnern! Der Typ begleitete mich auf dem Weg bis zu meinem Hostel. Dort angekommen verabschiedeten wir uns und ich ging hoch. Ob er ursprünglich was anderes vor hatte oder einfach nur nett plaudern wollte…ich weiß es nicht:)

Die letzten Tage verbrachte ich mehr oder weniger mit dem Planen, wie es in Fiji und in Korea weitergeht. Ich nahm Kontakt zu Dawoom auf, der Freundin von Louis. Sie war inzwischen wieder in Seoul. Ich wollte sie dann natürlich treffen, wenn ich in Seoul bin. Dann musste ich natürlich auch noch zur Westpac Bank, mein Bankkonto auflösen. Das ging unproblematisch. Das noch vorhandene Geld wurde mir auf mein deutsches Bankkonto ausbezahlt. Anschließend bin ich auch nochmal in die Work & Travel Company und habe mich dort auch als “Arbeitssuchender” abgemeldet.
Als ich in der City unterwegs war, und damit meine ich wirklich City, also George Street, blieb ich auf einmal plötzlich stehen, da ich an zwei Personen vorbeilief, die ich kannte. Es waren die beiden asiatisch aussehenden Kanadier, die ich auf dem Great Barrier Reef Trip kennengelernt hatte. Es war echt ein riesiger Zufall. Um uns herum liefen tausende Asiaten, Sydney eben.

Schulklasse beim Outdoor-Unterricht, Sydney

Schulklasse beim Outdoor-Unterricht, Sydney

Denkmal an die Olympischen Spiele 2000 in Sydney

Denkmal an die Olympischen Spiele 2000 in Sydney

Und trotzdem trafen wir uns zufällig mitten in der Innenstadt von Sydney. Wir blieben einen Moment stehen und brachten uns auf den neuesten Stand. Wer weiß, vielleicht würden wir uns ja nochmal irgendwo treffen? Wobei das zugegebenermaßen absolut und wirklich vollkommen unmöglich wäre. Ansonsten nahm ich nun so langsam innerlich richtig Abschied von Sydney und Australien und wollte nun auch endlich das Päckchen aus Deutschland bei der Post Filiale in der Pitt Street abholen. Dort gab es einen Schalter, an dem ich einen Herrn nach der Sendung fragte. Aber: es war nicht da. Auch nach zweiter, intensiver Suche fand er es nicht und auch keinerlei Informationen darüber. Mit leeren Händen zog ich also wieder von dannen. Neben dem Busbahnhof der Grey Hound Busse, lies ich mich an einem Café Tisch nieder und rief direkt bei der Australia Post an. Inzwischen bereitete es mir keine Probleme mehr, auch solche Dinge auf Englisch & telefonisch zu erledigen.

Was folgte war, ohne Witz, ein einstündiges Telefonat mit der Hotline der Australia Post. Zunächst wollte man zu allererst immer erstmal die Sendungsnummer des Pakets. Daraufhin musste ich halt erstmal erklären, dass es in Deutschland nicht immer eine Tracking Nummer gibt. Beim günstigeren Päckchen gibt es halt keine Sendungsnummer, beim teureren Post Paket aber schon. Die Sendung wurde aber von meiner Mutter als Päckchen versendet, demnach lag uns keinerlei Sendungsnummer vor. Das sorgte für Chaos, denn ohne Sendungsnummer kann man im System nicht suchen. Da helfen auch Daten wie Empfänger, Absender, Herkunftsland etc. nicht. Ich erklärte halt die ganze Geschichte nochmal, also dass das Päckchen in Darwin auf jeden Fall schon einmal gesichtet worden sei, da der Postbote es zustellen wollte, aber niemand da war.

Dann ging es zur Post in Darwin. Daraufhin stellte mich die Service Mitarbeiterin in die Warteschleife und rief bei der Post in Darwin an. Dann kam sie zu mir zurück und bestätigte, dass das Päckchen auf jeden Fall in Darwin erfasst wurde und auch nachweislich von Darwin nach Sydney gegangen ist. Es müsste also auf jeden Fall in Sydney sein oder zumindest gewesen sein, aber mehr Informationen liegen nicht vor, warum, ist unklar. Jedenfalls telefonierte ich eine Stunde lang und das Ende vom Lied war im Prinzip nach wie vor Unwissenheit. Keiner weiß, wo das Ding jetzt ist und warum es nicht einfach in Sydney zur Abholung bereit liegt. Whatever – ich schrieb das Päckchen ab und vergaß die Sache dann endgültig.

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Meine nächste Busfahrt mit dem Greyhound Bus ging 300km weiter hoch nach Townsville. Ich hatte die Fahrt schon vor einigen Tagen gebucht, wusste da aber noch nicht, dass Queensland nach der schlimmen Flutwelle eine weitere Unwetterkatastrophe zu verkraften hatte. Zyklon ‘Yasi’, ein Wirbelsturm, der sich nahe der Fiji Inseln gebildet hatte, war auf dem Weg westlich an die australische Küste auf der Höhe zwischen Townsville und Cairns. Also genau dem Gebiet, in dem ich unterwegs sein wollte. Cairns war dabei wohl nicht das Problem, da es eine große Stadt war, aber die kleineren Orte würden hart getroffen werden hieß es. Yasi erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 285 km/h und riss manch kleine Ortschaft wirklich komplett kaputt. Zum Zeitpunkt des Sturms war ich aber noch in Airlie Beach. Diese Region war zu weit südlich und nicht betroffen.

Der Sturm ging, vor allem weil er direkt nach den schlimmen Fluten kam und auch wieder das angeschlagene Queensland traf, durch die Nachrichten auf der ganzen Welt. Meine Mutter machte sich ein bisschen Sorgen und rief hin und wieder an. Die Fluten waren ja in Queensland inzwischen nicht mehr schlimm, dafür gab es nun in Victoria auf Grund andauernder Regenfälle heftige Überschwemmungen. Auch hierrüber wurde nun überall intensiv berichtet. “Da hab ich mir aber einen spannenden Zeitpunkt für meine Reisen ausgesucht…” dachte ich mir immer wieder. Als ich in Townsville ankam, war Yasi aber bereits vorüber. Ich begab mich zu meinem gebuchten Hostel oder eher gesagt eine Art Guesthouse. Es waren nicht viele Leute dort und ich teilte mir mein 4-Bett Zimmer mit nur einem Typen. Toll war, dass es kostenfreien Zugang zum Internet gab. Und zwar zeitlich uneingeschränkt. Ich musste also nicht irgendwo in ein Kaufhaus und Pseudo Kaufinteresse bekunden, um E-Mails, Facebook und Co. zu nutzen.

Es gab direkt neben der Rezeption einen kleinen Raum mit alten Rechnern. Es waren noch so tolle, riesige Röhrenbildschirme. Die Rezeptionistin bat ich mir gegen kleines Entgelt ein paar Unterlagen für den Taxrefund / die Steuererklärung einzuscannen und zuzuschicken. Hier hatte ich nämlich noch mal Zeit und Ruhe und konnte mich dem Thema Steuerrückerstattung widmen, ohne jede Minute auf die Uhr schauen zu müssen, weil jede Minute kostet. Den Payroll summary report hatte ich inzwischen endlich von Rhianna zugeschickt bekommen. Sie hatte mich angerufen und sich entschuldigt, nur hätte es Probleme gegeben, den Report noch vor Ende der aktuellen australischen Steuerperiode zu erstellen. Whatever…Ich hatte meine Unterlagen zusammen und nun alles an supertaxrefunds weitergereicht. Alles Weitere war nun deren Angelegenheit (so glaubte ich).

Neben mir saß ein rothaariger Aussie und sprach mich an. Neben ihm lag eine Tageszeitung, auf dessen Titelseite sich ein Foto von ihm befand. Um ehrlich zu sein, viel es mir schwer, ihn zu verstehen. Sein Slang war ganz schön heftig. Verstanden hatte ich aber, dass er Yasi live miterlebt hatte. Er sagte, es sei sehr sehr heftig gewesen. So heftig, dass er sich kaum auf der Straße halten konnte. Die ganze Stadt sei vorher auch evakuiert und in Schutzgebäuden untergebracht worden. In dem Zeitungsbericht ging es wohl nun darum, dass einige Geschäfte der Plünderung zum Opfer gefallen sind. Und dazu wurde er interviewt. Entweder weil er Beschuldigter war oder Plünderer gesehen hatte oder so, keine Ahnung mehr. Die kleinen Geschäftsstraßen in der Innenstadt von Townsville befanden sich voll in Baustellen. Es war kein interessanter Anblick.

Auch Townsville war nach wenigen Tagen durchgesehen und dann auch irgendwie uninteressant. Immerhin gab es hier auch ein Monsoon’s Restaurant. Leider war es geschlossen, aber es weckte tolle Erinnerungen an unsere tagtägliche Mittagessen im Monsoon’s in Darwin. Ansonsten gab es nicht viel, in Townsville beginnt der Tourismus des Great Barrier Reefs, da “es vor der Haustür liegt”. Aber ich würde sagen, die meisten fahren von Townsville mit der Fähre auf Magnetic Island (die Aboriginals sagen “Yunbenun”), eine nahe gelegene Insel, die offiziell zum Stadtgebiet von Townsville gehört. Auf der Insel leben gut 2000 Einwohner und für Touristen bietet sie halt schöne Buchten mit Korallenriffen und Eukalyptus Wälder mit den dort lebenden Koalas. Die Klimaanlage in meinem Zimmer war eine der heftigsten, die ich je erlebt habe. Alter Falter, die hat das Zimmer nachts so dermaßen runtergekühlt, dass mir arschkalt war und ich richtig gefroren habe.

Der eine Typ ist früh morgens immer auf die Arbeit. Als er weg war, habe ich immer erstmal die Anlage wieder ausgeschaltet und versucht, noch ein bisschen zu schlafen. Nebenbei hab ich dann immer noch ein bisschen mit Meiner Freundin gechattet, in Deutschland war es später Abend. Als ich dann das nächste Mal an den Rechner ging und meine E-Mails abrief, hatte ich ein Problem. Greyhound schrieb mir, dass mein bereits gebuchter Bus nach Cairns auf Grund der Straßenbeschädigungen die Yasi hinterlassen hatte, abgesagt wurde und die ganze Woche kein Bus mehr fahren würde. Das war ziemlich kacke, da ich definitiv irgendwie nach Cairns musste, um meinen Rückflug nach Sydney zu kriegen. Ich rief also bei Greyhound an. Dort sagte man mir, dass die Highways zwischen Townsville und Cairns durch Yasi verwüstet und überflutet worden waren und deshalb der Busverkehr auf dieser Strecke eingestellt wird. “Toll…” dachte ich mir. Sie würden alles tun, was sie können, könnten derzeit aber noch nicht sagen, wann die Busse wieder fahren. Jetzt war die Kacke leicht am Dampfen. Nur leicht, weil ich ja noch genügend Zeit zu meinem Flug von Cairns nach Sydney hatte.

Ob ich jetzt eine Woche später nach Cairns komme, war nicht dramatisch, aber halt doof. Ich hatte ungefähr 9 Tage in Cairns eingeplant. Nur wusste ich halt auch nicht, wie lange die Busse nicht fahren. Es war halt diese nervige Ungewissheit. Zu meinem unglaublichen Glück erhielt ich später dann aber per E-Mail eine Benachrichtigung von Greyhound, dass sie einen einzigen Bus (anstatt üblicherweise 4) jetzt doch hochschicken und mich hierauf umbuchen konnten. Ich war glücklich, dass sichergestellt war, dass ich nach Cairns hochkomme. Ich checkte also aus dem Hostel aus und fuhr zum örtlichen Busbahnhof. Es war dort ganz schön voll, weil dort auch die Fähren nach Magnetic Island abfahren. Der Bus hatte total Verspätung, mind. 1 Stunde. Dann kam er endlich, aber es ging ziemlich drunter und drüber.

Denn nicht nur die Leute aus Townsville waren für diesen Bus angemeldet, sondern auch Transit/Umsteigepassagiere aus einem anderen Bus, der aus südlicher Richtung kam. Wir mussten nun also erst noch auf den anderen Bus warten. Unser Busfahrer war ziemlich gestresst und nassgeschwitzt. Durch die gecancelten Fahrten gab es viel Chaos im Ablauf. Und war wirklich der einzige Bus, den Greyhound nach Cairns hochschickte. Der Busfahrer war ein typischer seiner Art. Genüsslich rauchte er vor dem Bus seine Zigarette und lies locker und lässig den Chef raushängen. Die Leute wollten ihr Gepäck einladen und einsteigen, aber er konterte und verkündete laut redend, dass ihn jetzt keiner stressen kann und er nachdem er geraucht hat, ganz in Ruhe anfangen wird, die Leute reinzulassen. Es schien eine Art Selbsthilfe zu sein, um sich selber zu relaxen. Als dann endlich der andere Bus angekommen war und alle Leute umgestiegen waren, konnten wir mit knapp 2 Std. Verspätung unsere Fahrt ins etwa 350km weiter nördlich gelegene Cairns starten. Der Bus fuhr anders als üblich und irgendwo machten wir auch Halt, weil er Busfahrer Kurier spielen musste.

Greyhound hatte ihm Unterlagen mitgegeben, die er irgendwo zwischen Townsville und Cairns deponieren und auch selber andere Sachen abholen musste. Auch hier merkte man, dass sich alles auf diesen einen Bus konzentrierte. Dann fuhren wir weiter. Die Fahrt war wirklich interessant, obwohl es natürlich überwiegend einfach nur das endlose, langweilige Outback war, durch das wir fuhren. Dennoch konnte man immer wieder die Ausmaße von Yasi sehen. Verwüstete Dörfer, in denen Leute am Aufräumen waren, zogen an uns vorbei.

 

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Stolze 800 km ging es nun entlang der Ostküste weiter nach oben. Eine lange Nachtfahrt lag hinter mir, als wir in den frühen Morgenstunden bei strahlendem Sonnenschein in Airlie Beach ankamen. Gegen 5 Uhr morgens fand auch ein Fahrerwechsel statt. Die Geschäfte in Airlie waren noch geschlossen, das Hostel hatte die Zimmer logischerweise noch nicht fertig gerichtet. Ich checkte im Nomads Hostel ein und ließ mein Gepäck verstauen. Nomads ist eine der größeren Hostelketten in Australien. Dann unternahm ich eine erste Erkundungstour im Ortsinneren. Airlie Beach hat nur 2750 Einwohner und ist nicht wirklich groß. Der Tourismus hier dient eigentlich nur den Whitsunday Islands und dem Great Barrier Reef. Fast alle Backpacker und Touristen reisen in Airlie Beach an und fahren dann kurzerhand auf die Whitsunday Islands oder zum Reef.

Wobei der wirkliche Tourismus des Great Barrier Reefs eher noch nördlicher, in Cairns, stattfindet. Jedenfalls hat Airlie auf Grund der nahegelegenen Whitsunday Inseln auch einen schicken Yachthafen. Direkt im Ortskern gibt eine sehr schöne rundliche Bucht mit einem kleinen Sandstrand. Hier kann man nett Sitzen und auch an den öffentlichen Grills ein Barbecue veranstalten. Schwimmen ist im Meer allerdings wegen giftigen Quallen verboten. Deswegen hat auch Airlie Beach direkt nebenan eine künstlich angelegte, öffentliche und kostenfreie Lagune / Pool. Ist nett anzusehen und drumherum auch mit gemütlicher Wiese angelegt worden. Gegen Vormittag bin ich dann wieder ins Hostel zurück und habe nach meinem Zimmer gefragt. Das Hostel hatte nach hinten raus ein eigenes Gelände, auf dem einzelne Bungalows verteilt waren.

Ich hatte nach längerem mal wieder das Glück kostengünstig in einem 4er Zimmer zu schlafen und war überrascht, das ich der erste im Bungalow war und auch blieb. Ich hatte das ganze Bungalow für mich alleine, was ziemlich cool war. Dadurch, dass es einzelne Bungalows und nicht nur Zimmer in einem großen Haus waren, war alles viel weiträumiger und ruhiger. Die Hostelanlage war ziemlich angenehm. Klar, ich musste immer damit rechnen, dass jederzeit jemand einfach so reinkommen könnte, um einzuziehen, aber trotzdem. Nach einigen Tagen standen dann auch tatsächlich abends, als ich aus der Stadt zurückkam, ein paar mehr Taschen im Zimmer, als noch am Morgen. Ein junges Pärchen war eingezogen, aber nach 1 oder 2 Nächten auch schon wieder weg, weil sie auf die Inseln rausgefahren sind. Ja und ich, ich verbrachte die Tage eigentlich nur in Airlie Beach, machte ein paar Wanderungen in die nähere Umgebung. Entlang der Küste war es bergig und man konnte dort gut wandern. Ich hatte von dort oben ziemlich schöne Sichten. Einen Trip zu den Inseln konnte ich mir nicht wirklich leisten, hatte aber auch irgendwie nicht wirklich Lust.

Ich fand es abartig, was die Veranstalter für die Trips zum Uluru, Great Barrier Reef, Fraser Island, Whitsunday Islands usw. verlangen. Viel mehr Sightseeing gibt es in Airlie Beach nicht. Im Bungalow hatte ich des Öfteren Kakerlaken, was ziemlich eklig war. Es lag aber nicht an Unhygiene, sondern einfach am Klima. Dank Kathy wusste ich aber ja, wie vorzugehen war: Einfach mit dem Schuh oder irgendwas anderem einmal Kicken, sodass das Viech auf dem Rücken liegt. Die Klimaanlage funktionierte leider irgendwann nicht mehr richtig. Ich machte die Abdeckung auf und stellte fest, dass alles total vereist bzw. mit Schnee bedeckt war. Ich entfernte diese Schicht und siehe da, die Klimaanlage kühlte wieder richtig. Leider aber nur eine kurze Zeit, bis sich wieder eine Schneedecke gebildet hatte.

Als ich eines Morgens an der Bucht war, traute ich zunächst meinen Augen kaum. Lag dort doch tatsächlich auf einer Art Stromkasten ein Smartphone herum, das über die danebenliegende Steckdose aufgeladen wurde. Es war aber kein Besitzer in unmittelbarer Nähe ausfindig zu machen. Ich beobachtete das Telefon einige Zeit, niemand kümmerte sich darum. Ich ließ es zunächst einmal liegen. Als ich am Nachmittag zufällig wieder dort war, lag das Handy immer noch dort und ich war mir sicher, dass es jemand vergessen hat. Es waren inzwischen ja einige Stunden vergangen. Ich hatte also den Plan, es mitzunehmen. Zunächst mal observierte ich die unmittelbare Nähe. Keiner zu sehen, der sich um das Telefon sorgte.

In weiter Ferne wurde ich von ein, zwei Typen beobachtet. Sie waren aber so weit fern, dass ich nicht erkennen konnte, ob sie mich anschauen oder nur in meine Richtung. Jedenfalls hinderten die Typen mich daran, das Smartphone mitzunehmen. Ich blieb bestimmt eine Stunde dort und beobachtete alles. Irgendwann wagte ich es, und nahm das Handy erstmal in die Hand und schaute es mir an. Wenige Momente später aber kam dann direkt schon der eine Typ angerannt und maulte mich an. Scheinbar war es sein Handy. Ich sagte, ich hätte mich nur gewundert, weil es ja schon so ewig lange rumliegt und versicherte, dass ich sonst nichts gemacht hatte. Er nahm es an sich und zog wieder ab. Schade, ein gut funktionierendes Smartphone wäre praktisch gewesen :D  Um kostenlos online zu gehen, bin ich hier immer in eines der Reisebüros, die sich auf Backpacker spezialisiert hatten. Die werben ja oft mit kostenfreiem Internet, um die Leute anzulocken. Leider wollte mir der Typ dort gleich irgendeine Tour aufschwatzen. Ich sagte dann, dass ich noch heute abreisen würde, damit er mich in Ruhe ließ. Blöd eigentlich, denn somit musste ich dann immer einen Bogen um den Laden machen und konnte auch dort nicht mehr zum kostenlosen Surfen hingehen.

Ich hatte etwas Zeit mich nochmal mit dem Thema Taxrefund / Steuerrückerstattung zu befassen und  bei zwei, drei Agenturen mal angerufen und mich über Preise und Services informiert. Später hatte ich mich für die eine (der unzähligen Agenturen) entschieden, bei der auch die Schanzerin ihren Refund hat machen lassen: supertaxrefunds.com.au  Sie wurde durch einen Flyer im Flinders Backpacker auf diese Agentur aufmerksam und hatte innerhalb von 3 Wochen ihre Steuern zurückerhalten. Das ist ein guter Geschäftsbereich, der sich sicherlich lohnt. Viele Backpacker scheuen sich, sich mit australischen Steuerunterlagen und der Steuerbehörde auseinander zu setzen und lassen das deshalb lieber die darauf spezialisierten Steuerbüros machen. Eigentlich wollte ich das ja, allein schon aus Interesse, unbedingt selber machen und mir damit gleichzeitig auch noch die $AUD 90.00 sparen, die supertaxrefunds berechnete, aber was sollte ich schon tun? Mein Laptop, an dem ich das in Ruhe machen wollte, war kaputt und ich hatte mich deswegen auch überhaupt nicht mehr informiert, wie das Ganze von statten zu gehen hat.

Ich versuchte mein Glück und rief in der Agentur an. Lustigerweise konnte der Typ, der dann für mich zuständig war, deutsch. Er schickte mir per E-Mail ein paar Unterlagen, die ich dann ausfüllen, unterschreiben  und zurücksenden musste. Hier kam es aber zu neuen Problemen. Bluestone Recruitement, die Personalvermittlung, für die ich in Melbourne gearbeitet hatte, kam nicht in die Gänge. Für die Steuerrückerstattung benötigte ich noch den  sogenannten „Payroll summary report“. Das ist eine Gesamtübersicht aller Einkünfte, gearbeiteten Stunden, Überstunden usw. für den jeweiligen Zeitrahmen, in dem ich beschäftigt war. Und den hatte man mir bisher noch nicht zukommen lassen. Aus dem Working Hostel in Bundaberg hatte ich alle Unterlagen zusammen, aber aus Melbourne nicht. Und Rhianna, die damals für uns zuständige Vermittlerin, war kaum zu erreichen und rief mich auch nie zurück. Zwar hätte sich auch supertaxrefunds darum gekümmert, aber das kostete extra. Deshalb habe ich lieber selber hinterher telefoniert.

 

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Am 3. Tag war ich für eine andere Farm eingesetzt. Wieder mit dem Estländer und ein paar anderen aus unserem Hostel, aber nicht aus unserem Zimmer. Diesmal ging es auf eine Pineapple (= Ananas) – Farm. Die war schon viel riesiger und als Mario’s Farm. Wir waren ein Team von ca. 8 Leuten. Auch hier waren ein paar Festangestellte Aussies dabei. Ansonsten ein paar Engländer und ein Franzose, den bald alle nur noch “Frenchy” nannten. Die festangestellten Australier waren in der Gruppe mehr oder weniger die Chefs. Sie kannten auch unseren Big-Boss, den Farm Besitzer.

Der tauchte persönlich aber nie auf. Außer einmal, wo er sich angekündigt hatte. Da waren alle aufgeregt und jeder achtete darauf, nicht unangenehm aufzufallen. Ich habe den Chef aber auch nur ganz kurz gesehen. Wir hatten einen schicken Geländewagen mit Klimaautomatik und einen Pickup zur Verfügung, um raus auf das weite Feld zu kommen. Jeder griff sich also ein Paar der versifften und stinkenden Arbeitshandschuhe und machte noch seine Trinkflasche mit kaltem Wasser voll. Die Australier hatten am Eingang der Farm kleine Appartements, sie lebten dort vorübergehend. Die Plätze im Geländewagen waren auf Grund der Klimaautomatik am begehrtesten. Am Feld angekommen staunten wir nicht schlecht.

Wir durften jetzt erstmal Felder bearbeiten, auf denen gar keine Ananas mehr waren, sondern nur noch deren restlichen Pflanzenteile. Dabei waren wir in Gedanken doch alle schon längst am “Ananas en Masse” essen. Eine ziemliche Enttäuschung. Wir legten unsere Sachen auf der Ladefläche eines Farmerfahrzeugs ab. Es war eine Maschine mit Förderband, das über das Feld ragte. Die Maschine wurde ganze langsam von einem Traktor gezogen. Also auf dem Gehweg neben dem Feld fuhr ganz langsam ein Traktor vorwärts, der die Maschine hinter sich her zog. Die Gruppe verteile sich nun nebeneinander auf dem Feld. Vor sich hatte man die lange Wanne mit dem Förderband, was zur Maschine am Gehweg verlief.

Dadurch, dass die Maschine ja langsam nach vorne gezogen wurde, lief die Wanne mit dem Förderband ja auch immer ein Stück vorwärts. Die Arbeit war also nun, bestimmte Pflanzenteile abzurupfen und vor sich in die Wanne mit dem Förderband zu werfen. Es ging dabei nur um bestimmte Pflanzenreste. Die Teile werden nämlich nach der Ernte der Frucht sortiert und zum Teil anderweitig wieder verwertet. Dummerweise hatte ich das Glück neben Jeff (eigentlich Jeffrey) zu arbeiten. Der Typ war um die 50 und ein bisschen komisch. Er sprach öfter mit sich selbst und roch etwas modrig. Er war geistig irgendwie ein bisschen unterbemittelt, keine Ahnung. Jedenfalls hatte er Spaß daran, nicht nur seine Arbeit zu machen, sondern beobachtete nebenbei noch peinlich genau, ob ich nicht eine Pflanze vergessen habe. Und wenn, dann machte er mich jedes Mal darauf aufmerksam. Irgendwann nervte mich das und ich lachte nur noch. Er war selber nur ein Arbeiter wie ich und kein Chef der Gruppe. Nur was einen noch mehr ärgerte war, dass er nie Erschöpfung zeigte. Als wenn ihm der behinderte Job auch noch Spaß machte, ging er jeden gottverdammten Morgen mit Spaß an die Arbeit.
Naja, und so ging es Stück für Stück immer weiter vorwärts bis zum Ende des Feldes. Und dann die zweite Hälfte des Feldes in die andere Richtung wieder zurück. Zwischendurch machten wir immer ein bisschen Pause und legten uns auf die Ladefläche der Ananas Maschine.

Mit der Zeit wuchs die Gruppe etwas zusammen und die anfangs noch sich als Chefs aufspielenden Australier wurden lockerer. Wir machten deutlich mehr Pause als eigentlich erlaubt, nämlich nach fast jeder Runde. Täglich arbeiteten wir von 6/7 Uhr in der früh bis abends um 17/18 Uhr, also zwischen 10-12 Stunden. Abends wurden wir dann wieder vom Bus-Shuttle des Hostels abgeholt, mal pünktlich, mal unpünktlich. Es gab immer irgendwie Stress zwischen Hostel und Arbeitern. Als ein paar Tage später um 5.30 Uhr Abfahrt vom Hostel war und einer unserer Kollegen um 5.31 Uhr auftauchte, wurde er eiskalt rausgeworfen und verlor damit seinen Job auf der Farm. Wegen 1 Minute Verspätung. Das uns dieser dumme Busfahrer abends nach hart getaner Arbeit aber mitunter mal 45 Minuten hat warten lassen, war natürlich egal. Jedenfalls waren die Australier aus unserer Gruppe cool drauf und bauten Kontakt zum Chef auf. Der nahm unseren Kollegen aus dem Hostel dann selbst unter Vertrag und stellte ihn direkt ein, ohne ein mitverdienendes Hostel dazwischen. Somit verdiente er sogar mehr pro Stunde als wir.

Inzwischen waren wir mit den ersten Feldern durch. Unsere nächste Aufgabe bestand darin, rumliegende Stöcke aus Feldern aufzusammeln, da diese für eine anstehende Aussaat stören würden. Das klingt ziemlich einfach: Stöcke sammeln und dafür Kohle kassieren. Wenn man das aber 10 Stunden in knallender Sonne macht, ist das ein richtiger Drecksjob. Den besten Job hatten meistens die Australier, da Sie abwechselnd die Maschinen/Traktoren fahren durften und somit nichts Körperliches machen mussten. Typisch ich, zog ich irgendwann meine Schuhe aus und lief als einziger barfuß über die Erde. Es war so verdammt wohltuend für meine Füße, da der Boden uneben und trotzdem weich war. natürlich war das arbeitsrechtlich verboten und irgendwann durfte ich dann auch nicht mehr, da die Australier meinten, dass der Boss mal vorbeikommen würde und ich deswegen meine Schuhe wieder anziehen solle, sonst gäbe es Ärger. Ein paar Kollegen wollten mich auch verarschen und versuchten mir einzureden, dass an manchen Stellen unter der Erde auch Schlangen leben und sie deshalb niemals hier barfuß laufen würden. Ich hielt das für Quatsch.

Frösche gab es des Öfteren, aber Schlangen? Nicht eine einzige habe ich gesehen. Wer einen Frosch fand, gab immer laut Bescheid, ließ ihn an einem Bein zappeln und warf ihn hoch in die Luft. Es war so lustig, wie diese Tiere mit ausgestreckten Beinen durch die Luft Andygen und dann auf einmal irgendwo hinflatschten. […]
Eines Tages brachen wir unsere Arbeit frühzeitig am Nachmittag schon ab. Es waren 40 Grad und einer unserer (australischen) Kollegen hatte einen Sonnenstich erlitten. Wir riefen im Hostel an und bestellten den Bus, um uns abzuholen. Er kam zwar, aber natürlich ließ er ziemlich auf sich warten. Sonderabholwünsche waren nun mal unerwünscht. Dem australischen Kollegen ging es zwei Tage später wieder gut. Nur verspottet wurde er ein bisschen: war er doch Aussie und Hitze und Klima eigentlich gewohnt. Doch kein echter Aussie?!

Die weiteren Tage ging es endlich an die Ananas Felder. Und natürlich, wir durften auch Früchte essen und uns Ananas mit ins Hostel nehmen. Das war dann der angenehme Part des Jobs. Anders als auf Mario’s Farm bekamen wir aber leider nicht mit, was mit der gepflückten Frucht weiter geschah. Als wir Feierabend hatten, sind wir wieder in den Autos nach vorne gefahren und haben auf den Bus gewartet. Die Aussies boten uns die Duschen in den Appartements an und gaben uns Bier aus. Ich machte den Job seit einer Woche und hatte absolut keine Lust mehr. Ich entschloss mich, weitere drei Tage durchzuhalten und dann aufzuhören. Dazu gab ich dann im Hostel an der Rezeption Bescheid, dass ich aufhören möchte. Am nächsten Tag hatte ich dann schon frei. Ben, der Brite aus meinem Zimmer, wurde des Hostels verwiesen. Angeblich hatte er eine Nacht zuvor irgendwie im Vollrausch Stühle umgestellt oder sowas. Die Hostelmitarbeiter hatten das nun über die Überwachungskamera gesehen und warfen ihn deshalb direkt vor die Tür. Es war kein großer Akt, direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite war ein anderes Hostel, in das er zunächst einzog.

Ich hingegen hatte zwischenzeitlich meine weiteren Pläne geschmiedet. Bundaberg ging mir so auf den Keks, es war so dermaßen langweilig dort. Am Wochenende wusste ich nicht, was ich machen soll. Ich wollte schnell weiter. Mein nächstens Ziel entlang der Ostküste sollte Airlie Beach sein. Es liegt direkt an der Küste und ist das Tor zu den Whitsunday Islands, einer aus 74 Inseln bestehenden Inselgruppe, von denen nur 17 bewohnt sind. Viele Seevögel und Buckelwale sollen hier neben traumhaften hellblauen Stränden zu sehen sein. Ich buchte den Greyhound Bus und ein Hostel in Airlie Beach.

Mit dem Hostel in Bundaberg vereinbarte ich noch, dass Sie mir bitte die Abschlussabrechnung per E-Mail zusenden sollen.

Aussie School, Bundaberg

Aussie School, Bundaberg

Das klappte natürlich zunächst nicht, aber dazu später mehr. Ich checkte aus und begab mich mit meinem Rucksack zum lokalen Busbahnhof, wo ich vor gut 2 Wochen auch angekommen war. Es war schon leicht dunkel und direkt neben dem Busparkplatz war auch ein Hostel. ich traute meinen Ohren nicht, als ich eine Stimme hörte: Es war Ben. Er war nochmal umgezogen. Er erkannte mich und wie unterhielten uns kurz. Ich sagte ihm, dass ich keinen Bock mehr auf Arbeiten hatte und weiterziehe. Wir kappelten uns ein wenig, dann ging er weg. Mein Bus kam und ich verließ Bundaberg.

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Ich hatte mir weiter Gedanken gemacht und wollte dann doch nochmal irgendwas arbeiten, da ich dachte, so ein kleiner Finanzschub wäre nochmal was Feines. Ich dachte diesmal tatsächlich an sowas wie Fruitpicking. Ich war nur gut 120km von Bundaberg entfernt. Bundy ist für Fruitpicking eine recht beliebte Region. Dort hatte auch mein koreanischer Freund Louis 3 Monate lang Tomaten gepflückt. Deshalb versuchte ich Kontakt aufzubauen, damit er mir vielleicht einen Job klarmachen konnte. Nach ein bisschen Hin- und her aber, war klar dass das nicht ginge. Irgendwie war Louis bei einem Farmer, der ausschließlich Koreaner oder generell nur Asiaten einstellen würde oder sowas. Keine Ahnung…

Ich schaute mich nach ein paar Farmen um, auf denen ich vielleicht hätte arbeiten können, aber irgendwie wurde das alles nichts. Nichts frei, überall anrufen und nachfragen… Dann kam mir die Idee mit den Working Hostels. Dort bucht man sich ein Zimmer und lässt sich gleichzeitig einen Job vermitteln. Die Hostels stehen mit den Farmen in direktem Kontakt. Ich suchte mir also ein paar Adressen von solchen Hostels in Bundaberg raus und fuhr von Hervey Bay nach Bundaberg hoch. Es war dunkel, als ich dort ankam. Mein Hostel, zudem ich als erstes wollte, fand ich leider nicht, deshalb bin ich einfach direkt in das zentral gelegene “Central Backpacker’s” und fragte erst mal nach einem Zimmer für eine Nacht. Am nächsten Tag bin ich dann losgezogen und habe mir Bundaberg angesehen. Man kann es sich so vorstellen: eine sich durch 4 Kreisel durchziehende Hauptstraße. Die Kreise führen dann links und rechts zu ein paar Nebenstraßen. Das Ganze ist total überschaubar und eigentlich auch total langweilig.

Alles macht irgendwie um 19 Uhr zu und danach ist auch absolut gar nichts mehr los. Ich bin in zwei, drei Hostels und fragte zwecks Fruitpicking-Job. Letztlich blieb ich im Central Backpacker’s und meldete mich für einen Fruitpicking Job an. Nur mit einem Job würde sich der Tag in Bundaberg durchhalten lassen, die Zeit würde sehr wahrscheinlich schneller vergehen. Mir ist dann auch noch eingefallen, dass ich mir wohl noch entsprechende Klamotten besorgen sollte, wenn ich schon auf dem Feld arbeite. Deswegen bin ich direkt in die örtlichen Shops und hab mir das billigste T-Shirt, die billigste Hose und die billigsten paar Schuhe gekauft, da die sowieso total eingesaut werden. Wenn ich mich an den Laden erinnere, in dem ich die Sachen gekauft hab, muss ich immer an das Lied von Kesha – “We are who we are” denken. Das Lied war zu dem Zeitpunkt chartmäßig ziemlich weit oben.

Es war beginnendes Wochenende und am Montag sollte es schon losgehen. Dafür musste man einen Vertrag unterschreiben, der dem Hostel von jeder gearbeiteten Stunde einen gewissen Dollar Betrag zusicherte. Anstatt bspw. 20,28 Dollar / Stunde wie in Melbourne bekam ich so nur 17,60 Dollar / Stunde. Das Hostel verdiente kräftig mit, ohne was zu tun. Zumindest verdienen sie unverhältnismäßig viel. Aber das Hostel stellte sich letztlich sowieso als ein ganz schön mieser Verein heraus. Die Stimmung zwischen Hostelmitarbeitern und Hostelgästen war nicht sehr gut. Für die Mitarbeiter waren wir Gäste wohl das erbärmliche Backpacker-Arbeiterpack ohne jeglichen Anstand. Meine Zimmergenossen waren Ben, ein Engländer, zwei, drei andere Kerle und zwei Brüder aus Estland. War echt interessant, denn Leute aus Estland hatte ich bisher noch nie getroffen. Selbst in Deutschland nicht. Estland hat ja auch gerade mal 1,3 Mio Einwohner. Ben war ein lustiger Vogel, mit dem ich des Öfteren rumscherzte.

Ich fand ihn so lustig, weil er so richtig typisches, sauberes, britisches Englisch sprach. Er war ganz nett drauf, wirklich was zusammen unternommen haben wir aber nicht. Er ging des Öfteren irgendwo feiern und hatte andere Leute, mit denen er die Zeit vertrieb. Es gab im Hostel einen großen Raum mit TV Leinwand, an der ich ab und zu Tennis guckte. Ansonsten gab es nur noch eine Tischtennisplatte. Mehr eigentlich nicht. Alles wirkte heruntergekommen, unser Zimmer erreichte man durch den recht dreckigen Hinterhof. Das Zimmer war auch nicht wirklich gepflegt. Es war ein 8er Zimmer und alles was uns zur Kühlung zur Verfügung stand war ein billiger Stand-Ventilator. Die sich immer wieder stauende Hitze im Zimmer war für mich das unerträglichste an allem. Aber die Führung des Hostels schienen die Zustände wohl nicht zu interessieren.

Oben durfte ich schlafen

Oben durfte ich schlafen

Wie gesagt, sie kehrten sich nicht wirklich um die Gäste. Sie boten eine halbwegs bezahlbare Unterkunft und vermittelten Jobs. Nach dem Motto: Friss oder stirb! An der Hostelrezeption hing sogar ein Zettel (in deutscher Sprache) über Sicherheitshinweise der örtlichen Polizei. Hinter der Tischtennisplatte wurden dann am Wochenende immer die Arbeitspläne ausgehängt. Dort musste man dann schauen, wann und wo man eingeteilt wurde.

Für mich hieß es Montag und Dienstag, 6 Uhr – Mario’s Sweet potatoes. Es waren nur der eine Estländer und ich eingeteilt. Mir wurde innerlich schlecht, als mir bewusst wurde, dass ich jetzt tatsächlich früh ins Bett muss, weil ich um 6 Uhr stramm stehen muss. Stramm stehen meine ich dabei sehr ernst. Unser Zimmer hatte eine Hintertür, die direkt um Parkplatz führte. Dort standen morgens immer die Busse bereit, die uns raus auf die Farmen fuhren. Man hatte pünktlich zu sein, sonst gabs Ärger. Man wurde also auf die einzelnen Busse verteilt und ich kam mir dabei vor wie so ein Pole in Deutschland. Die werden auch immer zu zwanzigst in einem Bus raus auf den Bau gefahren und wieder abgeholt.

Jedenfalls waren bei uns im Bus noch einige Asiaten. Ich freute mich, zu gern hätte ich mit Asiaten zusammengearbeitet. Wir kamen bei der ersten Farm an. Es war allerdings nicht Mario’s Sweetpotatoes, wo ich hinmusste. Es stiegen alle Asiaten aus. Der eine Estländer und ich waren die letzten im Bus. Als und der Fahrer auf Mario’s Farm rauswarf, kam ich mir ziemlich doof vor. Keine verkackte Menschenseele war dort. Der Bus fuhr wieder weg.

morgens 5.30 Uhr: Abfahrt auf die Farm

morgens 5.30 Uhr: Abfahrt auf die Farm

Es war so ca. 6 Uhr in der Früh. Totale Stille. Naja, ich dachte an die Arbeitszeit, die ja offiziell schon begonnen hatte und das damit sehr leicht verdiente Geld. Wir saßen also beide müde erstmal nur am Straßenrand rum. Der Estländer erzählte mir, er hätte schon mal auf ein paar Farmen gearbeitet, da er anhand meiner neuen Kleidung merkte, dass ich neu war. Er kam mit verdreckten Shirts und festem Schuhwerk daher, ich mit noch sauberen Turnschuhen.

Etwa eine halbe Stunde später kam dann jemand, es schien Mario zu sein. Ein etwas älterer Herr, so um die 70+ vielleicht. Aber noch recht gut in Schuss. Ihm folgten zwei mehr oder weniger fest angestellte Mitarbeiter, sehr komische Vögel. Der eine sah heruntergekommen aus, der andere sah zwar normal aus, machte er aber den Mund auf, dachte man ein Vogel spricht. Als wenn er gerade im Stimmbruch war, total verrückt. Naja, wir folgten eigentlich nur den Anweisungen und fuhren mit den beiden Typen raus aufs Feld. Mario blieb vorne am Eingang der Farm, wo auch eine Toilette und so war. Auf dem Feld mussten wir dann halt Süßkartoffeln ernten und in Kisten packen. Die Kisten kamen dann alle nach und nach auf den Pickup. Es war anstrengend, das auf Dauer und kniend in der Sonne zu mache

Und je voller die Kisten, desto schwerer. Und je schwerer, desto schwieriger war es auch, die Kisten hoch auf den Pickup zu hieven. Vor allem, weil dort gestapelt wurde. Schnell waren die unteren Plätze vollgepackt. Das hieß dann Kisten hochheben, was wiederum noch mehr Kraft beanspruchte. Als der Pickup voll beladen war, sind wir wieder vor gefahren, zu Mario. Dort wurden alle Süßkartoffeln in eine große Maschine geworfen. Sie lagen nun in einem Wasserbecken, damit der grobe Schmutz abgeht. Dann wurden die Süßkartoffeln von mir und dem Estländer mit Hilfe eines Besen abgeschrubbt, damit die noch hängengebliebene Erde auch abging. Über ein Förderband wurde die Ware dann weiter nach vorne geschickt, wo Mario und die anderen beiden Typen die Kartoffeln dann nach Qualität und Größe sortierten und schließlich in Holzkisten/Kartonagen verpackten.

Dann war das Ganze eigentlich auch schon verkaufsfertig. Zwischendurch hatten wir zwei, drei Mal Essenspause. Mario wirkte anfangs etwas streng, aber eigentlich war er gar nicht so. Im näheren Gespräch erzählte er, dass er die Farm eigentlich nur noch als Hobby betreibt, um ein paar Kunden zu bedienen. Dazu holt er sich dann immer ein, zwei Backpacker, die mithelfen. Es war ein gutes Gefühl, zu merken, dass er gar nicht so mies drauf war. Denn grundsätzlich hört man unter Backpackern immer, dass die Chefs der Farmen immer miesgelaunte Ausbeuter seien, die mit der Peitsche hinter dir stehen, wenn du mal 2 Minuten nicht arbeitest. Aber so war er zum Glück nicht. Auf Grund seines Alters war er doch eher lässig drauf und fragte nach, wo wir herkommen, was wir so machen und wer wir sind. Waren die Kisten also fertig gepackt, ging das gleiche Spiel von vorne los: Raus aufs Feld, Kartoffeln ernten, auf den Pickup laden, vor zum Eingang fahren, Kartoffeln waschen und verpacken. So gegen 17 Uhr ca. hatten wir dann Feierabend und wir sollten wieder mit dem Bus vom Hostel abgeholt werden. Sollten… Mario und seine Kumpanen waren inzwischen auch schon weg. Und so saßen wir dort allein auf der Farm herum und warteten wie die Idioten auf diesen Bus. Handyempfang gab es leider nicht.

Eine gute halbe Stunde zu spät kam dann der Hostel-Shuttle und nahm uns gnädiger Weise mit. Wir gesellten uns zu den anderen todmüden Arbeitern und fuhren ins Hostel. Im Hostel angekommen, ging es erstmal Duschen und Umziehen. Dann musste man sich mit Essen versorgen. Wie ich nun mal bin, bin ich oft mit ein paar anderen Kollegen einfach um die Ecke. In der 224 Bourbong Street gibt’s nämlich einen kleinen „Pizza Hut“ und der hatte immer günstige Tagesangebote. Das war perfekt für „nach dem Feierabend“. Und in der 226 Bourbong Street gibt’s auch einen „Red Rooster“. Das ist eine ausschließlich in Australien vertetene (Franchise) Fastfood Kette mit inzwischen 290 Filialen, die sich auf Brathähnchen, Pommes und andere Hühnerfleischprodukte spezialisiert. Im Hostel war dann halt Feierabendstimmung, man ruhte sich aus, guckte fern und ging zeitig ins Bett, um die harte Arbeit am nächsten Tag wieder zu schaffen.

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Ich überlegte wieder, wie ich weiterfahren soll und beschloss, nur 187 km höher, nach Hervey Bay zu fahren. Hier ist Sam, den wir in Darwin kennenlernten, beheimatet. Auch Hervey Bay hat grundsätzlich nichts Weltbewegendes zu bieten, aber mir es mal anschauen wollte ich schon. Ich buchte mich hier, nach längerer Zeit, mal wieder in einem echten YHA Hostel ein und buchte den Greyhound Bus hoch nach Hervey. Dort wieder das gleiche Spiel: Einchecken, Zimmer herrichten. Umgebung abchecken. Das Hostel lag zwar nur einen Steinwurf vom Strand entfernt, der Strand war aber auch total langweilig. Kein bisschen Wellengang…In die Stadt bin ich immer gelaufen, die Straße vom Hostel aus zog sich ca. 2-3 km, führte aber direkt ins Zentrum. Hier gab es dann wieder das obligatorische Shopping Zentrum mit allen benötigten Geschäften.

Außenterasse unseres Zimmers im Hostel, Noosa

Außenterasse unseres Zimmers im Hostel, Noosa

Ein paar Straßen weiter gab es einen kleinen Pizza Hut. Von dort rief ich dann auch mal meinen Vater an, da ich von meiner Mutter erfahren hatte, dass er auf Grund eines Magengeschwürs notoperiert wurde. Er war sehr überrascht über meinen Anruf und freute sich. Ich merkte, dass er gerne länger telefoniert hätte, aber ich konnte halt nicht länger als 20 Minuten nach Deutschland sprechen. Aber es ging ihm soweit wohl ganz gut, die Operation hatte er gut überstanden.

Auch ein Casino war in der Stadt. Für mich war vor allem die Außenwand interessant, da es dort eine Steckdose gab, an der ich des Öfteren mein Equipment (Notebook, USB Kabel, Handy) auspackte, um aufzuladen und online zu gehen. Vor allem, weil ich in meinem Hostelzimmer ein ungünstiges Bett abbekommen hatte. Einmal sprach mich ein Bediensteter des Casinos an und fragte, was ich da denn machen würde. Als ich ihm sagte, des ich nur kurz mein Notebook aufladen müsse und fragte, ob das in Ordnung sei, gab er mir die Erlaubnis. Auf meinem Rückweg zurück ins Hostel kam ich auch immer an so einer SB-Laundry (SB-Waschcenter) vorbei. Auch dort gab es Steckdosen. Und im Gegensatz zu allen andren Geschäften hatte dieser kleine Laden zum Glück sogar noch länger geöffnet. Zwar war der Laden mit Kamera ausgestattet, aber das hinderte mich nicht daran, dort abends tagtäglich auf dem Boden zu hocken, um mit Meiner Freundin in Deutschland zu chatten.

Es war der 26. Januar 2011 und das bedeutet: Australia Day! An diesem Tag feiern sich die Australier selber total ab. Bereits Tage vorher gibt es überall Landesflaggen, Schminke in den Landesfarben, Anhänger, FlipAndyps, Mützen und anderen Merchandise Krams. zu kaufen, um am 26.1. dann puren Nationalstolz zu zeigen und sich selber und seine Nation geil zu finden. Sogar Nutella hat eigens zum Australia Day eine eigene Sonderedition in der Nationalfarbe Gold rausgebracht.

Die Aussie Edition von Nutella anlässlich des „Australia Day“

Die Aussie Edition von Nutella anlässlich des „Australia Day“

Üblicherweise trifft man sich am Australia Day mit Bekannten zum Barby (Barbecue) und feiert die Ankunft der ersten britischen Siedler am 26. Januar 1788. Der Tag ist offizieller Nationalfeiertag und wird immer am 26.1. eines jeden Jahres gefeiert. Sollte dieser Tag aber auf ein Wochenende fallen, wird der arbeitsfreie Feiertag, wie in Australien üblich, am Montag nachgeholt. :)

„Australia Day“ zelebrierende Aussies am Strand von Hervey Bay

„Australia Day“ zelebrierende Aussies am Strand von Hervey Bay

Einige sehen diesen Tag jedoch skeptisch, da er letztendlich auch an die Unterwerfung der Aborigines erinnert, die ja schon lange vor Ankunft der Briten in Australien lebten. Grundsätzlich konnte ich aber eine lockere Feierstimmung wahrnehmen. Die Leute laufen halt, wie bspw. nach einem Sieg der deutschen Nationalelf bei einem WM-Spiel, mit Flaggen verkleidet durch die Straßen und rufen typische Schlachtrufe wie “Aussie, Aussie, Aussie – Oi, Oi,  Oi! Ich fand es aber sehr interessant zu sehen, wie leicht hier mit

Nationalstolz, fern von Sport, umgegangen wird. Ich denke nicht, dass in Deutschland ein “Germany-Day” so ohne weiteres möglich wäre.
Langsam wollte ich wieder weiterziehen. Von “1770” las ich dann des Öfteren. Der Ort heißt wirklich nur “1770” – in Erinnerung an James Cook, der 1770 dort mit seinem Schiff und seiner Truppe strandete. Der Name führt manchmal zu Verwirrung, da er nicht einheitlich gleich geschrieben wird. Manchmal wird er als “1770” geführt, manchmal aber auch als “Seventeen Seventy” (in Google Maps z.B.). Aber als unbedingt besuchenswert erschien mir “1770”, mit seinen gerade mal 221 Einwohnern, ehrlich gesagt nicht.

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Nach ein paar Recherchen, wo man entlang der Ostküste noch so stoppen könnte, kam ich zunächst auf das kleine Örtchen namens Noosa Heads. Es liegt nördlich der Sunshine Coast. Dort bin ich wieder mit dem Greyhound Bus hingefahren. Noosa Heads ist wirklich nicht groß. Am Busbahnhof kam extra ein Typ vom Hostel, um mich abzuholen. Er war total locker drauf, typisch Aussie halt. Eigentlich sollte wohl noch jemand ankommen, aber irgendwie kam der oder diejenige nicht. Deshalb sind wir alleine losgefahren. Er fragte, ob ich in Noosa etwas Bestimmtes vorhabe und verwickelte mich in ein bisschen Small-Talk. Er hatte eine ähnlich tiefe Stimme wie Samy Deluxe und alles war “no worries” und “that’s for sure”. Wir hielten noch an Noosa Junction, was das kleine Innenstadtviertel von Noosa Heads bezeichnet. Dort stiegen noch zwei Asiatinnen zu.

Der Typ vom Hostel erklärte mir, dass regelmäßig alle paar Stunden eben eine Art Shuttle vom Hostel zum Busbahnhof und durch die Stadt fährt, um Neuankömmlinge und Leute aus der Stadt aufzugabeln. Im Hostel angekommen, checkte ich ein. Es war ein kleines, eher familiäres Hostel. Der Chef war etwa 30 und Deutscher. Allerdings sprach er meistens doch lieber englisch. Nicht weil es ihm einfacher fiel, sondern weil er bewusst nicht deutsch sprechen wollte. Er zeigte mir kurz mein Zimmer und erklärte kurz die Einteilung und Regeln des Hostels. Es war nämlich etwas anders aufgeteilt. Es gibt etwa 4 kleine Häuschen, die aber eigentlich immer offen zugänglich waren. In jedem Häuschen hatte man zunächst eine Art kleines Wohnzimmer mit Couch, Tisch,TV, Kühlschrank, Wohnküche und Liegestühlen auf einer nach hinten rausgehender Terrasse und dann eben noch das eigentliche Hostelzimmer mit den Betten. Bei mir war es ein Viererzimmer. Neben mir waren noch zwei junge Ladys im Zimmer.

Ich glaube aus Kanada und England oder so. Sie hatten sich schon gut eingelebt und waren auch gut mit den anderen Leuten im Hostel befreundet. Wobei es nicht viele Leute waren, also das Hostel war weder sehr groß noch sehr voll. Generell verwirren sich halt eh nicht sooo viele Leute nach Noosa. Jedenfalls bemerkte ich, dass hier untereinander eine Gemeinschaft bestand und ich hatte Probleme mich einzuklingen. Deswegen war ich eher ruhig und machte mein eigenes Ding. Noosa war sehr uneben, es ging bergauf und bergab. Ich bin mal zum nicht weit entfernten Sunshine Beach gelaufen, doch es war sehr windig und grau. Leichter Regen setzte ein. Natürlich bin ich auch ab und zu mal in die Stadt gefahren, aber mehr als Noosa Plaza, ein kleines Einkaufszentrum, gab es nicht wirklich.
Ich lief an einem Taxrefund Office vorbei und nahm mir vor, mich diesbezüglich nochmal etwas genauer zu informieren.

Denn diese Steuererklärung wollte ich ja noch irgendeiner Firma in Auftrag geben. Zu meiner Bewunderung waren die Mädels gar nicht so typisch tussihaft drauf, wie oftmals der Fall. Sie bauten tatsächlich von sich aus Kontakt zu mir auf und fragten mich, ob ich nicht Lust hätte mit noch zwei anderen Typen einen Ausflug zum Noosa National Park zu machen. Das ist so ziemlich das Interessanteste, was es in Noosa gibt. Der Park liegt in einem Gebiet/Gebirge, das eben direkt an dem Sunshine Beach grenzt. Ich sagte den Mädels zu. Zu fünft sind wir dann losmarschiert. Neben uns dreien waren es noch ein lustiger Aussie und ein Typ aus Dänemark, die uns begleiteten. Wir sind erst zum Strand, da fing es schon an zu regnen. Aber wir entschieden uns trotzdem weiterzulaufen. Und das war ziemlich cool. Wir zogen die Schuhe aus und liefen barfuß den Berg zum Nationalpark hoch.

Barfuß-Wanderung im Noosa National Park bei strömendem Regen

Barfuß-Wanderung im Noosa National Park bei strömendem Regen

Es ging durch kleine Wanderwege, durch Matsch und über Steine. Es schüttete inzwischen wie aus Eimern, wir waren patschnass aber es war uns egal. Ich war der einzige, der bis zum Hostel alles barfuß lief. Für mich waren die Unebenheiten einfach nur toll. Wir sind einen kleinen Rundgang namens “Hell’s Gate Walk” gelaufen, der um die 2-3 Stunden umfasst. Man hatte von oben eine perfekte Sicht (vom miesen Wetter mal abgesehen), da der Berg halt direkt an der Küste liegt. Rundherum war nur der Ozean. Irgendwann wurde das Wasser besser und wir stoppten an einer Bucht, um zu schwimmen und zu plaudern. Wir kamen später dann an irgendeinem anderen Ende der Stadt wieder raus und mussten dann mit dem Bus zurück fahren. Vorher aber sind wir dann noch in ein Eiscafé und haben Eis gekauft. Ich muss sagen, dass es ein toller Ausflug war und ich es schön fand, in dieser kleinen Gruppe mal einen solchen ‘Nature-Walk’ zu machen.

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Viel mehr ging in Noosa aber auch nicht. Das eine Mädel aus meinem Zimmer hatte am nächsten Tag Geburtstag. Ich gratulierte ihr. Das typische aufgeregte Frauengekreische unter den beiden Mädels am Morgen war aber trotzdem total nervig: ‘Ooohh, you’re sooo cute, thank you honey…’ Es gab wohl ein paar Kleinigkeiten und einen Kuchen, weswegen sie am Morgen schon total aufgeregt war.

Wir bekamen noch eine junge Dame ins Zimmer. Deren Namen weiß ich leider auch nicht mehr, aber sie war sehr freundlich und zu ihr fand ich einfacher Zugang. Ich unterhielt mich mit ihr beim Fernsehen ein bisschen. Ihr Plan war es wohl tatsächlich in weniger Tagen nach Toowoomba zu fahren, wo sie eine Freundin besuchen wollte. Ich fragte sie, ob das sicher oder überhaupt möglich sei, denn dort war ja die Flutwelle gestartet. Doch laut ihren Aussagen ging das wohl.

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Ich hatte mir intensive Gedanken bezüglich meiner Rückreise nach Deutschland gemacht. Im Kopf bin ich meinen groben Fahrplan an der Ostküste durchgegangen und kam dann zu der Erkenntnis, dass ich noch ca. 1 Monat unterwegs sein werden würde bzw. in etwa 1 Monat brauchen werde, um die Ostküste nach Cairns hoch zu reisen. Und nach Cairns? Was soll ich dann machen? Die ganze Westküste ? Nee, irgendwie konnte ich mir das nicht vorstellen. Ich war nun gut 7 Monate in Australien, hatte mich gut an Land und Leute gewöhnt und inzwischen auch richtig Vorfreude auf Deutschland. Ich hatte kein negativ behaftetes Heimweh, sondern Vorfreude auf meine Rückkehr und die Veränderungen, die ich mir für Deutschland vorgenommen hatte: Auszug aus Frankfurt, ein neuer Job usw. 7 Monate Australien und die beiden Stopover
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auf Fiji und in Seoul waren für mich in Ordnung und mein Entschluss stand relativ unkompliziert fest: Ich entschied mich, meine Rückreise zu planen und zu buchen. Ich war unglaublich froh, dass ich das für mich so einfach entscheiden konnte und ich innerlich nicht entscheiden musste, ob ich doch noch länger bleiben soll oder nicht. Ich glaube, es wäre der Horror für mich gewesen, wenn ich diesen inneren Konflikt gehabt hätte, ob es richtig ist, nicht die vollen 12 Monate aus meinem Visum auszunutzen. Ich wagte einen Blick in den Kalender und plante gegen Mitte März wieder in Deutschland zu sein. Die Stopover sollten sich natürlich auch noch irgendwie lohnen, durften aber auch nicht zu lange sein, da jeder Tag nur Geld kostet und kein Geld bringt und mein Budget echt sehr sehr gering war.

Meine eigenen Ersparnisse aus Deutschland, die ich nach den ganzen Zuschüssen von meinen Eltern und meinen Verdiensten hier in Australien angespart hatte, waren inzwischen auch schon fast komplett aufgebraucht. Ich überlegte mir jeweils sieben Tage für Fiji und sieben Tage für Seoul in Korea. Also waren das insgesamt nochmal volle 2 Wochen Stopover-Urlaub nach meiner Ausreise aus Australien. Ich checkte online die Flugpläne und kam dann irgendwie auf den 11.3.2011 und dachte das wäre perfekt. Damit würde ich meine Mutter sicherlich ein schönes Geschenk zu Ihrem Geburtstag machen:) Andererseits kam mir dann für einige Momente die Idee, meine Rückreise niemandem in Deutschland mitzuteilen.

Was würde es geben, wenn ich still und heimlich einfach zurück fliege und eines Tages zu Hause auftauche? Zu gern würde ich Mamas Gesicht sehen, denkt sie doch, ich sei am komplett anderen Ende dieser Erde. Das wäre sowas von geil gewesen, oh mein Gott! Naja, aber letztendlich machte ich das doch nicht, weil ich ja noch gut 1 – 1,5 Monate bis zu meiner Rückkehr Zeit hatte und so lange auch nicht meinen Mund hätte halten können. Meine groben Daten für die Rückreise standen also fest, Flüge waren dementsprechend auch verfügbar. Nun hatte ich ja schon im Vorfeld meiner Australienreise auch schon ein Rückflugticket gebucht. Dieses war für Mai oder Juni 2011 gebucht.

Ich hatte laut Vereinbarungen in meinem Tarif aber eine Umbuchung des Fluges kostenfrei zur Verfügung. Um alle Einzelheiten detailliert abzuklären, rief ich im in Brisbane ansässigen Büro von Korean Air an und fragte, ob das Büro geöffnet sei oder ob wegen der Flut noch irgendwie geschlossen sei oder so, aber dem war nicht so. Ich bin deshalb kurzerhand zu diesem Bürogebäude hin. Es war ziemlich zentral gelegen und hatte unten eine schicke Lobby, die irgendwie eher an ein Hotel erinnerte. Ein kleines Café, ein Empfangstresen, eine Lounge… Ich schaute auf die Infotafeln und bin direkt zum Aufzug. Im 7. Stock stieg ich aus, alles war schön mit Teppich ausgelegt und massive Holzeinrichtungen zierten die leeren Flure. Eine Vollglastür trug das Korean Air Logo. Ich klopfte und ging rein. Dort saßen an einem langen Tresen 3 Koreanerinnen und telefonierten. Teils in Englisch, teils in Koreanisch. Ich nahm zunächst auf einem Sofa Platz und wartete bis eine der Damen frei war. Anschließend erklärte ich ihr, dass ich eben meine Rückreise nun verbindlich buchen möchte und zeigte ihr meine ganzen Unterlagen.

Sie prüfte alles durch und sagte, die Umbuchung der Rückreise würde aber eine Gebühr kosten. Ich zeigte Ihr daraufhin meine deutschen Unterlagen, die sie natürlich nicht lesen konnte, und erklärte, dass diese aber eine kostenfreie Umbuchung versprechen und ich daher sicherlich kein Geld zahlen werde. Es gab deshalb dann ein paar Differenzen, auch wegen der Ausreisegebühr für den Aufenthalt auf Fidschi. Die Dame war etwas bisschen genervt von mir, aber ich sah nicht ein, doppelt abkassiert zu werden. Auch die Ausreisegebühren für Fiji waren in Deutschland bereits beglichen worden. Wir vereinbarten, dass Korean Air in Brisbane bei Korean Air in Frankfurt anfragt und die Dinge abklärt. Auf Grund des Zeitunterschieds zwischen Australien und Deutschland dauerte das natürlich 1-2 Tage und war nicht sofort per Telefon machbar. Ich gab mich damit erstmal zufrieden und verließ die Niederlassung dann.

abgepumptes Schlammwasser wird der Kanalisation zugeführt

abgepumptes Schlammwasser wird der Kanalisation zugeführt

Auf den Straßen sah man die LKW’s, die ihre mit dem abgepumpten Dreckwasser gefüllten Wassertanks geordnet in die Kanalisation entleerten. Was auch komisch war, ich aber öfter an Baustellen und abgesperrten Straßenabschnitten sah: Einer der Bauarbeiter durfte sich an den Straßenrand stellen und die ganze Zeit einfach nur ein Schild in die Luft halten, das Autofahrer vor den kommenden Straßenbauarbeiten warnt. Warum kann man das Schild nicht einfach irgendwo befestigen? Keine Ahnung… „Timezone“ war auch wieder eingeräumt und geöffnet. Ich bin immer mal wieder rein und hab geschaut, wie andere ihr Geld ausgaben und hatte meinen Spaß dabei. Ich hätte zwar auch gerne mal das ein oder andere Spiel gespielt oder am Spielautomat versucht, die dicke Kohle zu holen, aber man hätte sich erst anmelden müssen, um eine Karte zu erhalten, die man dann aufladen muss. Das war mir dann zu viel Aufwand, deswegen lies ich es bleiben und sparte mein Geld. Wobei…Einmal habe ich beobachtet, wie ein Mitarbeiter einen meine Lieblingsgeräte neu bestückte. Es waren diese Teile, wo überall Münzen liegen und ein Schieber immer vor- und zurückgeht. Oben wirft man eine Münze ein und hofft, dass diese neu gefallene Münze den gesamten Münzteppich nach vorne schiebt, sodass die vordersten Münzen alle über den Rand hinaus herunterfallen und man diese dann gewinnt. Jedenfalls machte ein Mitarbeiter einen solchen Automaten auf und reparierte etwas, oder so. Anschließend machte er ihn wieder zu und ging weg.

Der Automat schien neu zu starten und einige Münzen vielen runter. Keiner sah das und keiner nahm die Münzen. Nach kurzem Beobachten schnappte ich mir sie unauffällig. In Bares umtauschen konnte ich sie nicht, dafür waren es zu wenig, deswegen setzte ich sie selber ein. Aber vergebens – ich verlor alles und gewann nichts. Lustig waren auch die Tanzcomputer, an denen mit Vorliebe Asiaten zu Gange waren. Asiaten stehen halt total auf Karaoke und Tanzspiele. Ich beobachtete Asiaten, die echt noch in Anzug und mit Aktenkoffer auf dem Heimweg nach Feierabend kurz im Timezone vorbei sind, um eine Runde zu tanzen. Und dabei waren sie unglaublich konzentriert.

Die Tage bin ich dann nochmal ins Büro von Korean Airlines, um nachzuhaken, was Sache war. Die Damen hatten mit den Kollegen in Deutschland alles abgeklärt und mir Recht gegeben. Ich musste keinen Aufpreis mehr bezahlen. Ich ließ meine Rückflüge daher wie vereinbart verbindlich buchen. Es war ein komisches Gefühl. Mein Abenteuer hatte nun nämlich ein konkretes Ende. Nämlich den 11.03.2011. Dort würde alles vorbei sein und ich wieder in Frankfurt – oh mein Gott. Aber das waren ja noch gut 1,5 Monate. Also auch noch genug Zeit, noch ein paar Dinge zu erleben. Für mich war es perfekt. Einerseits wollte ich wieder heim, andrerseits aber auch noch nicht sofort.

Deswegen jetzt noch 1,5 Monate, ja, das war eigentlich super. Ich wusste nun also genau, wann ich von Sydney nach Fiji fliege und wann von Fiji nach Korea und auch wann von Korea nach Deutschland. Deswegen konnte ich nun alles gut überblicken. Ich plante noch ein paar Tage Aufenthalt zum Schluss in Sydney ein. Mein Endziel an der Ostküste würde ja Cairns sein. Von Cairns würde ich dann wieder den gleichen Weg runter zurück nach Sydney. Allerdings per Flugzeug. Deshalb buchte ich direkt auch gleich schon meinen Flieger von Cairns runter nach Sydney. Somit hatte ich ein fixes Zeitfenster von ein paar Wochen, um Cairns zu erreichen und alles war zeitmäßig grob vorgeplant.

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Ich nickte im Bus kurzweilig ein, der Bus hielt an wenigen Orten zwischendurch, aber an weniger als ich eigentlich dachte. Dazu war der Bus über eine halbe Stunde früher in Brisbane, als ursprünglich geplant. Da ich den Busfahrer auf Grund seines schnellen Slangs kaum verstand, wusste ich nicht, ob wir jetzt schon in Brisbane waren oder nicht. Aber es stiegen alle Fahrgäste aus, deshalb schloss ich mich an. Sicherheitshalber fragte ich trotzdem nochmal beim Fahrer nach, aber es war tatsächlich schon Brisbane. Es war halt einfach so, dass die Fahrroute irgendwie geändert wurde und einige Orte, wo der Bus eigentlich halten sollte, auf Grund der Flut nicht angefahren wurden.

Ich befand mich nun also am Bahnhof in Brisbane. Natürlich hatte ich mir vorher rausgesucht, wie ich nun zu meinem bereits gebuchten Hostel komme, aber vor Ort war dann noch alles etwas anders. Der U-Bahnhof war fast vollständig geräumt, irgendwelche Sicherheitsleute passten nur noch die erwarteten Busfahrgäste ab und wiesen sie in die richtigen Richtungen. Der U-Bahn Verkehr war nämlich fast lahmgelegt und auch die U-Bahn mit der ich nun fuhr, fuhr nur noch verkürzt. Der Sicherheitsmann lies mich sogar ohne Fahrschein passieren. Die Endstation der U-Bahn war zum Glück genau die Station an der ich rausmusste. Wenn ich noch weiter gemusst hätte, oh Gott, dann wär alles noch chaotischer gewesen. Im U-Bahnhof und auch in der U-Bahn gab es bestimmt 50x Mal die Durchsage, dass diese Bahn die letzte sein wird und diese bestimmte Stadtteile auch nicht mehr anfahren wird, da diese Stadtteile bereits überflutet seien.

Alles kam mir gruselig vor, es war eine Panikstimmung in der Luft. Quasi so, als wenn der Notstand ausgerufen worden sei. Ich stieg aus und lief aus der B-Ebene hoch auf die Straße hinaus. Es war gegen 20 Uhr etwa und erstaunlich ruhig. Alle Geschäfte waren zu und nur wenige Menschen anzutreffen. Ich war in der richtigen Straße, lief aber immer wieder rauf und runter. Ich fand diese dumme Hausnummer einfach nicht. Ich fragte daher einen Typen, oder nein, er fragte eher mich und zwar, ob ich mit ihm einen trinken geh, er würde auch bezahlen. Keine Ahnung, er schien bereits etwas alkoholisiert und verwirrt. Ich verneinte und suchte weiter. Schlussendlich fand ich es. Das Problem war gewesen, dass es kein offensichtliches Hostel war, sondern hauptsächlich eigentlich eine Bar mit eigenen Zimmern obendrüber, die vermietet werden. Als ich so zwischen 20 und 21 Uhr ankam, war die Bar bereits leer und ein paar Kellner wischten gerade noch die letzten Tische ab. Schon jetzt war tote Hose? Ich sagte, dass ich für zwei Tage ein Bett im 22er Betten Zimmer reserviert hatte und die restlichen Tage ein Bett im 8er Zimmer.

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hergerichtetes Bett, wenn ich mal unten schlafen durfte :-)

Ich hatte extra zuerst das 22er bestellt, da ich das mal ausprobieren wollte. Klar, auf der Great Ocean Road waren wir auch im 26er oder so, aber da waren wir ja zu viert alleine. Ich wollte mal wissen, wie es in so ‘nem riesen Schlafsaal zugeht, wenn er voll belegt ist.  Just 4 Fun. Naja, daraus wurde nicht. Der Herr von der Theke sagte mir freundlich, sie hätten mich kostenfrei auf das 8er Zimmer upgegradet, da man davon ausging, es handele sich um einen Buchungsfehler. Ich sagte ihm nicht, dass ich bewusst das 22er gebucht hatte, das war mir dann auch egal. Er zeigte mir kurz die Räumlichkeiten und brachte mich zu meinem 8er Zimmer. Es war ein einfacher, leicht heruntergekommener viereckiger Raum mit jeweils 4 doppelstöckigen Hostelbetten. Es war ein anderer Mitbewohner im Raum, natürlich ein Deutscher. Seinen Namen weiß ich leider nicht mehr.

Ich richtete mich ein, machte mein Bett uns kam mit ihm ein bisschen ins Gespräch, als ich ihn fragte, ob hier immer alles so ruhig sei und warum die Bordsteine um 20 Uhr schon hochgeklappt sind. Er sagte, das sei nicht normal, nur sei für morgen die Flut in Brisbane angesagt und die Menschen seien geflüchtet. Die Flutwelle würde morgen früh Brisbane erreicht haben und man wisse nicht, welche Ausmaße das haben werde. Er machte mir damit ganz schön Angst, da ich seine Aussagen nicht richtig einzuschätzen wusste. Er war aber wohl schon seit mehreren Wochen in Brisbane und kannte sich gut aus, aber ich war mir nicht sicher, wie schlimm die Situation jetzt wirklich war. Ob wir dann morgen aufs Dach flüchten und uns von Heli’s retten lassen müssen, fragte ich ihn. Ausschließen tat er es nicht, er sagte nur, er wisse auch nicht, was morgen passieren würde. Jedenfalls hätten alle Läden frühzeitig geschlossen und die Menschen hätten sich rechtzeitig mit Lebensmitteln versorgt. Die ganze Zeit summte in mir “Wann kommt die Flut, wann kommt die Flut…”, das Lied von Witt Heppner.

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Am nächsten Morgen war ich gespannt wie Bolle. Das Zimmer war noch trocken, aber was war draußen los? Unser Zimmer hatte keine echten Fenstr, nur so eine Art Attrappe. Jedenfalls konnte man nicht nach draußen schauen. Ich machte mich also auf den Weg vor die Tür. OK – die Straße war auch noch nicht überflutet und die Sonne schien herrlich. Am Eingang kam mir mein Zimmergenosse entgegen und meinte, die Flut hatte Brisbane tatsächlich erreicht und der Brisbane River, der durch Brisbane fließt sei vollkommen überlaufen. Er erklärte mir noch kurz den Weg zu einer großen Brücke, von der man die Flut sehr gut sehen konnte und verschwand dann. An Chinatown vorbei lief ich aufwärts zu dieser Brücke und macht mir selbst ein Bild. Es hatten sich einige Menschen versammelt und man konnte die Ausmaße der Flut durchaus gut überblicken.

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Der Brisbane River war deutlich breiter als sonst und rechts und links ziemlich übergelaufen. Ich lief über die ganze Brücker runter zum Ufer, wo sich auch schon ein Kamerateam eines TV Senders positioniert hatte. Dort konnte man sehen, dass die Promenade, die man normalerweise entlanglaufen kann und auch das Haus des Bootsverleihs komplett unter Wasser standen. Auch der an das Ufer angrenzende kleine Park war kaum passierbar. Die nebenliegende Straße lief auch langsam voll, glücklicherweise begannen dort dann starke Steigungen. Die Straßen dort waren also nicht ebenerdig, es konnte dort also kaum was passieren. Dummerweise hatte in der Straße jemand sein Auto stehen und, warum auch immer, nicht rechtzeitig umgeparkt. Es stand bis zu den Rädern im Wasser. Am nächsten Tag war es bis auf 2 cm komplett untertaucht und damit wohl reif für die Tonne, schätze ich mal. Das Schlammwasser, das sich hier staute war nicht mehr stark in Bewegung, sondern am Auslaufen und riss das Auto daher auch nicht mit sich. Ich weiß nicht, ob die Flut auch etwaige Tiere wie Echsen mit sich nach Brisbane reinbrachte, aber urplötzlich stand eine solche  etwa 40 cm lange vor meinen Füßen. Mitten auf dem Gehweg…

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Ich beobachtete mit einigen anderen Leuten das rege Treiben des Wassers, ab und zu sah man wirklich noch schräge Dinge, die den Fluss hinab schwammen, z.B. Mülltonnen oder auch mal einen braunen Sessel. Ein paar wenige Motorboote versuchten gegen den Strom zu fahren, hatten dabei aber sichtlich Probleme. Der Sog war einfach zu stark. Aber die richtig schlimmen Ausmaße, die ganzen Hausstände, die die Flutwelle aus dem inneren Queensland bei Towoomba mit sich gerissen hatte, waren hier bei uns in Brisbane nicht mehr zu sehen. Jedenfalls erinnerte mich diese Flutwelle halt einfach an ein Hochwasser wie wir es am Main in Frankfurt auch schon hatten. “Die Flutwelle” hatte ich mir jetzt schon heftiger vorgestellt, aber wenn ich realistisch bin, was hätte denn weiter passieren sollen? Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland und eine 2-Millionen Metropole mit riesigen Wolkenkratzern und genügend Steigungen. Ein überlaufender Fluss wird die Stadt sicherlich nicht so einfach vernichten. Das irgendwelche kleinen, flachen Dörfer im inneren Queensland platt gemacht werden, ok, aber hier war die Flutwelle schon genug ausgebremst, um wirklich lebensbedrohlich zu sein. Materielle Schäden & jede Menge Dreck waren wohl die größten Probleme.

 

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Ich bin dann mal in die Stadt gelaufen und hab dort die Lage gecheckt. In der Fußgängerzone waren die Geschäfte offen, in einigen Cafés gab es Fernseher, auf denen die ganze Zeit die Nachrichten liefen. Ich suchte mir Steckdosen, um mit meinem Netbook online zu gehen, damit ich mit Meiner Freundin schreiben konnte. Auch in Deutschland war diese Naturkatastrophe wohl bereits ein großes Thema in den Medien. Meine Mutter hatte mich schon mehrmals angerufen, um nachzufragen, wie es mir geht. Sie war ziemlich besorgt, ich hingegen recht locker. In Deutschland sah man vermutlich nur die schlimmen Bilder der Flut, wie sie ganze Häuser und Ortschaften verwüstet.

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Aber ich war ja in Brisbane und dort absolut sicher, wie ich nun ja gemerkt hatte. Dennoch, der Höhepunkt der Flut war noch nicht erreicht. Die Experten und Nachrichten erzählten, das Wasser würde die nächsten 2-3 Tage weiter ansteigen werden. In der Innenstadt gab es eine Brücke, die allerdings polizeilich überwacht wurde. Man durfte nicht passieren, ich wusste nicht genau, warum. Wenn man in die Seitenstraßen der Brücke lief, sah man Absperrungen und überall Sandsäcke. Man konnte noch die oberen Spitzen von Straßenschildern erkennen, die hier aber bereits fast vollständig unter Wasser standen. Hier machte ich einige Fotos, um die Wasserpegel im Laufe der Zeit immer genau beobachten zu können. Jedenfalls war ziemlich viel Trubel in der Stadt. Die Stadt hatte nun auch offiziell ein generelles Verkaufsverbot für 7 Tage ausgesprochen. Also 7 Tage werden zur Sicherheit alle Geschäfte geschlossen bleiben.

Als ich mal wieder auf einer Bank in der Fußgängerzone relaxt habe, sprach mich eine Frau an und fragte, ob alles in Ordnung sei und ob ich einen Schlafplatz für die nächsten Tage habe. Denn wenn nicht, könnte ich für die Tage der Flut ihre Hilfe in Anspruch nehmen. Ich dankte und erklärte ihr, dass alles super sei und ich im Hostel eingecheckt bin. Verrückt, scheinbar hielt mich diese engagierte Streetworkerin für obdachlos?! Naja, war mir egal und ich ruhte mich weiter aus.

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Als ich später dann durch die Innenstadt lief, sah man an etlichen Geschäften bereits Infozettel der Besitzer und Sandsäcke, die zum Schutz platziert wurden. Es schloss ein Geschäft nach dem anderen. Im Timezone Spielsalon, das es auch hier in Brisbane gab, sah ich, wie sie den Laden vorsichtshalber komplett leer räumten. Zu groß war die Angst das Wasser würde in den Laden eindringen und alle technischen Geräte zerstören. Jeder Ladenbesitzer versuchte sein Hab und Gut vor den Wassermassen sozusagen noch zu schützen, bevor diese die Straßen der Innenstadt erreichen würden. Auf dem Weg zurück zum Hostel war ich erstaunt, dass dort der Woolworths noch geöffnet war.

Ich besorgte mir noch meine Nachtsnacks, die ich für Hungerattacken in der Nacht zur Seite legte. Meistens waren das Zimt Donuts oder aber auch trockenes Toastbrot mit Wasser. Zum Abendbrot gab es bei mir öfter auch schon mal eine Packung Billig-Bountys. Aber es war unfassbar: sämtliche Wasser- und Brotregale waren restlos leergekauft.

alles leer gekauft @ Woolworths

alles leer gekauft @ Woolworths

Alles weg! Und durch die Überschwemmungen auf den Highways & Freeways rund um Brisbane herum kam es zu Lieferschwierigkeiten. Das war auch der Grund warum es bei Mc Donalds oder Subway z.B. nicht mehr alles zu essen gab. Dummerweise ging jetzt auch mein Netbook kaputt. Keine Ahnung warum, aber als ich eines Abends damit im Bett lag und am Surfen war, ging plötzlich der Bildschirm aus. Ich hatte leichte Panik und stand direkt am nächsten Tag vor einem Computer Repairshop. Aber was war? Er war natürlich geschlossen – Scheisse.

Ja und so verbrachte ich die nächsten Tage öfter in der Innenstadt und beobachtete mir die Lage vor Ort. Mein Programm, das ich mir für Brisbane überlegt hatte war inzwischen hinfällig, weil halt echt alles irgendwie geschlossen war und man in einige Stadtgebiete auch gar nicht hinkam, wenn man sich nicht entsprechend als Bewohner ausweisen konnte. Selbst der Subway in der Innenstadt war zu, was wirklich sonst nie der Fall war. Die haben ja sonntags und feiertags auch offen. Das Wasser war tatsächlich noch angestiegen, aber es war definitiv nicht, wie von vielen befürchtet, in die Innenstadt gelaufen, so schlimm war es absolut nicht. Dennoch: Nach einigen Tagen, als das Wasser rückläufig war und sich die Überschwemmung langsam gelegt hatte, wurde die Brücke für Fußgänger wieder geöffnet und man durfte auf die andere Stadtseite.

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Und dort sah ich erstmals die heftigeren Ausmaße, die das Hochwasser in Brisbane angerichtet hatte. Hier waren die Leute nämlich deutlich schlimmer betroffen, als bei uns auf der anderen Seite. Alles war voller Schlamm und dreckigem Matsch und Staub. Es gibt hier ein ganzjährig stehendes Riesenrad, ähnlich dem London Eye in London. Das Kassenhäuschen war zerstört und viele Meter Drumherum stand alles im Dreck. In einer Nebenstraße staute sich das Wasser noch bis zu den Knien, noch eine Straße weiter sah es bereits wieder sauber aus. Ein Café warb mit einer aufgestellten Tafel mit der Aufschrift “YES!!! We’re open” um seine Kunden. An einer Gebäudewand las ich “Stay dry, Westend”.

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Zum Teil waren die Matschschichten noch 10 cm dick. Aber man sah, dass hier die Aufräumarbeiten begannen. Feuerwehr und Polizei waren stets anwesend und auch Hubschrauber Andygen hin und her. Auf dieser Stadtseite, direkt am Flussufer, gibt es auch eine Art Strandbad. Also so ähnlich wie in Darwin, einen kostenlosen, öffentlichen Pool, eine Art Lagune mit angelegtem Sandstrand und Palmen Drumherum. Ich bin dort ein wenig rumgelaufen, aber auch hier war im Prinzip alles eingezäunt und abgesperrt, da aufgeräumt wurde. Die Pools und Wiesen waren auch überschwemmt gewesen. Sommer, Sonne und Strandfeeling kamen hier beim besten Willen nicht auf. Überhaupt herrschte hier eine richtige Aufräumstimmung.

Nach einigen Tagen grau in grau: Sonne und endlich wieder pulsierendes Leben in der City

Nach einigen Tagen grau in grau: Sonne und endlich wieder pulsierendes Leben in der City

Langsam öffneten die Geschäfte wieder nach und nach und alles nahm seinen Betrieb wieder auf.

Die Sonne kam nach tagelanger Wolkenfront endlich wieder zum Vorschein. Brisbane erwachte zum Leben! Den Enthusiasmus der Menschen spürte man regelrecht. Die Leute waren froh, dass die Flut zurückgegangen war und waren motiviert genug, um sich an die Aufräumarbeiten zu machen. Ich sah viele Arbeiter, die Schlamm wegschaufelten und Wasser abpumpten. Viele Freiwillige packten mit an und gingen der Feuerwehr zur Hand, Damen aus der Nachbarschaft schmierten Brote für die fleißigen Männer. Hier kam es auf jeden Helfenden an und jeder tat, was er konnte. Ein Bild, was mir auch noch besonders im Kopf sitzt: Eine Frau steht auf der Dachterrasse eines Hauses. Das ganze Haus stand im Wasser, als Straßen um das Haus waren vollgelaufen. Klar, die Situation war jetzt nicht lebensgefährlich, die Dame hätte schon irgendwie unten rausgekonnt, es war ja auch ein mehrstöckiges Hochhaus, aber als Sie alleine dort oben auf der Dachterrasse stand und den Hubschraubern wild gestikulierend zuwinkte, während um sie herum alle Straßen noch immer überschwemmt waren, sah das schon heftig aus.

Ich hatte von Andy erfahren, dass er in Darwin eine Nachricht bekommen hatte, dass für mich ein Postpaket zur Abholung bei der Post bereit läge. Ich wusste, dass es endlich das Geburtstags/Weihnachtspaket aus Deutschland sein musste, das meine Mutter auf die Reise geschickt hatte. Allerdings war das im September gewesen und nun hatten wir Ende Januar. Naja, jedenfalls war es nun in Darwin angekommen. Ich war aber in Brisbane, das sind auf kürzesten Weg 3425 km – hmmm… Also setzte ich mich auf eine Bank, wo es etwas ruhiger war und rief erstmal in Darwin beim Post Office an, um mich nach dem Päckchen zu erkundigen. Ich wollte es mir nun irgendwie nachschicken lassen. Da ich aber nicht weiß, wo ich demnächst genau sein werde und ich die Hostels ja regelmäßig wechsele, sagte ich denen, sie sollen mir das Päckchen einfach in eine Postfiliale zusenden und ich würde es dann dort abholen. Dafür musste ich aber die zentrale Posthotline anrufen.

Also rief ich die Hotline an. Überraschenderweise war der Nachsendeauftrag von Darwin in einer andere Postfiliale innerhalb Australiens bei Päckchen bis 2kg oder so sogar kostenfrei. Und selbst wenn es schwerer ist, kostet die Gebühr nur etwa $AUD 5.00. Die Aufbewahrung dort erfolgt aber “nur” für exakt einen Monat (In Deutschland deutlich weniger). Am sinnvollsten war es, das Päckchen nach Sydney schicken zu lassen, da ich dort zwecks Ausreise auf jeden Fall nochmal sein werden würde. Aber ich wusste ja nicht, wann das genau wäre, da ich mir zwar schon Gedanken über eine Rückreise nach Deutschland gemacht hatte, aber noch keine genauen Pläne. Deshalb beendete ich die Sache nun erstmal an der Stelle und gab an, mich demnächst nochmal telefonisch zu melden.

Mein Notebook war noch immer kaputt, deshalb bin nochmal zu dem Repair Shop in der Innenstadt. Es war ein komischer von Asiaten geführter Laden. Ich ließ das Netbook dort und holte es einige Tage später wieder ab. Diagnose: Irreparabel – Motherboard defekt. Scheinbar sei Wasser eingedrungen. Keine Ahnung, ob der Typ das Teil tatsächlich auseinandergenommen hat und sich die Mühe wirklich gemacht hat, aber auf mich schien er komisch. Whatever! Ich zahlte einen Pauschalbetrag für die Diagnose des Schadens und entschied mich, fortan ohne Netbook auskommen zu müssen. Wird halt kacke sein, so komplett ohne Speicher, wo ich meine Fotos abspeichern kann, aber was hätte ich sonst machen sollen? Später werde ich feststellen, dass man auch 2 Monate ohne eigenen Rechner auskommen kann.:) Ich lud ab nun alle Fotos immer von der Digitalkamera über Facebook in private, für andere nicht einsehbare Fotoalben ab, damit ich die nicht auch noch verliere, falls meine in Sydney gekaufte Kamera vielleicht auch noch ausfallen sollte. Es war schon ärgerlich, das mit dem Netbook…Zukünftig habe ich dann also ziemlich oft irgendwelche Internetcafés aufgesucht.

Die eigentliche Kacke war aber nun folgendes: Ich hab dann die Vodafone Simkarte, auf der ich ja noch den mobilen Internetzugang eingerichtet hatte aus dem Netbook in mein Google G1 Smartphone eingelegt, um mit dem Handy online zu gehen. Der Akku vom Handy war aber inzwischen auch total im Eimer und hielt aus unerklärlichen Gründen immer nur noch wenige Sekunden/Minuten, wenn er nicht dauerhaft per USB Kabel Strom bekam. Mein USB Kabel, das man in die Steckdose stecken kann war dummerweise auch kaputt, also konnte ich damit nicht mal mehr mein Handy aufladen. Ich hatte nur noch ein normales USB Kabel, das man an den Rechner anschließen kann. Das Netbook ließ sich ja durchaus noch einschalten, mit entsprechendem Ladekabel, versteht sich. Man bekam kein Bild usw., aber Strom über die USB Schnittstelle lieferte es. Also sah mein Equipment, wenn ich unterwegs war, so aus: Netbook Ladekabel, Netbook, Smartphone, USB Kabel.

Um jetzt also mit dem Smartphone online zu gehen, wenn ich mit Meiner Freundin über ICQ oder Facebook chatten wollte, musste ich also zunächst das Netbook auspacken und irgendwo an eine Steckdose klemmen. Es diente nur als Stromlieferant für mein Handy. Das USB Kabel steckte ich ins Netbook und an der anderen Seite ins Handy. Es war kacke, das immer alles mitzuschleppen, nur um mit dem Handy online gehen zu können, aber das war halt mein Pech. Inzwischen war ich was das angeht, auch recht hemmungslos geworden. Ich hielt immer Ausschau nach öffentlichen Steckdosen, hockte mich dafür auch einfach irgendwo in der Fußgängerzone oder im Einkaufszentrum auf den Boden. Ich wurde deswegen auch paar Mal angesprochen, aber das störte mich inzwischen nicht mehr und ging dann schon ok. Ab und zu verabredete ich mich mit Meiner Freundin zum Skypen. Dazu bin ich dann aber immer in richtige Internetcafés, da dort die Geschwindigkeit natürlich deutlich besser ist.

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