Du spielst mit dem Gedanken, deinen Rucksack zu packen und aufzubrechen? Ob es eine Weltreise werden soll oder eine Work-and-Travel-Erfahrung in einem oder zwei Ländern – es gibt bestimmte Dinge, die du auf jeden Fall beachten solltest. Wir haben für dich ein paar tolle Lektüretipps zusammengestellt: Hier kannst du dir Anregungen, praktische Tipps und Insiderhinweise holen, damit dein Trip auf jeden Fall unvergesslich gut wird!

 

1. Wo die Kartoffeln auf Bäumen wachsen: 113 Tage als Matrose in der Karibik

10

 

Nils Straatmann verlässt den Hörsaal, um auf der „Stahlratte“ anzuheuern: Das Schiff, dessen Geschichte die Berliner Hausbesetzer und Greenpeace in sich vereint, steuert in die Karibik. Nils lernt vom Deckschrubben über das Segelsetzen bis zum Maschinenölen alles, was er als ungelernte Hilfe können muss. Die Belohnung ist fantastisch: Er trotzt Wind und Wetter, taucht mit Haien und trifft gänzlich fremdartige Völker. Und so wird die Seefahrt für den jungen Mann auch eine Reise zu sich selbst.
Hier geht’s zum Buch

 

2. No Worries: Backpacking für Einsteiger

am1

 

Der leidenschaftliche Reisende und Blogger Patrick Hundt hat gut übersichtlich einige der wichtigsten Tipps für angehende Backpacker zusammengestellt: Neben einer Packliste bekommst du Vorschläge für die Länder, die du bereisen könntest. Du erfährst, was du vor der Abfahrt erledigen musst, wie du günstige Flüge findest und wie du unterwegs andere Reisende kennenlernst. Wie findest du Unterkünfte, wie teuer wird die Reise wohl, und wie kommst du sicher und wohlbehalten wieder nach Hause?

Hier geht’s zum Buch

3. Smart Backpacking: Deine erste Work and Travel Reise als Backpacker perfekt organisiert

am2

 

Ronald Richter wurde vom Fernweh überwältigt und lebt nach drei Jahren Reisen durch viele Länder nun in Südostasien. Er gibt hilfreiche, praktische Tipps dazu, wie du deine Reise vorbereitest, wie du an das richtige Visum kommst und wie du sie vor Ort finanzieren kannst. Es gibt hilfreiche Hinweise zu gut bezahlten Jobs, zu passenden Unterkünften zum Knüpfen hilfreicher Kontakte. All diese praktischen Hinweise werden unterfüttert mit Geschichten aus Ronalds Reiseleben, bunt, spannend und vielfältig. Da kommt Reisefieber auf!
Hier geht’s zum Buch

4. Fahrten-Ferne-Abenteuer: Das Survival- und Fahrtenhandbuch für alle Pfadfinder, 3Waldläufer, Wildnisfahrer, Backpacker, Outdoorer und Globetrotter

 

Umfangreich und pragmatisch erklärt Autor Hans von Gottberg, wie du die verschiedensten Situationen in deinem Urlaub meisterst. Du hast kein Hostel oder keinen Campingplatz gefunden? Das Buch hat die passenden Tipps und Tricks, wie du auch in der Wildnis überlebst. Wie kommst du ohne Wege von A nach B, woran orientierst du dich? Was ist essbar, wie machst du Feuer ohne Streichhölzer? Wie errichtest du einen Unterschlupf, der dich auch bei niedrigen Temperaturen schützt? Die Informationen sind grundlegend und richten sich an alle, deren Fahrten sie von der Zivilisation wegführen sollen. Hier findest du nähere Infos.
Hier geht’s zum Buch

5. Survive – das Backpacker-Kochbuch: Leckere kulinarische Einfachheiten für Rucksackreisende und Koch-Legastheniker

4

 

Das mit dem Packen traust du dir zu, Organisieren ist dir auch immer leichtgefallen, aber du hast eine Heidenangst davor, dich auf der Fahrt selbst versorgen zu müssen? Dann wird dir dieses Buch die Angst nehmen können. Autor Moritz Bojahr ist selbst in Neuseeland unterwegs gewesen. Im Laufe der Reise, die ihn mit den ausgefallensten Hostelküchennischen konfrontiert hatte, hat er besonders kreativ zu kochen gelernt, mit anderen Reisenden Rezepte ausgetauscht und immer wieder für wenig Geld improvisiert. Dabei hat er festgestellt, dass Nahrung verbindet und man die besten Freunde beim gemeinsamen Kochen und Essen findet. Ein Kochbuch der anderen Art!
Hier geht’s zum Buch

6. Backpacking weltweit: Rucksackreisen und Work & Travel – Aber richtig!

5

 

Für mehr als 30 Länder, für Backpacking und für Work-and-Travel ist dieser Guide optimal. Was für Dokumente werden benötigt, welche Impfungen brauchst du, und gibt es Versicherungen, die du auf jeden Fall abschließen solltest? Du erfährst, wie du dir zwischendurch die Reisekasse aufbessern kannst. Die Berichte vieler Backpacker über ihre Erfahrungen geben dir Anregungen für deine nächsten Ziele. Ein guter Überblick für das Reisen mit Rucksack allgemein!
Hier geht’s zum Buch

7. Work & Travel in Neuseeland: Richtig vorbereiten, reisen und jobben

6

 

Neuseeland ist für viele Menschen ein Traumreiseziel. Inzwischen ist für junge Menschen, die eine Work-and-Travel-Reise planen, dieser Traum sogar in relativ greifbare Nähe gerückt. Dieser Ratgeber erklärt dir, welche Dokumente und Unterlagen brauchst, wo du wann welches Visum beantragst und wie du dich nach geeigneten Arbeitsplätzen umschaust. Du bekommst außerdem Einblicke in das Alltagsleben im Land – ein hilfreiches Buch für deine Vorbereitung.
Hier geht’s zum Buch

8. Work & Travel in Australien: Richtig vorbereiten, reisen und jobben

7

 

Wie kommst du nach Australien? Die ganze Vorbereitung von Anträgen und Dokumenten über Impfungen, Reiseorganisation und Jobsuche bis hin zum Abflug wird hier genau erklärt. Du erfährst, in welchen Gegenden du Arbeit findest und wo du in deiner Freizeit Spaß haben kannst. Für einen Work-and-Travel-Aufenthalt bekommst du hier die passenden Tipps und Tricks!
Hier geht’s zum Buch

9. Backpacker unterwegs: Mein Jahr Neuseeland

8

 

Autorin Carolin Werner war ein Jahr lang in Neuseeland und hat auf beiden Inseln spannende Erfahrungen gesammelt. Sie berichtet von ihren Jobs und skurrilen Begebenheiten, von einem verheerenden Erdbeben und natürlich von den unausweichlichen Herr-der-Ringe-Touren. Vor allem aber gibt sie jedem, der eine solche Reise plant, Tipps mit Verlinkungen. Die kannst du im E-Book direkt anklicken, sodass deine Planung immer auf dem neusten Stand ist. Ein praktisches Buch, wenn du deine Reise nach Neuseeland planen möchtest!
Hier geht’s zum Buch

10. Tourist: Wie ich mit Buddhas Mutter zu Abend aß, in Mosambik Frösche fing und Radarfallen im Busch entkam

9

 

Autor Julien Blanc-Gras wollte schon als Kind reisen, und zwar in alle Länder der Welt. Ein ehrgeiziges Unterfangen, das der junge Mann aber konsequent umsetzt. Er berichtet von Affenattacken von Bollywoodcastings, von Schlammbädern im Vulkan und von Karaokewettbewerben. Er zeigt auch, dass nicht immer alles schön ist, begegnet schwierigen Situation mit schwarzem Humor und verweigert sich, wenn nötig, der politischen Korrektheit. Er ist weder Abenteurer noch Weltverbesserer, doch seine Höflichkeit und Aufgeschlossenheit bringen ihn buchstäblich durch die ganze Welt.
Hier geht’s zum Buch

11. Uebel unterwegs: Skurriles und Bemerkenswertes vom Landweg Hamburg–Shanghai

11

 

Die Autorin und Journalistin Tina Uebel soll in Shanghai einen Stipendiumspreis entgegennehmen. Fliegen wäre einfach – und langweilig, findet Tina. Sie verzichtet auch auf die Transsibirische Eisenbahn und entschiedet sich stattdessen dazu, ausschließlich Nahverkehrsmittel zu benutzen. Sie hat sieben Wochen, um von Deutschland über Serbien, Bulgarien, die Türkei, den Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan nach China zu gelangen. Die Reise bringt natürlich viele spannende Erfahrungen mit sich und konfrontiert die Autorin mit kulturellen Besonderheiten – eine spannende Anregung für kommende Trips!
Hier geht’s zum Buch

12. Boarderlines

12

 

Andreas Brendt war BWL-Student, als plötzlich etwas in seinem Kopf „klick“ machte und er sich mit all seinen Ersparnissen nach Asien aufmachte. Hier verlor er unwiederbringlich sein Herz ans Surfen. Die Rückkehr in den Hörsaal ist erst einmal keine Option. Die nächsten zehn Jahre lang geht Andreas der Frage nach, was er eigentlich möchte – und erlebt dabei spannende Abenteuer mit allen Arten von Menschen, stets auf der Suche nach der perfekten Welle und dem persönlichen Glück. Ein Wow-Buch, das zum Aufbruch drängt.
Hier geht’s zum Buch

13. Wicked Oz: Ein Backpacker-Reisetagebuch aus Australien und Neuseeland

13

 

Lange genug hatte Armin Hagemann den Traum gehegt, schließlich hat er ihn umgesetzt: Er kündigte seinen Job, besorgte sich Work-and-Travel-Visa für Australien und Neuseeland und verabschiedete sich von seinem Alltag. Auf Bergen und in Regenwäldern, im Great Barrier Reef und auf den Wellen spürt er dem Leben nach. Er arbeitet in vielen verschiedenen Jobs, trifft Menschen aus aller Welt in den Städten und am Strand, feiert und verliebt sich. Vor allem aber verschafft die Freiheit der Reise ihm die Möglichkeit, den Sinn einer strengen Lebensplanung zu hinterfragen und einen neuen Blickwinkel einzunehmen. Wenn die Reise das Ziel ist, hast du alles richtig gemacht.
Hier geht’s zum Buch

14. Mein Plan ist kein Plan: Tagebuch einer Work & Travel Weltreise

14

 

Patrick Fichtner hat es satt, immer einen Plan haben zu müssen. Daher macht er sich mit so wenig Plan wie möglich auf und arbeitet zunächst als Skilehrer in Australien, ehe er mit dem Rucksack neben Down Under auch Malaysia, Singapur, Thailand, Neuseeland und die Fidschi-Inseln bereist. Neben den spannenden Schilderungen der Reise gibt das Buch viele praktische Tipps zum konkreten Aufenthalt in den einzelnen Ländern, zur Jobsuche, zum günstigen Reisen und Wohnen. Gleichzeitig ist es ein warmer Appell an alle, nicht zu streng zu planen und sich auch einmal treiben zu lassen – denn so kann Reisen das Leben bereichern.
Hier geht’s zum Buch

15. The Travel Episodes: Geschichten von Fernweh und Freiheit

15

 

Du weißt gar nicht, wohin es gehen soll? Dann sind vielleicht die Travel Episodes genau das Richtige für dich: Verschiedene Autoren berichten von ihren Reisen, die sie in die verschiedensten Teile der Welt führen – von den Philippinen bis in die Antarktis, mit dem Flugzeug, dem Auto oder dem Boot. Sie befinden sich in ganz unterschiedlichen Situationen, verliebt oder getrennt, mit Plan oder ganz ohne. Sie sind unterschiedlichen Alters, doch sie alle verbindet die Liebe zum Reise, zu neuen Eindrücken und zu Erkenntnisse, die das Leben reicher oder weniger schwer machen. Ein Füllhorn an Reiseeindrücken!
Hier geht’s zum Buch

Obwohl Abiturienten im Vergleich zu Realschülern schon wesentlich länger Zeit haben, sich zu entscheiden, welchen Beruf sie später einmal ausüben möchten, fällt es den meisten schwer, sich nach der erfolgreich abgeschlossenen Reifeprüfung auf eine Studienrichtung festzulegen. Die wachsende Zahl an Studiengängen macht diesen Entschluss nicht einfacher. Zum Glück gibt es jedoch einige Wege, die helfen, den passenden Studiengang zu finden.

 

Manchmal führen viele Wege zum Traumberuf

Nicht immer ist es so, dass Abiturienten noch gar keine Vorstellung von ihrem späteren Traumberuf haben, sondern von dem reichhaltigen Studienangebot überfordert sind. Wenn man nicht gerade so etwas Spezielles wie Medizin oder Lehramt studiert, eröffnet ein Studiengang oft viele verschiedene Berufsmöglichkeiten.

Entscheidet man sich beispielsweise für Germanistik, kann man später in einer Print-, Rundfunk- oder Onlineredaktion tätig sein, als Lektor bei einem Verlag oder als Texter im Bereich der Werbung arbeiten. Weitere Jobmöglichkeiten sind diverse Kultureinrichtungen wie Museen oder Bibliotheken, PR-Agenturen oder Kommunikationsabteilungen in Unternehmen. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, im Bildungssektor oder als Autor seine Berufung zu finden. Ähnliche Berufsmöglichkeiten haben aber auch diejenigen, die beispielsweise Kommunikationswissenschaft studieren.

Dies hat den Vorteil, dass man sich vor dem Studium noch nicht auf einen speziellen Job festlegen muss, sondern in verschiedene Bereiche hineinschnuppern kann. Praktika sind hierfür eine gute Möglichkeit. Mit dem Master gibt es dann die Chance, sich auf ein Gebiet zu spezialisieren.
Bei Unsicherheiten sollte auf die Studienberatung an der jeweiligen Uni zurückgegriffen werden. Diese können euch am besten sagen, wie sich ähnlich klingende Studiengänge – etwa Sportmanagement und Sportwissenschaft oder Kommunikationswissenschaft und Medienmanagement – voneinander unterscheiden.

 

Auf Beratungsangebote und Selbsttests zurückgreifen

Hat man dagegen noch gar keine Idee, in welche Richtung das Studium gehen soll, kann es ratsam sein, einen Termin beim Berufsinformationszentrum – auch als BIZ bezeichnet – der örtlichen Arbeitsagentur zu vereinbaren. Dort könnt ihr in einem Gespräch erörtern, welcher Studiengang am ehesten euren Neigungen entspricht. Vielleicht findet ihr aber auch heraus, dass es vielleicht gar nicht unbedingt sein Studium sein muss, sondern eine Ausbildung viel besser zu euch passt.

Weitere Informationsmöglichkeiten bieten Abiturienten- oder Karrieremessen, die in vielen Städten jedes Jahr stattfinden. Dort stellen sich viele Ausbildungsbetriebe und sowohl staatliche wie auch private Hochschulen vor, um euch einen besseren Einblick in die Inhalte der Ausbildung und die späteren Berufsmöglichkeiten zu geben.

Zudem werben viele Firmen auf Messen solcher Art für ein duales Studium, bei dem ihr den Besuch einer Hochschule mit einer praktischen Ausbildung verbinden könnt, indem ihr während der Semesterferien im Unternehmen erste Arbeitsluft schnuppert. Auf diese Weise müsst ihr euch nicht von Nebenjob zu Nebenjob hangeln, um euer Studium zu finanzieren. Ein Nachteil ist dagegen, dass ihr sehr motiviert und gut organisiert sein müsst, um die feste Arbeitsstelle und das Unileben unter einen Hut zu bringen.

Darüber hinaus bieten sowohl das BIZ als auch das Internet allerhand Berufs- und Studienwahltests, in denen durch eine Reihe von Fragen eure Stärken und Schwächen bzw. Vorlieben ermittelt werden. Anschließend bekommt ihr eine Liste mit Studienmöglichkeiten, die gut zu euch passen könnten. Achtet dabei aber darauf, dass die Auswertung für manche dieser Tests kostenpflichtig ist.

 

Die Qual der Wahl: Eine Entscheidung fällen

Nachdem ihr euch über verschiedene Studienmöglichkeiten informiert habt, wisst ihr vermutlich schon ziemlich genau über deren Inhalte und spätere Jobmöglichkeiten Bescheid, könnt euch vielleicht aber immer noch nicht endgültig für einen Studiengang entscheiden. Was also nun tun?

Mit Sicherheit seid ihr nicht die Einzigen, die sich diese Frage stellen. Und aufgrund der immer weiter anwachsenden Zahl an Studiengängen ist es mittlerweile auch keine Seltenheit mehr, dass angehende Studenten die Münze über das Schicksal und somit auch ein Stück weit über die berufliche Zukunft entscheiden zu lassen. Dies ist aber natürlich nicht die beste Variante.

Sinnvoller ist es dagegen, sich auch über die Stadt zu informieren, in der die potenzielle Uni liegt. Bevorzugt ihr eine Klein- oder eine Großstadt? Lässt sich dort leicht eine Wohnung finden? Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten? Wie weit liegt sie von eurer Heimat entfernt? All diese Fragen werden irgendwann ohnehin eine Rolle spielen, also könnt ihr sie auch von Anfang an in eure Entscheidung einfließen lassen.

Darüber hinaus solltet ihr für euch klären, ob ihr lieber das freie Leben an der Uni bevorzugt, bei der ihr aber auch selbst viel Verantwortung übernehmen und euch euren Stundenplan zusammenstellen müsst – oder ob ihr euch lieber für die etwas strikteren Vorgaben an einer Fachhochschule entscheiden wollt.

Könnt ihr euch danach immer noch nicht entscheiden, dann besichtigt doch einfach mal eure Favoriten und hört auf euer Bauchgefühl – am Ende hat dieses schließlich meistens Recht.

Weiterführende Informationen zum Artikel:

Du hast die Schule oder das Studium hinter dir und möchtest jetzt die Welt sehen? Damit bist du nicht allein – viele junge Menschen nutzen den Moment, bevor das Berufsleben beginnt, um sich verschiedene Teile der Welt anzuschauen.
Und auch später im Leben packt immer mehr Leute das Reisefieber: Sei es, dass sie ein Sabbatical nehmen, sei es, dass sie als Reiseblogger ganz darauf setzen, immer unterwegs zu sein – Reisen erweitert den Horizont, macht Spaß und beschert viele wundervolle Erinnerungen.

Sie machen das Leben reicher. Am leichtesten reist es sich natürlich als Backpacker. Hier ist weniger mehr: Je sparsamer Du packst, desto bequemer reist du. Hier sind ein paar praktische Utensilien, auf die du keinesfalls verzichten solltest:
 

1. Ein Schweizer Taschenmesser

schweizer messer
Ein kleines Messer, eine Schere, eine Säge, ein Dosen- und ein Flaschenöffner, ein Korkenzieher ein Schraubendreher… und das alles in einem winzig kleinen Gerät, kompakt verpackt. Ein Schweizer Taschenmesser kann dir unzählige Male gute Dienste leisten, wenn du unterwegs bist. Ist die Klinge des Messers nicht länger als sechs Zentimeter, kannst du es sogar im Handgepäck bei dir tragen.
 

2. Eine Kopflampe

Stirnlampe
Sieht das nicht komisch aus? Reicht nicht auch einfach eine Taschenlampe? Vielleicht ja. Aber jetzt überleg dir mal, in was für Situationen du wo auch immer auf der Welt nachts etwas suchen musst. Da kann man sich nur zu gut vorstellen, dass es hilfreich wäre, auch beide Hände frei zu haben, oder?
 

3. Ein universeller Umstecker

Reiseadapter
Mit einem Reiseadapter brauchst du dir um die verschiedenen Stecker und Steckdosen in deinen Zielländern keine Sorgen mehr zu machen: Du brauchst nur dieses eine Gerät, um deine Akkus überall aufladen zu können. Manche von ihnen bringen auch noch USB-Ports mit – geht es komfortabler?
 

4. Ein Vakuumbeutel zum Rollen

yellow vacuum storage clothes bag isolated on white
Du packst deinen Rucksack und stellst mit Schrecken fest, wie schnell er sich füllt. Dem kannst du mit einem Vakuumbeutel entgegenwirken: Du packst deine Kleidung hinein, entziehst die Luft aus den Räumen dazwischen und hast direkt deutlich mehr Platz. Achte aber darauf, dass du einen Beutel kaufst, aus dem du die Luft durchs Zusammenrollen entfernst. Mit einer Pumpe bekommst du zwar noch mehr Luft heraus, aber die willst du ja schließlich nicht mitnehmen müssen.
 

5. Ein Vorhängeschloss

Series of colored padlocks with hart shape
Ein Vorhängeschloss, am besten eines mit Zahlenkombination, solltest du tatsächlich immer in der Tasche haben: Zwar kannst du in vielen Ländern in Hostels einen Schrank mieten, um deine Sachen unterzubringen, wenn du Tagestrips machst, aber ein Schloss gibt es dort häufig nicht. Sei also gewappnet und bringe dein eigenes mit.
 

6. Ein Innenschlafsack

Schlafsack
Andere Länder, andere Sitten: Du kannst nicht überall auf der Welt davon ausgehen, dass du Bettwäsche bekommst – oder dass sie gegebenenfalls deine Hygienevorstellungen entspricht. Ein dünner Innenschlafsack ist daher perfekt für deine Weltreise geeignet: Zusammengelegt nimmt er kaum Platz weg, und manche Modelle wiegen nicht mehr als 200 Gramm. Du kannst ihn überall benutzen, auch in heißen Urlaubsländern, ohne dass du dich kaputt schwitzt.
 

7. Eine Flasche zum Zusammenrollen bzw. Falten

Flasche-Faltbar
Wenn du viel unterwegs bist, wanderst oder Sport treibst, musst du auf jeden Fall ausreichend trinken. Natürlich bekommst du an vielen deiner Reiseziele Wasser in Flaschen zu kaufen. Deutlich umweltschonender aber ist es, wenn du dir eine Flasche zum Zusammenrollen bzw. Falten kaufst. Du kannst sie immer wieder füllen, wenn du aufbrichst. Kommst du am Flughafen an, trinkst du sie leer, rollst sie zusammen und steckst sie ein. Extrem praktisch!
 

8. Ein schnell trocknendes Reisehandtuch

Handtuch
Nicht nur bei Wanderungen, an denen du abends ein Ziel erreichst und morgens direkt wieder aufbrichst, in ein Mikrofaserhandtuch für Reisen extrem praktisch: Du trocknest dich nach dem Duschen ab, hängst es auf und innerhalb kürzester Zeit ist es wieder trocken. Wenn du darauf achtest, dass es antibakteriell behandelt ist, kannst du es bedenkenlos lange Zeit auf deinen Reisen benutzen, ohne dass es muffig zu riechen beginnt.
 

9. Eine Dry Bag

Wasserdichter-Beutel
Führt dich deine Reise an viele schöne Strände, aufs Meer oder in regenreiche Gebiete? Dann solltest du für deine empfindlichen Utensilien eine Dry Bag mitnehmen. Diese Taschen sind schick, strapazierfähig und zu 100 Prozent wasserdicht. Da kannst du fröhlich kreischend mit dem Motorboot über die Wellen jagen, ohne dir Gedanken um deine Ausrüstung zu machen.
 

10. Ein Kulturbeutel zum Aufhängen

Klingt im ersten Moment überflüssiger, als er ist: Achte auf jeden Fall darauf, dass dein leichter und kleiner Kulturbeutel eine Lasche zum Aufhängen hat. Du wirst mehr als eine Waschgelegenheit finden, bei der du ihn ganz bestimmt nirgends hinlegen möchtest! Die kleinen praktischen Dinge sind im Nachhinein immer diejenigen, die am hilfreichsten waren.

Siehe auch:
Was gehört in den Koffer

Du möchtest den Schritt wagen und ins englischsprachige Ausland gehen, um dort zu arbeiten, es fehlt dir jedoch noch der nötige Wortschatz, um deinen gewünschten Beruf auf Englisch auszuüben? Dann sind die Fachenglischkurse von Kaplan genau das richtige für dich!
Längst ist die Bedeutung von Sprachreisen nicht mehr nur sein allgemeines Englisch zu verbessern, sondern sie bieten auch die Möglichkeit, fachspezifisches Vokabular auf Englisch zu erlernen – wie mit den Fachenglisch Sprachreisen von Kaplan.

Profi auf ganzer Linie – Fachenglisch-Sprachreisen

Wer zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt oder eine Sprachreise in England plant, der hat die Möglichkeit einen Fachenglischkurs aus den Bereichen Kundenservice, IT, Finanzen, HR, Recht oder Medizin zu besuchen. Dieser Kurs vermittelt nebst allgemeinen Englischkenntnissen, berufsspezifisches Fachvokabular und Fachwissen und ist das Richtige für dich, wenn du deine allgemeinen Englischkenntnisse verbessern willst, sicher auf Englisch über deine Branche und deinen Beruf sprechen möchtest und somit gut gerüstet in die neue Arbeitswelt starten möchtest.

KB

Ein Fachenglischkurs kann dir helfen, den ersten Schritt ins Ausland zu machen und dir als Sprungbrett nützen. Du lernst ein Netzwerk an neue Menschen kennen und er gibt dir Zeit, dich an deine neue Umgebung zu gewöhnen. Zudem erhältst du das nötige sprachliche Skillset mit auf deinen zukünftigen Weg. KB2

Eine Investition fürs Leben

Eine Auslandszeit, in welcher Form auch immer, ist eine Investition fürs Leben, du lernst eine neue Kultur und verschiedene Lebensarten kennen, erlebst den Alltag fernab von zu Hause und erlangst dadurch unbezahlbare Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Du erweiterst deinen Horizont und wenn du auch noch Arbeitserfahrung aus dem Ausland mitbringst, machst du dich wertvoll für zukünftige Arbeitgeber in Deutschland oder auch international, denn welcher Arbeitgeber schätzt es nicht, wenn sich ein Bewerber von der Masse abzuheben vermag?

Weitere Informationen zu Sprachreisen und Auslandsprogrammen:

Taxis  New York

Du weißt noch nicht genau, was du nach Ende der Schulzeit machen sollst und träumst vom Ausland?

Wie wäre es dann mit einem Gap Year? Bis zum 30. November 2016 erhältst du noch an folgenden Schulen von EF Education First einen Rabatt in Höhe von 15 % auf das Gap Year Special:

  • New York
  • Miami
  • Santa Barbara
  • Nizza
  • London
  • Cambridge

 zum Angebot >
Gratiskatalog anfordern >

Das Angebot nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Gültig bei Buchung eines mindestens 12-wöchigen Intensivkurses bis zum 30. November 2016 an einer der oben angegebenen Orte. Max. EUR 1000. Ausschließlich an den folgenden Startterminen: 9. Januar 2017, 24. April 2017 und 18. September 2017

öffentliche Lagune in Cairns, dahinter der Ozean

öffentliche Lagune in Cairns, dahinter der Ozean

Als wir dann in einem kleinen Ort eine Pause machten, sahen wir kaputt gerissene Häuser ohne Dächer. Ich habe mich nicht getraut, Fotos davon zu machen. Mir war es zu peinlich und zu unangenehm. Es war echt krass, die Gewalt der Natur in dieser Art und Weise zu Gesicht zu bekommen. Nach einer viertel Stunde sind wir dann weiter Richtung Cairns gefahren. Am frühen Abend kamen wir dort an. Ich wusste zunächst den Weg nicht, fragte dann aber in einem Laden, wie es weitergeht. Es gibt in Cairns das Gilligans Hostel. Es ist ein sehr angesagtes (Party) Hostel und ziemlich groß. Ich entschied mich aber für ein kleineres Hostel, das Corona Backpackers, genau gegenüber dem Gilligans. Und zwar war hier der Preis so günstig, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe. Nur $AUD 10 pro Nacht.

Und hierbei handelte es sich jetzt nicht um ein 20-Bett Zimmer, sondern um ein angenehmes 4-Bett Zimmer. Unschlagbar, der Preis. Ich checkte ein und bezog ein Zimmer, in dem bereits 3 andere Mädels wohnten. Ich bekam das letzte freie Bett, interessanterweise das untere Bett des Hochbetts. Normalerweise waren die unteren Betten immer die, die sofort belegt waren. Aber mir war schnell klar, weshalb es hier anders war. Das unter Bett war total schmal/klein/tief. Also der Abstand zum oberen Bett war sehr wenig, sodass man sich kaum aufrecht hinsetzen konnte. Über mir schien ein Mädel aus Kenzingen, Baden-Württemberg zu schlafen. Sie war nicht oft da und ich sah sie auch nur ein paar Mal, aber eine Tüte aus einem Schuhgeschäft in 79341, Kenzingen lies mich diese Schlüsse ziehen. Später fragte ich sie vorsichtig und sie bestätigte.

Ich fands lustig, weil Kenzingen nur 30km von meinem jetzigen Wohnort in Freiburg entfernt ist. Damals wusste ich zwar noch nicht, dass ich aus Frankfurt nach Freiburg ziehen würde, aber die ganzen “-ingen” Dörfer waren mir durch meine Freundin schon ein bisschen bekannt. Die anderen beiden Mädels in meinem Zimmer waren aus England. Nach einigen Nächten gingen sie mir total auf den Sack. Wenn ich morgens noch schlief und sie aufstanden, um sich fertig zu machen, machten sie jedes verdammte Mal die Gardinen auf, als wenn keiner mehr im Raum wäre. Sobald sie dann das Zimmer verlassen hatten, bin ich aufgestanden und habe sie wieder zugezogen.

Total nervig war das. Dafür hätte ich die echt schlagen können, das machte einfach aggressiv. Es gibt zwei Arten von Typen: diejenigen, die morgens leise ihre Sachen nehmen, die Zimmertür hinter sich leise schließen und dann ins Bad gehen, um sich zu anzuziehen (so wie ich) und die, die denken sie seien allein im Raum. Licht anmachen, das ganze Zimmer mit ekligem Deo vollsauen, lautstark im Backpack rumwühlen, Zimmertür ohne Klinke zu drücken zuziehen usw. Deswegen war ich eigentlich schon vieles gewohnt, aber diese Mädels brachten es einfach auf die Spitze.

Im Hostel gab es auch zwei, drei PC’s, die ich ab und zu nutze, um mit Meiner Freundin zu skypen. Als ich an einem Tag die Treppe runter lief, staunte ich nicht schlecht: die zwei befreundeten Engländer, die mit mir auf der Pineapple Farm in Bundaberg gearbeitet hatten standen plötzlich vor mir. Wir begrüßten uns kurz, sprachen 1-2 Sätze und gingen dann auch wieder auseinander. Aber offensichtlich waren sie im gleichen Hostel wie ich.

In Cairns selber war ich natürlich auch noch ausreichend unterwegs. Cairns gilt als besonders tropisch, aber um ehrlich zu sein finde ich es lange nicht so tropisch wie in Darwin. Aber es herrscht riesiger Tourismus, vor allem wegen dem Great Barrier Reef. An wirklich fast jeder Ecke gibt es ein Travelcenter, in dem Tauch- und Schnorchteltouren gebucht werden können. Überall wird man durch Schilder auf die Touren mit schönen Yachten raus ans Reef aufmerksam gemacht. Natürlich wollte ich sowas auch machen, aber darum kümmerte ich mich später. Ich besuchte erst mal die berühmten Cairns Nightmarkets. Die überdachte Markthalle macht erst um 17 Uhr auf und schließt zwischen 23 und 0.00 Uhr. Es gibt Souvenirs, Klamotten etc. und reges Markttreiben. Cairns halt ein richtig geiles Flair. Ähnlich wie Surfers Paradise, fand ich. Unglaublich viele Touristen, alle Leute irgendwie in besonderer Urlaubsstimmung, immer gut gelaunt, überall ist es hell, sonnig und rum herum überall schöner blauer Ozean.

Gut, leider kann man auch in Cairns nicht im Ozean baden, aber das gabs ja öfter. Dafür gab es wieder eine schöne, öffentliche Lagune, die jedem frei zur Verfügung stand. Rund herum gab es Liegewiesen und Grillmöglichkeiten. So ließ ich mich hier oft nieder und beobachtete das Treiben. Die Sportler, die sich hier trafen, um Gymnastik zu machen, die Kinder, die im Wasser planschten oder auch einfach den Blick auf das weite Meer. Nach ein paar Tagen widmete ich mich dann dem Thema Great Barrier Reef und fragte in ein paar Travelagencys nach entsprechenden Angeboten. Überall gab es Angebote zu Hauf und ich versuchte das bestmöglichste zu finden. Ich wollte unbedingt auch tauchen und nicht nur schnorcheln. Direkt an der Lagune, dem teuren Mantra Esplanade Hotel angeschlossen, entdeckte ich das Cairns Tourist Information Centre.

Dort kam ich mit Chris, einer sehr netten Mitarbeiterin ins Gespräch. Sie informierte mich über die verschiedenen Angebote und wir sprachen bestimmt eine gute dreiviertel Stunde. Ich musste mich dann entscheiden, ob ich eine Tour nehme, wo eher eine kleine Gruppe rausfährt und man dann als Highlight in kleinen Ruderbooten auf eine kleine, verlassene Sandinsel rausfährt und dort den Tag abhängt oder eine etwas größere Tour mit Ausflugsdampfer. Ich buchte bei ihr dann die größere Tagestour auf einem modernen Dampfer mit Verpflegung usw. Ein Tauchgang war inklusive, das Schnorcheln mit oder ohne Guide jederzeit möglich. Obendrauf bot sie mir an, jederzeit kostenfrei den im Reisebüro stehenden PC zum Surfen zu benutzen und hinterlas mir eine entsprechende Erlaubnis auf Ihrer Visitenkarte, falls ich mal kommen wolle und sie nicht da ist. Das fand ich klasse. Später, nachdem ich Cairns verlassen hatte, schrieb ich deshalb auch eine kleine Dankesmail an das Reisebüro. Leider erhielt ich nie eine Rückinfo, aber ich bin sicher, sie kam an.

Am besagten Tag der Tour machte ich mich also morgens auf zum Hafen, der auch sehr zentral liegt. Ich war noch etwas früh, die Crew war noch am Vorbereiten. Am Vortag hatte ich mir noch im Woolworths eine Einmalkamera für Unterwasseraufnahmen besorgt, damit ich beim Tauchen auch ein paar Fotos knipsen kann. Die Sonne schien wunderschön, es war, wie fast immer, wolkenfrei. Als wir dann an Bord gehen durften, setze ich mich erstmal hin und wartete kurz. Es kamen noch ein paar mehr Leute, aber auch nicht zu viele. Ich würde sagen, es waren insgesamt um die 25 Leute+Crew. Wir wurden begrüßt und uns wurde der Ablauf des Tages erläutert. Während das Boot abfuhr, wurden die Leute in entsprechende Gruppen aufgeteilt: Schnorchler, Taucher mit Lehrerin und Taucher mit Taucherschein.

ebook-290

Ich reihte mich in die zweite Gruppe ein und erhielt einen Zettel, den ich unterschreiben musste. Es handelte sich um das Übliche: Angaben über Vorerkrankungen etc. In meiner Gruppe waren wir nur zu 4 + Lehrerin. Ich war erstaunt, dass doch so viele nur das Schnorchelprogramm gebucht hatten. Es gab auch einige, die ohne Tauchlehrer frei tauchen durften, aber die meisten wollten scheinbar nur schnorcheln. Mir wäre das zu langweilig gewesen. Nachdem wir alle die Unterlagen ausgefüllt hatten, setzten wir 5 uns in einer kleinen Runde zusammen und die Tauchlehrerin erklärte uns ein paar Grundregeln und Grundbegriffe des Tauchens.
Also wie man sich zu verhalten hat, die Zeichen für “Alles OK”, “Irgendetwas stimmt nicht”, “Ich will hoch” usw. Ich kannte das schon von meinem ersten Schnuppertauchen in Darmstadt. Nachdem sie fertig war, musste sie uns das gerade gelehrte nochmal schriftlich abfragen. Dazu erhielten wir eine Art “schriftlicher Test”. Der war aber in 5 Minuten erledigt und nicht wirklich schwer. War halt irgendeine gesetzliche Auflage oder so.

So, anschließend ging es dann raus ans Deck. Dort erhielten wir dann unsere Ausrüsten und Tauchanzüge in entsprechender Größe und durften uns einkleiden. Auch das dauert, wegen dem engen Neopren, erstmal einen Moment. Zuerst gingen die Schnorchler nach und nach ins Wasser und wir mussten etwas warten. Dann aber bekamen wir unsere schweren Sauerstoff Flaschen auf den Rücken gepackt und mussten uns auf eine Rampe setzen, von der wir dann vorsichtig ins Wasser gepurzelt sind. In meiner Gruppe waren noch zwei asiatische Mädels und noch irgendein anderes Mädel. Dann bediente die Lehrerin bei jedem von uns einen Knopf an der Ausrüstung und lies uns so nach und nach unter Wasser absinken. Ich kannte das ja bereits und dementsprechend ging bei mir alles recht einfach.

Als wir dann alle fünf unten waren, hakten wir uns gegenseitig ein und bildeten so eine Kette. die Lehrerin wollte es so. Ich kanns auch verstehen, immerhin waren wir hier nicht in einem viereckigen Übungsbecken in einem Schwimmbad, sondern auf dem offenen Ozean. Und nicht irgendwo auf dem Ozean, sondern am Great Barrier Reef, dem Eldorado aller Taucher. Dort, wo jeder Taucher einmal im Leben tauchen möchte! Wir tauchten ein bisschen vor uns hin, und beobachteten die Fische, die uns hin und wieder entgegenkamen. Auch Korallen gab es viele. Ab und zu musste unsere Kette stoppen, da ich Fotos machen wollte. Von den anderen hatte keiner eine Kamera. Zugegebenermaßen muss ich aber sagen, dass ich die Sicht, also die Lichtverhältnisse jetzt nicht sooo prickelnd fand.

Es war schon leicht gräulich alles. Sie hätten sich schon eine hellere Stelle zum Abtauchen suchen können. Aber jeder Tour Veranstalter hat wohl so seine festen Stellen am Reef. Nebenher tauchte aber auch ein Fotograf, der alles auf professionellen Fotos festhielt. An einem Korallenriff fand dann ein kleines Fotoshooting statt. Jeder von uns bekam eine Aussie Flagge in die Hand und durfte einmal posieren. Um uns herum schwammen einige Clownfische (die bekannten orangenen Fische aus “Findet Nemo”) und wenn gerade einer direkt vorbeischwamm, macht der Fotograf auch ein Bild. So nach dem Motto “Hey, ich habe in Australien Nemo gefunden!”. Nach gut einer halben Stunde sind wir dann nach und nach alle wieder auf an die Wasseroberfläche. Es war wirklich toll und hat sich auf jeden Fall gelohnt, muss ich sagen. Die Leute vom Team nahmen uns die Sauerstoffflasche ab und sagten wir hätten jetzt noch Zeit zur freien Verfügung, da die Schnorchler noch im Wasser waren. Ich bin dann mit einem Schnorchel ins Wasser gesprungen und hab mich der geführten Gruppe angehängt.

Dort erzählte ein Crewmitglied allerhand über das Reef und die hier lebenden Fische. Aber nicht auf langweilig Art, sondern mit live Betrachtung. Er tauchte einmal ab, griff um sich und kam mit einem Lebewesen wieder hoch. Über das Tier erzählte er dann und gab es uns zum Anfassen. Er warnte aber eindringlich davor, das nachzumachen. Generell sollten wir unter Wasser nichts anfassen. Das Great Barrier Reef ist Weltnaturerbe und wird leider immer mehr beschädigt. Aus Respekt und aber auch aus Vorsicht, sollten wir keinerlei Tiere anfassen. Er erzählte eine Anekdote eines Touristen, der unvorsichtig war und unbedingt ein Andenken vom Meeresboden mitnehmen wollte. Er schnappte sich eine Art Seestern, kannte das Tier aber nicht ausreichend genug.
Er steckte es in die Hosentasche seiner Badehose, wo es dann aber zustach. Der Tourist starb. Er wollte uns damit zeigen, dass es durchaus gefährlich ist, wahllos irgendwelche schönen Meerestiere mitzunehmen. Ich schwamm ein bisschen mit und hörte zu, dann begab ich mich noch alleine auf Schnorcheltour. So gegen 14 Uhr etwa wurden wir dann alle wieder zurück an Bord gerufen, da es Mittagessen gab. Am Schiff wurde wirklich frisch gekocht und wir hatten alle ein warmes Mittagessen.

Beim Essen kam ich mit einem asiatisch aussehendem Pärchen ins Gespräch, die aber nicht aus Asien kamen, sondern aus Kanada. Sie waren sehr freundlich und wir sprachen ein bisschen über die gemachten Erfahrungen unter Wasser. Sie erzählten mir, dass sie den Tauchschein in Malaysia machen werden würden, da er dort nur die Hälfte von dem kostet, was er in hier in Australien kostet. Ja, es folgten normale Gespräche über dies und das und jenes. Gegen 15 Uhr etwa durfte jedermann nochmal ins Wasser. Die Lehrerin fragte jeden von uns Schnuppertauchern, ob wir Interesse an einem zweiten Tauchgang hätten, der dann halt nochmal einen Aufpreis gekostet hätte. Ich lehnte aber, wie die anderen auch, ab. Inzwischen hatte der Fotograf auch alle Fotos von den Tauchgängen und Schnorchlern gesichtet und entsprechend entwickelt.

Man konnte sich die Bilder bei ihm ansehen und kaufen. Ich entschied mich für das bekannte Bild von mir unter Wasser mit der Aussie Flagge in der Hand. Auch die anderen Bilder hätte ich natürlich gerne mitgenommen, aber alleine dieses eine Foto hat mich umgerechnet knapp 15 EUR gekostet! Der Preis war ziemlich stolz, weswegen sich auch einige Leute gegen den Kauf entschieden. So ganz ohne ein Andenken in guter Qualität wollte ich aber nicht von Bord gehen, deswegen nahm ich zumindest eines der Fotos auf CD mit. Am späten Nachmittag mussten dann alle wieder aufs Boot, da wir langsam zurück nach Cairns fuhren. Ich hielt mich am oberen Außendeck auf, wo ich mich mit den Mädels, die mit mir tauchen waren, ausgiebig unterhielt. Dazu kamen dann noch ein paar Leute und auch ein Spaßvogel der Crew gesellte sich zu uns und scherzte ein bisschen rum. Gegen 18.30 Uhr etwa kamen wir dann wieder am Hafen in Cairns an und ich versuchte kurz, die Leute zu überreden, irgendwo noch was trinken zu gehen. Aber irgendwie wollte keiner so recht, sodass wir uns verabschiedeten und jeder in seine Richtung ging. Alles in Allem war der Tauchtrip am Great Barrier Reef auf jeden Fall ein super toller Tag mit tollen Erfahrungen, guter Laune, super Atmosphäre und netten Leuten.

Ich war noch ein paar Tage in Cairns. Sonntags hatte ich ja immer Waschtag und bin deshalb direkt gegenüber ins Gilligans Hostel, da das Corona Backpackers keine eigene Laundry besaß. Somit hatte ich einen kleinen Einblick in dieses große Hostel. Es war schon groß und hübsch hergerichtet mit einer Art Atrium. Die Laundry war für jedermann offen und somit hockte ich mich dort hin und wartete auf meine Wäsche. Ansonsten war ich noch ein bisschen außerhalb unterwegs, z.B. im Botanical Garden von Cairns. Da bin ich mit dem Bus aus der Innenstadt hingefahren.

Botanical Garden, Cairns

Botanical Garden, Cairns

ebook-297

Das Päckchen aus Deutschland hatte ich mittlerweile (bereits einige Wochen zuvor) aus der Postfiliale in Darwin nach Sydney in die Postfiliale schicken lassen. Mein Rückflug nach Sydney stand nun nämlich an. Ich begab mich zum Flughafen und ging zum Schalter. Den Flug hatte ich ja schon vor einigen Wochen gebucht und somit war ich mit den genauen Flugdetails nicht mehr so vertraut, aber ich wusste, dass mein Rückflug heute war. Ich dachte mir, hoffentlich stimmt noch alles und der Flug wurde nicht verschoben oder so, denn ich hatte mich darüber nicht mehr informiert und diesmal auch nicht online eingecheckt.

Als ich dann am Checkin Schalter war, passierte es: “I can not find any booking on your name, are you sure you’re flying today, Tobias?”. “Ohoh, mach keine Scheisse…”, dachte ich innerlich. “Yeah. actually yes…” entgegnete ich. Sie tippte weiter im System herum und fand mich dann zum Glück. Allerdings nicht für den Flug in 1 Stunde, sondern für den Flug, der erst in ca. 5 Stunden geht. Aber das war mir egal. Hauptsache ich hatte mich nicht im Tag geirrt, sodass ich z.B. hätte eigentlich gestern fliegen sollen. Ich gab meinen Rucksack auf und freute mich also auf ein paar langweilige Stunden auf dem Flughafengelände. Ich war ja auf dem Domestic Terminal/Airport, also dem Bereich, wo nur Inlandsflüge stattfinden. Hier war es bekanntlich meistens noch langweiliger, als auf den International Airports. Denn dort gibt’s oft noch ein paar Shops mehr. Ich hockte mich als mal hier hin, mal dort hin.

Dann lief ich draußen rum, vom Domestic Airport zum Internation Airport. Viel mehr war hier aber auch nicht los. Ich konnte ein bisschen “Fernluft” schnuppern, indem ich den Abfertigungen von Langstreckenflügen nach Europa zusah. Ja, und so vertrieb ich mir irgendwie die Zeit…mit rumgammeln und Musik hören. Am Nachmittag war es dann soweit und ich konnte zu meinem Flug. Nun ging es also die in mehreren Wochen gut 2500km lange abgefahrene Strecke in nur 3 Stunden komplett wieder zurück. Nach und nach hab ich es mit dem Greyhound Bus bis ganz nach oben geschafft und mit dem Flugzeug ist man in Windeseile wieder am Startpunkt, irgendwie verrückt.

zum Anfang von 53093 Kilometer und zurück! – Ein Work & Travel Abenteuer in Australien, Indonesien, Südkorea & auf Fiji >

Jedenfalls hat Azé in St. Marys auch noch ein eigenes Haus, obwohl er die meiste Zeit, also wenn er in St. Marys lebt, eh bei Katy wohnt. Zum Abendbrot hatte Katy etwas ganz leckeres gemacht: Baguette angebacken und einen klein gehackten Tomaten Mozzarella Mix / Salat. Mit dem konnte man sich das Baguette lecker belegen, schmeckte hervorragend! Wir kamen im Laufe des Abends ins Gespräch über Schlangen und Kängurus und ich erzählte über die kleinen Kängurus, die ich in Darwin sehen konnte, die aber so extrem scheu waren. Jimmy erzählte, dass in dem Gestrüpp, also in diesem wilden Park quer gegenüber von Katy‘s Haus, etliche Kängurus leben würden.
Ich sagte, ich sei da schon mehrfach wegen Schlangen gewesen und hätte dort nicht ein einziges Känguru gesehen und würde das daher gar nicht glauben können. Deswegen schnappten wir uns kurzerhand den 4 Wheel Drive von Katy’s Tochter und sind einfach spontan mal mitten in der Dunkelheit dort reingefahren.

Total cool mit so ’nem Jeep einfach durch die Büche zu fahren, es war ganz schön schaukelig. Wir mussten zuerst ein wenig suchen, haben uns dann etwas verfahren, da es ja total dunkel war und das ein ungepflegtes Gebüsch ist. Aber dann in einer Ecke: Überall Kängurus! Und zwar keine kleinen wie in Darwin, sondern richtig große Viecher! Und vorallem sind die nicht sofort abgehauen! Nach ungefähr einer Stunde sind wir dann kurz wieder über die Straße gehuscht und zurück nach Hause.

Als ich am nächsten Tag am späten Nachmittag an der Bahnstation in St. Marys ankam, holte mich Nadja mit ihrem 4-Wheel Drive ab und wir fuhren heim. Dort waren Jim und einige Kumpels am Feiern. Sie sagte typisch “aussie-lässig” zu mir “Yeah, they’re all my husbands mates, it’s his birthday today”. Es gab lecker Essen und natürlich viel Bier. Die Kumpels waren alle echte Aussies und manche von ihnen etwas primitiv, muss ich sagen. Aber auch Manuel war da, den ich ja schon kannte.

Auf meinem Zimmer schaute ich mir am Abend dann das Video von Heiligabend in der Heimat an, das ich inzwischen zugeschickt bekommen hatte. Es bescherte mir sehr unterhaltsame 20 Minuten. In Darwin hatte ich ja eine Art Weihnachtspaket mit allerlei Souvenirs zusammengepackt und Anja mitgegeben, die das Paket dann aus Siegen, Nordrein-Westfalen nach Frankfurt geschickt hat. Jedem der Familie hatte ich eine eigene Tüte gepackt und einen kleinen Brief an den oder diejenige geschrieben.

An die Tüte habe ich von außen dann jeweils den Namen der Person geschrieben, damit man wusste, welche Tüte für wen ist. An Heiligabend gab es dann die Bescherung und jeder packte seine “Wundertüte” aus und kommentierte entsprechend seine Geschenke. Mein Bruder hatte alles gefilmt. Es war so lustig, wie alle auspackten und über meine Geschenke und meine Briefe schmunzelten. Das Video war einfach ein Stück Heimat. Meine Schwester freute sich übrigens sehr über die Koala Hausschuhe, die ich für sie auf dem Queens Victoria Market in Melbourne gekauft hatte.

Am nächsten Tag war dann der 31.12.2010 und ich hatte mich mit Shirley in Sydney verabredet. Am Vormittag fuhr ich schon in die City, da ja zu erwarten war, dass es voll werden würde. Nach ein paar Telefonaten klappte es mit dem vereinbarten Treffpunkt irgendwie nicht, deshalb ging ich direkt zum Eingang des Botanical Garden. Mit Zäunen waren Warteschlangen abgetrennt worden und es wurden Eingangsgates mit Taschenkontrollen eingerichtet. Alkohol war verboten. Es war schon ganz schön voll am Mittag und die Sonne knallte ziemlich. Nach dem ich gecheckt wurde und passieren durfte, empfing mich Shirley, die mit ihren Freunden schon drin war. Sie freute mich nach langer Zeit wieder zu sehen und begrüßte mich erstmal. Dann folgte ich ihr durch den Park, der mit allerlei Buden, Lichtern, Toiletten usw. umgebaut war.

Der Eintritt in den Park war frei. Grundsätzlich muss man sich das Feuerwerk in Sydney so vorstellen: Das große, bekannte Feuerwerk findet von Boten und der großen Brücke im Hafen statt. Der Hafen ist somit Mittelpunkt des Geschehens und wird von allen Seiten umzingelt. Die Zuschauer sind also am Opera House, am Darling Harbour, the Rocks und allen anderen Stellen drumherum. Der Botanical Garden ist auf einem Berg gelegen und bietet daher auch ziemlich gute Sicht auf den Hafen. Innerhalb des Gardens gab es eine abgetrennte Zone für ca. 30.000 Leute. Diese Zone bietet innerhalb des Gardens den besten Blick, da man direkt am Ufer des Hafens ist. Da es noch recht früh am Mittag war, so gegen 13 Uhr, hatte ich noch Glück und erlang eines der heiß begehrten Armbänder, das mir den exklusiven Eintritt in diese Zone ermöglichte. Die anderen waren ja schon früher da gewesen und hatten uns auch bereits einige Sitzplätze ergattert. Am Ufer entlang ließ man sich auf Gras-Hügeln nieder. Blöderweise war der Hügel, den wir hatten ziemlich steil, sodass das Sitzen dort manchmal etwas schwierig war, da es rutschig war.

Aber egal, Hauptsache wir hatten Plätze dort. Shirley stellte mich ihren Freunden vor, die allesamt taiwanesischer Herkunft waren. Überhaupt kam ich mir vor als sei ich der Einzige Europäer dort. Irgendwie war das dort unten der Taiwan Block glaubte ich. Überall Taiwanesen und andere Asiaten, aber ich fand das geil. Es gab innerhalb des abgetrennten Bereichs nochmal einen anderen exklusiven Bereich, der wohl auch Geld kostete, eine Tanzfläche bot und bestuhlt war. Aber das war für uns uninteressant. Ja, jetzt war es also mittags, die Sonne knallte, wir saßen alle zusammen auf der Wiese und durften jetzt noch gut 6 Std warten, bis es dunkel werden würde und bis Mitternacht waren es noch 10 Stunden. Wir unterhielten uns, spielten spiele bzw. ich sah den anderen genüsslich zu, wie sie wild gestikulierend ihre Sprache sprachen. Ab und an ging ich die Treppe hoch, wo die Buden standen, holte mal was zu essen und vertrat mir die Beine. Ich war ziemlich gut drauf.

ebook-206

ebook-208

Die Stimmung war einfach traumhaft. Es war wolkenfrei und sonnig. Die Leute waren alle gut drauf und es wurden immer mehr. In den Exklusiv-Bereich kam inzwischen keiner mehr neu rein, es war alles voll. Aber ich war ja privilegiert und durfte. Man sah gegenüber am anderen Ufer des Hafens das Opera House und wie es auch dort immer voller wurde. Alle Menschen waren einfach happy und zusammen harrte man aus, ertrug die Hitze. Alle warteten auf den Abend und zwischendurch gab es immer wieder abwechslungsreiche Ereignisse. Eine Dame glänzte am Nachmittag zum Beispiel mit ihrem Auftritt vor den Zuschauern. Da der Bereich am Ufer ja für weitere Besucher geschlossen war, sprang sie irgendwo am Hafen ins Wasser, schwamm bis zu unserem Ufer und versucht dort heimlich und unentdeckt aufzutauchen und einen Platz zu ergattern. Die Security war aber schnell zu Gange, gönnte ihr die Show und den Applaus der Leute. Anschließend durfte sie dann aber doch nicht bleiben und musste weg. Auch ein Kunstflugzeug brachte die Menschen später zum Staunen. Es tauchte irgendwann am Himmel über dem Hafen auf und fing an, Kondensstreifen zu ziehen. Das Lustige war, das die in den Himmel geschriebenen Buchstaben zusammen einen Heiratsantrag ergaben “… u wAnja marry me? :)” Das war schon ziemlich beeindruckend und vor allem konnte man es von überall an allen Seiten vom Hafen aus lesen.

ebook-207

Später schrieb der Pilot noch irgendwas mit „Jesus“ (?!) und dann noch „R U JK?“ in den Himmel. Erst später erfuhr ich, dass es in Australien immer am 2. Donnerstag im September (2013 war es der 12.09.) einen „R U JK?“ Day gibt. Ein Tag/eine Initiative an dem jeder seinem Nächsten eben genau diese Frage stellen soll. Der Alltag zieht heute so schnell an einem Vorbei, das man oft die Probleme seiner Liebsten um sich herum gar nicht mehr wahrnimmt oder man gar nicht erst merkt, dass es einer Person sehr schlecht geht. Am „R U JK?“ Day soll jeder sich die Zeit nehmen, den Alltag vergessen und sich nach dem Befinden seiner Freunde und Familie erkundigen. Wenn dieser Tag jetzt noch ein landesweiter Nationalfeiertag wäre, dann hätten die Aussies es echt mal drauf!:)

A propros Feiertag: Am 26. Mai ist in Australien übrigens „Sorry Day“, ein Feiertag mit dem den Aboriginals gedacht werden soll. Anlass hierfür sind die sogenannten „Stolen Generations“ (gestohlenen Generationen), mit denen man die erfolgten Zwangsadoptionen von Aboriginalkindern durch die weiße Regierung zwischen 1920 und 1969 bezeichnet. Mischlingskinder wurden damals den Müttern wortwörtlich aus den Händen gerissen, um diese Kinder dann weißen Familien zuzuführen, damit die Kinder unter weißen Australiern aufwachsen und auch entsprechend „weiß“ erzogen werden. Seit 1998 widmet Australien daher den 26. Mai diesen Generationen. Kleiner Exkurs in die GeschichteJ – zurück zu meiner Geschichte im Botanical Garden.

Ich hielt irgendwann noch ein bisschen Mittagsschlaf, verbrannte mir dabei leicht die Schnute, aber Shirley weckte mich rechtzeitig und versorgte mich mit Sonnencreme. Immer wieder machten wir Fotos am Ufer. Nicht nur wir, den ganzen Tag sah man Leute am Weg posieren. Es war ja auch die perfekte Kulisse, so direkt am Hafen und im Hintergrund die Harbour Bridge und das Opera House. Immer wieder machten wir auch Fotos mit der taiwanesischen Flagge und ich lernte den Spruch “Owei Taiwan”, der so viel bedeutet wir “ich liebe Taiwan”.

Ich rief den Spruch ab und an auch irgendwelchen fremden Taiwanesen zu, die sich darüber dann immer freuten. Keine Ahnung, fands irgendwie lustig. Shirley erklärte mir, dass im Jahr 2011 der 100. Geburtstag der Republik China gefeiert wird und deswegen so viele Chinesen und Taiwanesen hier zusammengekommen sind und stolz vor ihren Landesflaggen posieren. Zum Teil war ich mit auf den Fotos, manchmal beobachtete ich einfach nur. Jeder machte irgendwie mit jedem Fotos, es kamen einfach fremde Asiaten dazu, ob man sich kannte oder nicht, verstand ich nicht. Aber lustig wars: Ein Asiate kam, fragte irgendwas auf taiwanesisch oder chinesisch, es folgten ein paar Töne, man kam zum Foto zusammen, grinste, ging auseinander, gab sich die Hände und trennte sich wieder. Naja, aber Shirley und ihre Freunde waren wirklich nett und man sprach auch englisch zwischendurch, damit ich auch was verstand und wir uns unterhalten konnten. So verging also langsam die Zeit und als es dunkel wurde, setzten die Beleuchtungen ein. Auf der Tanzfläche nebenan spielte inzwischen Musik und es gab Showeinlagen.

 

Oben bei den Buden und Toiletten war es sowas von proppe voll, man musste ewig für irgendwas anstehen. Ich war froh, dass wir die guten Plätze unten am Ufer hatten, denn da war der Blick einfach genial und frei aufs Wasser. Oben war man halt im Park und hatte irgendwelche Menschen und Bäume vor sich. So um 21 Uhr etwa begann dann erstmals das Feuerwerk. Jede volle Stunde gab es ein kurzes Feuerwerk, quasi als Countdown und zum Einheizen für die große Show um 0.00 Uhr. Wir hatten jede Menge Spaß und was mich am allermeisten wunderte bzw. was ich bewundernswert fand war, dass überhaupt kein Alkohol Andyss.

Die Menschen waren einfach so gut drauf und hatten Spaß. Oben gab es zwar Dosenbier zu kaufen, aber soweit ich sehen konnte, trank das, zumindest unten bei den Asiaten, kaum jemand. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich an diesem Silvester trocken bleibe, wirklich nicht. Um 23.45 wurde es dann spannend, da jeder wusste, dass es gleich losgehen würde und die folgenden Bilder um die ganze Welt gehen würden. Ja und um Mitternacht war es dann soweit, das Feuerwerk startete und jeder zückte Kameras und stand mit dem Kopf im Nacken da. Ich machte auch einige Fotos, klar, aber ließ die Kamera irgendwann dann aus, a) weil der Akku eh so gut wie leer war und klar, b) weil man sonst kaum was selber genießen kann und sich nur auf die Fotos konzentriert. Das Feuerwerk war wirklich toll organisiert und beeindruckend. Vor allem die Fontänen direkt an der Brücke haben mir sehr gefallen, denn das hatte sowas glamouröses. Das Feuerwerk ging gut 20-25 Minuten, dann war Schluss. Wir waren alle ziemlich beeindruckt.

ebook-209

Ich schrieb eine Neujahrs-SMS an Marissa, die ja mit ihren Bekannten in Melbourne feierte und rief bei Meiner Freundin in Deutschland an, wo es ja noch Mittag war. War irgendwie auch lustig. Auch Andy schrieb ich eine SMS, nach reichlicher Überlegung, da in letzter Zeit der Kontakt bewusst ausblieb. Von Miranda wusste ich, dass sie auch in Sydney weilte, denn es war zu Anfang auch eine Überlegung, ob wir zusammen feiern sollten, aber sie entschied sich dann für einen gebuchten Abend auf einem Luxus Boot. Ziemlich teuer so ein paar Stunden auf so einem Dampfer, aber die sahen schon edel und cool aus. Ich hatte die vom Hafen aus gesehen. Es waren so schwarz verglaste Ausflugsschiffe, auf denen dann ein Abendprogramm veranstaltet wurde.

ebook-212

Doch dann war ich etwas enttäuscht, denn es ging direkt mit dem “zum Ausgang rennen” los. Ich wollte die anderen eigentlich noch überreden irgendwo feiern zu gehen und sich die Kante zu geben, aber irgendwie wollte keiner so Recht. Also begannen auch wir uns recht zügig, dem Menschenstrom anzuschließen. Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis wir den Ausgang des Botanical Gardens erreicht hatten. Die Straßen wurden nun von den ganzen Menschen überlagert, jeder lief kreuz und quer, ein ziemliches geiles Stadtbild. Unsere Gruppe lief noch bis zum Bahnhof, was einige Zeit dauerte. Dort trennten sich unsere Wege dann so gegen 2 etwa. Ich verabschiedete mich von allen, danke für den Abend und ginge in Richtung meines Zuges. Ich hatte mir von allen die Facebook Daten notiert, mit einigen stehe ich heute noch in Kontakt. Ich wollte mir eine Fahrkarte kaufen, bemerkte aber dass jeder irgendwie einfach zum Zug ging und ein wildes Umherlaufen herrschte. Ich fragte also kurzerhand einen Beamten der Verkehrsbetriebe, was abging und er sagte mir, dass der Verkehr freigegeben ist und alle Fahrten in dieser Nacht kostenfrei seien würden – ziemlich geile Aktion von denen, dachte ich mir.

 

Übrigens:

Don’ts in Australien

  • Füße im Zug auf den Sitz legen, egal ob mit oder ohne Schuhe -> 150 $AUD (etwa 100 EUR)
  • Schwarzfahren -> 150 $AUD
  • Unangemessenes Fluchen in öffentlichen Verkehrsmitteln -> 150 $AUD
  • Wiederholung dieser Ordnungswidrigkeiten -> bis zu 300 $AUD

Ferner sollte man es dringlichst unterlassen, zu schnell mit dem Auto zu fahren, da nur wenige Kilometer Geschwindigkeitsüberschreitung rasch einige Hundert Dollar kosten. Alkohol trinken in der Öffentlichkeit kostet meist gute 200 AUD und für das Spazierengehen mit dem Hund am Strand, an dem es untersagt ist, kann man auch schon mal eine dreistellige Summe bezahlen.

Ich setze mich in den Zug zurück nach St. Marys, mit mir im Zug einige feiernde junge Menschen, direkt neben mir ein betrunkenes wild rumknutschendes Pärchen. Eine Stunde später, so gegen 3.30 Uhr kam ich dann in St. Marys am Bahnhof an. Das Problem war nun, wie ich genau heim kommen sollte. Ich konnte jetzt schlecht Katy anrufen und sie bitten, mich abzuholen. Irgendwie hatte ich mir vorher darüber keine Gedanken gemacht, um ehrlich zu sein. Ich kannte den Weg zu Fuß nur so wage und außerdem war er sehr lang, da sich die Straßen auf Grund des so riesigen Kontinents alle ausbreiteten und lange ziehen. Das ist in Australien nun mal so. Ich lief also zu Fuß irgendwo hin, kehrte um, lief woanders hin, versuchte jemanden zu fragen, aber niemand war da. Es war halt ein kleiner Vorort wo nachts die Bordsteine hochgeklappt werden und man eine fallende Stecknadel hören kann. Dann kamen zwar Leute, aber die wollte ich lieber nicht fragen…kamen mir zu komisch vor, diese Gestalten. Irgendwann kam mir ein halbwegs normal aussehender Herr entgegen, den ich kurz fragte.

Als ich dann noch etwas weiter lief, erkannte ich die Umgebung und wusste, dass ich auf dem richtigen Weg zu Katys Haus war. Meine Füße schmerzten inzwischen ziemlich von der ewigen Rumlauferei, deswegen entschied ich mich den Rest einfach barfuß zu laufen. Irgendwann so gegen 5 Uhr kam ich dann vor dem Haus an und hatte ein leicht schlechtes Gewissen. Scheisse, wie komme ich nun rein? Ich hatte keinen Schlüssel und innen schien alles ruhig. Also was machen? Ich traute mich nicht, Katy anzurufen. Deshalb klopfte ich vorsichtig an der Haustür, aber es rührte sich nichts. Also rief ich doch kurz an, klopfte kurz und sie machte mir direkt die Tür auf. Katy war nur auf dem Sofa eingeschlafen, es brannte noch ein kleines Licht‘chen. Sie hatte wohl mehr oder weniger auf mich gewartet. Es gab einen kurzen Schlagabtausch, wir gingen beide aber ziemlich schnell auf unsere Zimmer ins Bett. Nadja und Jimmy waren immer noch feiern.

Einige Stunden später, ich lag noch im Bett, rief ich um kurz nach 10 Uhr bei Meiner Freundin in Deutschland an, denn dort war es ja nun kurz nach Mitternacht und wünschte ihr ein frohes neues Jahr. Sie freute sich tierisch und wir telefonierten eine ganze halbe Stunde. So um 12 bin ich dann aufgestanden und zu Katy ins Wohnzimmer zum Frühstück. Ihre Tochter war wohl erst um 10 Uhr morgens heimgekommen und schlief sich nun erstmal ordentlich aus. Ich schwatzte ein bisschen mit Katy…Sie musste gestern Mittag noch arbeiten und kam erst am späten Nachmittag/Vorabend heim. Sie blieb in der Silvesternacht deshalb daheim.

zum Anfang von 53093 Kilometer und zurück! – Ein Work & Travel Abenteuer in Australien, Indonesien, Südkorea & auf Fiji >

Zu allererst einmal haben wir einen Stadtbummel gemacht, sind zu Starbucks und haben uns einen leckeren, fetten Kaffee geholt. Dann ging’s zur “Good Morning City”. Die Adresse: 247, Jangchungdan-ro, Jung-gu, Seoul (auf Koreanisch: 서울특별시 중구 장충단로 247 (을지로6가) alles klar? ;) ) Good Morning City ist eines der größten Shopping Center in Korea und besitzt 23 Stockwerke mit über 700 Geschäften / Verkaufsständen. Ich brauchte nämlich dringend einen Pullover oder eine Jacke. Vor den Eingängen war ein großer Platz mit Fressbuden und weiteren Verkaufsständen, super um einfach zu flanieren. Im Center selber herrschte reges Treiben. Es war nicht so wie bei uns in Deutschland.

Es war eher eine Art überdachter, sortierter Andyhmarkt in einem modernem Shopping Center. Überall waren Marktstände mit Kleidung. Aber es war alles sortiert, also Frauenbekleidung auf dem Stockwerk, Männerkleidung auf dem anderen. Wir liefen durch die Gänge und wurden unzählig mal angesprochen, die Verkäufer riefen einem zu, versuchten uns ihr Zeug anzudrehen. Hier und da schaute ich mal und überlegte. An einem Stand dann gefiel mir eine anthrazit farbene Sweatjacke, die ich anprobierte. Dawoom konnte ein bisschen auf Koreanisch mit dem Typ reden, sie übersetzte für mich Fragen und meine Preisverhandlung.

Dann kaufte ich das Teil und war froh, endlich eine Jacke zu haben, die mich zumindest etwas warm hält. Und ein brauchbares Andenken an Südkorea ist es heute auch noch (außer das ich inzwischen leicht zugenommen habe und die Jacke nicht mehr 100% passt). Danach sind wir vor das Gebäude und haben uns noch einen Kaffee und ein paar koreanische Snacks geholt. Ich liebe ja diese kleinen Straßenverkäufer, die in Seoul an jeder Straßenecke stehen, wo viele Menschen vorbeikommen (z.B. Metrostationen oder eben Kaufhäuser). Der “Hot Dog Korean Style” hatte es mir besonders angetan. Eine am Stiel befestigte normale Wurst, ummantelt von einer dicken Schicht Panade, mhhh lecker! Perfekt um es “2 go” zu essen und es macht für eine Zeit lang auch satt. Solche kleinen Snacks gab es massig bei diesen Straßenverkäufern. Und an manchen Ständen konnte man sich sogar in einem geheizten Mini-Zelt zum Essen kurzzeitig unterstellen.

ebook-336

Am nächsten Tag sind wir zusammen zum “N Seoul Tower”, dem Fernsehturm von Seoul. Er ist 236,7 m hoch und besitzt zwei innere, öffentlich zugängliche Aussichtsplattformen, eine offene Terasse und ein Drehrestaurant. Er liegt auf dem Berg “Namsan” und wird deshalb auch oft Namsan Tower genannt. Man kann entweder per Seilbahn zum Eingang fahren oder einfach, so wie wir, hochlaufen. Noch unterhalb des Namsan rief Dawoom ihre Mutter per Videoanruf an, da ihre Mutter mich auch mal sehen wollte:) Dann sind wir erstmal ein Stück hoch gelaufen, bis wir beim Eingang des Turms waren. Mit dem Aufzug ging es dann hoch auf die Aussichtsplattform. Dort machten wir, wie üblich, Fotos und erlebten Seoul von oben und bei Abenddämmerung. Amazing! Absolutes Großstadtfeeling! Auf der Außenterasse des Tower, den Stegen entlang, befinden sich etliche Liebesschlösser. Den Brauch gibt es ja auch in Deutschland, aber so viele Schlösser auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen!

ebook-340

Irgendwann sind wir dann wieder runtergelaufen und mit der Metro zurück in die City gefahren. Als Fahrkarte kauft man hier Chipkarten, die aufgeladen werden. Um zum Bahnsteig zu kommen, gibt es elektronische Drehkreuze/Schranken, die durch die Chipkarte entriegelt werden können. Dabei wird man dann zunächst eingebucht und dort, wo man dann aussteigt, muss man nochmal durch die elektronischen Durchgänge und wird ausgebucht. Anhand dessen weiß das System dann auch, welche Strecke man gefahren ist und wie viel Geld von der Karte abgebucht wird. Auf die Karten wird bei Kauf ein Pfand erhoben, somit können die Karten an den Fahrkartenautomaten auch wieder retourniert werden.

Am späteren Abend haben wir uns dann aber nochmal getroffen. Dawooms Freunde wollten mich kennenlernen und deshalb sind wir alle zusammen koreanisch essen gegangen. Wir verabredeten uns irgendwo in Seoul, ich weiß gar nicht mehr genau wo. In irgendeiner Gegend, wo nachts viel los ist. Zunächst traf ich mich mit Dawoom, dann sind wir zusammen zum Treffpunkt. Dort warteten auch schon ihre beiden Kollegen. Der eine hieß 오세기 (europäischer Name lautet Seagi Oh) und den Namen des anderen weiß ich leider nicht mehr. Sie waren sehr freundlich, sie hatten mir und Dawoom während sie auf uns warteten einen koreanischen Hot-Dog geholt, weil sie wohl von Dawoom wussten, dass ich den so gerne mag. Dann bin ich den drei eigentlich auch nur gefolgt, denn sie waren es, die sich hier auskennen. Sie führten mich in ein ihnen bereits bekanntes koreanisches Restaurant, das relativ nobel aussah und es laut ihren Angaben auch war.

Seagi konnte ein bisschen englisch sprechen, nicht viel, aber zumindest ein wenig. Der andere koreanische Freund leider gar nicht. Aber der war eh einer der Sorte “gemütlich”. Etwas pummelig und ziemlich zurückhaltend und ruhig. “Soju” trinkmäßig aber gut dabei! Seagi hingegen war ziemlich offen und war ziemlich interessiert an mir. Ich glaube er fand es sehr spannend jemanden aus Europa kennen zu lernen. Andersrum war es ja nicht anders. Ich fand es super, wieder (“wieder” auf Grund meiner Zeit bei Andy in Darwin) mit wirklich einheimischen Koreanern aus Seoul unterwegs zu sein. Nur so lernt man die wirkliche Kultur und Informationen abseits des Tourismus kennen. Es gab verschiedene koreanische Köstlichkeiten, die auf einer großen Platte mitten auf dem Tisch, zum Teil auf dem Tisch selber erst zubereitet, platziert wurden. Jeder nahm sich dann etwas von dem Hauptteller auf seinen Teiler. Dazu gab es natürlich viel Soju und die Stimmung war echt gut.

Der Kellner machte auch ein Foto von uns. Als wir dann gehen wollten, weigerten Seagi und die anderen sich, mich auch einen Teil zahlen zu lassen. Ich sei eingeladen, sagten sie mir. Ich war wirklich überrascht von dieser unglaublichen Gastfreundschaft, die Sie mir gegenüber pflegten. Ich mein, die beiden Jungs kannten mich vorher nicht einmal, begrüßten mich aber gleich mit einem Hot-Dog und luden mich dann auch noch zum Essen ein. Dabei waren sie wirklich die ganze Zeit freundlich und sehr interessiert an mir. Als wir dann noch ein bisschen durch die Gassen zogen, es war noch viel los draußen, wollten sie auch unbedingt Fotos mit mir. Dieses Interesse an mir fühlte sich toll an. Gegen Mitternacht oder so trennten sich dann unsere Wege wieder und wir vereinbarten, über Facebook und Co. in Kontakt zu bleiben. Leider scheiterte ein zweiter Versuch die Tage darauf noch einmal Abendessen zu gehen.

 

In meinem Hostelzimmer war nun eine Koreanerin eingezogen. Sie konnte gut Englisch sprechen und erzählte uns, dass sie irgendwo aus Korea kommt, sich aber als Stewardess bei einer Fluggesellschaft in Seoul beworben hatte und für das Vorstellungsgespräch ein, zwei Nächte nach Seoul gekommen ist.

Am vorletzten Tag traf ich mich nochmal mit Dawoom, weil wir zusammen in den Lotte World Freizeitpark fahren wollten.. Lotte World ist der größte Indoor-Freizeitpark der Welt, der aber sowohl einen Indoor (“Adventure”), als auch einen Außenbereich namens “Magic Island” hat. Lotte World gehört zu Lotte, einem riesen, koreanischen Konzern, der in mehreren Sparten tätig ist. Vor allem die gigantischen Lotte Kaufhäuser gibt es inzwischen weltweit. Aber auch in den Bereichen Nahrungsmittelindustrie, Elektroindustrie, IT Dienstleistungen, Hotellerie, Finanzdienstleistungen, Chemieindustrie und im Maschinenbau ist Lotte tätig.

ebook-342

Der Name Lotte klingt nicht wirklich koreanisch und das ist er auch nicht. Der Name ist deutsch! Lotte Gründer Shin Kyuk-Ho war Goethe Fan und besonders von Charlotte (“Lotte”), einer Hauptfigur in Goethes Roman “Die Leiden des jungen Werthers” begeistert. So kam es dann zum Namen dieses Weltkonzerns.
Der Eingang zum “Park” befand sich quasi mitten in der B-Ebene der gleichnamigen Metrostation. Und Metrostationen sind in Seoul eh ein Thema für sich. Die sind alle noch viel größer, als ich sie bisher je gesehen hatte. Aber ist ja auch klar, Seoul ist voll von Menschen! kein Wunder, dass eine Station mal locker 14 verschiedene Ein-und Ausgänge in alle möglichen Richtungen hat. Die B-Ebenen von den hiesigen Metrostationen waren im Prinzip eigene kleine Welten. Hier gab es allerlei Geschäfte und Handel.

Der Bahnsteig der Metro ist hier zusätzlich abgesichert. Man kann somit nicht einfach aufs Gleis. An der Einstiegskante des Bahnsteigs ist nämlich eine durchgezogene Glasfront, also eine Art Mauer. Man läuft also gegen eine Glasscheibe, wenn man einfach aufs Gleis runtersteigen wollen würde. Es gibt aber alle paar Meter Türen. Diese gehen aber nur auf, wenn ein Zug gerade an der Station hält. Der Zug hält also mit seinen Türen genau passend an den Glastüren des Bahnsteigs. Dann werden beide Türen geöffnet und die Passagiere können ein- und aussteigen. Das ist ziemlich gut gelöst.

Lotte World hat viel Spaß gemacht, vor allem meine Lieblingsattraktion: der Freefall Tower. Dawoom traute sich leider nicht, deshalb bin ich alleine gefahren. Neben mir saß eine junge Koreanerin, die mit ihren Freunden unterwegs war. Sie guckte mich ein paar Mal an, lächelte und sprach koreanisch, zum Teil zu mir, zum Teil zu ihren Freuden. Sie war total aufgeregt und schrie als wir oben in der Luft hingen wie wild um sich. Vor lauter Angst gepaart mit guter Laune hielt sich an meinem Arm fest und rief mir hysterisch irgendwas zu. Ich verstand natürlich nichts, aber das war ja nicht schlimm. Diese Asiaten sind einfach zu lustig, wenn sie aufgeregt und in ihrer Sprache untereinander sprechen. Wir waren einige Stunden in Lotte World unterwegs. Dabei fiel mir auf, das Dawoom alle paar Minuten auf ihr Smartphone schaute und mit ihren Freunden schrieb. In Korea nutzt man untereinander hauptsächlich Kakao Talk, nicht WhatsApp. So wie in Russland zum Beispiel auch Facebook nicht das größte soziale Netzwerk ist, sondern“VKontakte”.

Generell schien mir in Korea die Technologie sehr weit zu sein. Das hatte mir Louis einst in Sydney auch mal gesagt, doch ich belächelte das eher. Aber Korea war tatsächlich deutlich modernisierter in Infrastruktur und Unterhaltungselektronik. Jemanden mit einem Smartphone so groß wie ein Tablet telefonieren zu sehen (was ziemlich schräg aussieht), war keine Seltenheit.

Die letzten Tage bin ich dann noch ein bisschen allein umhergezogen, war in einer anderen, riesigen Markthalle, die wirklich unfassbar groß war, in der leider aber für mich nur unbrauchbare Klamotten und Krimskrams verramscht wurden. An dem Treppenaufgang einer Metrostation kaufte ich mir bei einer Straßenhändlerin noch ein Seoul T-Shirt als Souvenir für Deutschland. Auch einen koreanischen Subway hatte ich in dieser riesigen Metropole zufällig ausfindig gemacht. Die australischen Sub’s waren ja wirklich noch OK und unseren europäischen recht ähnlich, aber diese Teile schmeckten wirklich einfach anders. Kurz vor Abreise aus Korea besorgte ich noch einen koreanischen Zitronentee und eine Flasche koreanischen “Soju”. Zusammen mit dem “Fiji Water” und dem “Knabbergebäck aus Fiji” ergab das mein “Mitbringsel-Paket” für meine Mutter zum Geburtstag:)

Nun war auch meine Woche in Südkorea so langsam rum und am letzten Morgen ging ich runter zur Rezeption, um auszuchecken. Die Jungs bekamen ja auch noch Geld von mir. Leider war nur niemand da. Ich wartete noch gut 45 Minuten, vertrieb mir die Zeit am PC. Irgendwann schrieb ich dann aber einen Zettel, entschuldigte mich und bat um Verständnis, da ich wirklich gehen musste. Ich machte mich auf zum Flughafen nach Incheon und gab mich dem inzwischen normal gewordenem Prozedere hin: Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrollen etc.
Im Passagierbereich angekommen, hatte ich noch gut 2 Stunden Zeit. Ich ging einen Kaffee trinken und setzte mich dann in eine öffentliche Lounge mit kostenfreiem WLAN, wo aber auch kostenfrei Laptops zum Surfen zur Verfügung gestellt wurden. Dort verbrachte ich dann noch einige Zeit, bis ich dann endlich ins Flugzeug durfte.

ebook-344

10 weitere Stunden Flugzeit waren dann endlich irgendwann ‘rum – ich natürlich super aufgeregt und zugleich glücklich wieder in meiner Heimat zu sein. Mit meiner Mutter hatte ich vereinbart, dass mich bitte nur sie und ein, zwei andere ganz normal abholen kommen und keine peinlichen Abholaktionen gestartet werden. Vom Flieger ging es dann die üblichen kilometerlangen Wanderwege am Fraport zur Gepäckausgabe. Dieses Gefühl, wenn alle um dich herum wieder deine Muttersprache sprechen und dir jedes Schild und alles so vertraut vorkommt, war einfach toll. Also ich dann durch den Zollausgang durch bin, sah ich direkt schon meine Mutter, meine Tante & Co mit einem tollen selbst gebasteltem Transparent “Welcome Tob(y)”, das sie wild gestikulierend nach oben hielten. Peinlichkeitsfaktor = 100% :) (Aber war ja lieb gemeint!)

Ich begrüßte alle und freute mich natürlich schon, konnte das aber wahrscheinlich nicht unbedingt zeigen. Relativ unmittelbar haben wir uns dann auf zwei Autos aufgeteilt und waren beim „Marjan“ (-> jugoslawisches Stamm-Restaurant) am Frankfurter Südbahnhof erstmal lecker essen. Als wir später dann daheim waren, musste ich unbedingt erstmal kurz mein Auto ausfahren. Es fühlte sich an, wie das erste Mal nach der Fahrschule alleine mit dem Auto zu fahren. Mein Bett war von Mama frisch bezogen und schön her gerichtet worden. Ich schlief die Nacht seeehr gut und das Gefühl, sein eigenes, vor allem vertrautes Zimmer zu haben, in dem Nachts auch ganz sicher niemand rein kommt, war ein wirklich wunderbares und inzwischen fast vergessenes Gefühl geworden. Die nächsten Tage verbrachte ich erstmal mit der Eingewöhnung an zu Hause. Ziemlich bald setzte ich mich aber schon an die ersten Bewerbungen um einen neuen Job, denn ich brauchte echt dringend Kohle.

 

Das war nun also mein Auslands-Abenteuer.

Es kam nun doch ein richtiges, kleines Buch heraus, aber es gibt halt auch so unendlich viel zu erzählen. Wie du sicher gemerkt hast, war ich letztlich doch recht faul, und habe eher „getravelt“, als „geworked“. Ich ließ es mir vor allem zu Beginn meiner Zeit in Australien ziemlich gut gehen und musste deshalb später einige Dinge doch von meinem Plan streichen. Eine Fahrt mit dem „Ghan“, der Zug, der von Darwin durchs Outback bis runter nach Aidelade fährt, und dabei vier Klimazonen und 22,5 Breitengrade durchquert, hätte ich z.B. gerne noch gemacht. Man fährt dabei 2979 km ist dafür ungefähr 2 Tage lang im Zug unterwegs. Aber das ging dann finanziell leider nicht mehr.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Buch jedem, der es tatsächlich gelesen hat, meine Erlebnisse und meine Zeit im Ausland so auf interessante Weise näherbringen. Und obwohl mein Erlebnisbericht nun doch so viele Seiten hat, habe ich ganz sicher noch viele, viele Sachen vergessen. Ja, wirklich! Zum einen, weil ich so unglaublich viel erlebt habe und dann den dummen Fehler gemacht habe, über meine erlebten Tage kein Tagebuch zu schreiben. Somit vergisst man viele Dinge und Details aus dem Alltag vor Ort, die es eigentlich wert wären, fest gehalten zu werden. Zum anderen aber, kann ich viele erlebte Momente und Gefühle nicht in Worte fassen. Ihr müsst einfach selber den Mut packen und in die Welt hinausgehen, um die Dinge, die ich erleben durfte, wirklich nachempfinden zu können. Und das ist es, was ich jedem in Zukunft raten werde: Nach der Schule einfach seine sieben Sachen packen und abhauen. Man lernt so unfassbar viel dabei und die Erfahrungen kann einem keiner mehr nehmen. Leider konnte ich zwei Dinge, die ich mir eigentlich vorgenommen hatte, dann doch nicht verwirklichen: einen richtigen, längeren Outback Trip fernab jeglicher Bevölkerung und Camping am Strand. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich das ja doch noch einmal irgendwann?

Abschließend zu erwähnende Dinge:

  • 2012 wütete Zyklon Evan mit über 270 km/h über den Fiji Inseln und auch Malolo Island wurde dabei ziemlich zerstört und musste an vielen Stellen restauriert werden.
  • Das verloren geglaubte Päckchen von meiner Mutter und Co zu meinem Geburtstag im Oktober 2010 kam ziemlich unverhofft im Sommer 2011 zerdetscht und bearbeitet zu Hause an.
  • 2011 hat doch tatsächlich die erste Cotton On Filiale in Berlin eröffnet. Inzwischen gibt es noch weitere in Berlin und auch noch jeweils eine Filiale in Essen und in Oberhausen.
  • Die „Work & Travel Company“ ist 2012 aus der 234, Sussex Street in die 750m entfernte 59, Goulburn Street umgezogen.
  • Meine Steuerrückerstattung schleppte ich bis nach Deutschland mit mir mit. Laut supertaxrefunds sollte ich nun selber mal beim australian taxation office (also bei der Steuerbehörde) anrufen und nachfragen. Allein das fand ich schon ganz schön nervig, immerhin werben sie damit auf der Website, dass eben sie beim ATO anrufen, sollte es irgendwelche Probleme geben. War mir dann aber alles zu blöd…Ich rief also eines frühen Morgens in Canberra an und schilderte den ganzen Sachverhalt mit dem Zusenden von Unterlagen an supertaxrefunds und das die mir nun sagen, dass das taxation office noch eine Unterschrift von mir möchte, ich aber bis dato nie irgendeine Nachricht vom taxation office erhalten habe und deshalb nun vermutlich alles schon seit Wochen ruht. Das Telefonat war witzig: man wurde gefragt, woher man anruft und dann wurde automatisch eine Konferenz geschaltet: die Sachbearbeiterin meines Steuerfalles, eine Übersetzerin, die von englisch ins deutsche und vom deutschen ins englische übersetzte und ich. Schlussendlich sendete man mir nochmals ein Dokument per E-Mail, das ich nochmal unterschreiben und zuscannen musste. Wenige Wochen später erhielt ich dann endlich meine Steuern zurückerstattet. Ich versuchte noch einen Rabatt bei supertaxrefunds rauszuschlagen, da ich mit der ganzen Bearbeitung meines Steuerfalles nicht zufrieden war und das ja nun locker mal 3 Monate oder so gedauert hat, aber die hatten bei der Überweisung auf mein Bankkonto ihr Honorar natürlich schon in voller Höhe abgezogen.
  • Am 26. Juni 2013 wurde Julia Gillard als Vorsitzende der Australian Labour Party abgewählt. Sie verkündete in diesem Zusammenhang ihren Rückzug aus der Politik. Vorsitzender der Partei ist nun Kevin Rudd, der schon 2006-2010 in diesem Amt war, dann aber für 3 Jahre von Julia Gillard, der ersten weiblichen Regierungschefin von Australien, abgelöst worden war. Am 07.September 2013 wurde im Rahmen der Parlamentswahl in Australien die bis dato regierende Labour Partei von den Bürgern abgewählt und Tony Abbott von der Liberal Party of Australia zum neuen Premierminister gewählt. (Labour Partei & Liberal Party of Australia sind die zwei größten Parteien in Australien). Tony Abbott war in der Zeit von Julia Gillard ihr größter politischer Feind, dem sie unter anderem Sexismus und andere Gemeinheiten (z.B. „Ditch the Witch“ -> „schmeißt die Hexe weg „ / „werdet die Hexe los“. Tony entwarf ein Plakat mit einer Hexe auf einem Besen. Julia Gillard ist rothaarig. ) vorwarf. Sein mitunter aggressives Auftreten und seine Vergangenheit als Priesterseminarist brachten ihm den abwertenden Spitznamen „Mad Monk“ (verrückter Mönch) ein. Die Wahlbeteiligung liegt meist bei ca. 95%. Das liegt an der dort vorhandenen Wahlpflicht. Da im ersten Weltkrieg so viele Australier gefallen sind, sah man es als eine Verpflichtung an, die hart erkämpfte Freiheit und Demokratie dringend wahrzunehmen und führte deshalb die Wahlpflicht ein. Wer 1x nicht wählen geht, muss $AUD 20.00 bezahlen, wer sich mehrfach dem Wahlgang entzieht, könnte offenbar sogar mit Gefängnisstrafe rechnen. Doch soweit kommt es wohl nie, laut meiner Recherche werden einfach weiter Geldstrafen verhängt.
  • Alex aus Mauritius hat Darwin (& Andy) irgendwann nach mir auch verlassen und war dann recht lange in Sydney unterwegs. Dann war er irgendwie ganz außerhalb Australiens und inzwischen ist er laut eigener Aussage wieder in Australien unterwegs. Auch andere wie z.B. Saki, die ich in Melbourne kennengelernt hatte, ist andauernd irgendwo in der Welt unterwegs. Zuletzt machte sie eine Europa-Rundreise.

ebook-329Etwa 10 Stunden Flug und mehr als 8000km Andyg ich nun schräg östlich nach Seoul in Südkorea. Auf Südkorea freute ich mich auch schon riesig! Am Flughafen Incheon angekommen, kannte ich mich ja inzwischen schon ein bisschen von meinem Umstieg auf dem Hinflug mit Marissa und den anderen aus. Nachdem die behördlichen Dinge mit dem Pass und der Einreise erledigt waren, befand ich mich in der großen Vorhalle des Flughafens. Was zuerst auffiel: Es herrschte Winter. Keiner hatte hier kurze Hosen oder gar Flip Andyps an. Alle waren eingepackt in dicke Mäntel. Auch für mich war nun das warme, tropische Wetter endgültig Vergangenheit :( Das Problem nur: ich hatte kein einziges warmes, langes Oberteil mehr. Nur noch eine kaputte Regenjacke besaß ich, bei der aber der Reißverschluss nicht mehr in Ordnung war.

Ich hatte mir schon in Australien ein entsprechendes Hostel rausgesucht und natürlich auch mit Dawoom vereinbart, dass wir uns treffen werden, sobald ich in Seoul bin. Mein Hostel liegt in Hongdae, einem sehr angesagten (Party) Viertel in Seoul, vor allem auf Grund der vielen Studenten, die die hiesige Hongik University besuchen. Das Hostel war für die Lage recht preiswert und machte auf den Bildern im Internet einen sehr modernen Eindruck nach westlichem Standard. Ich hatte mir rausgesucht, welche Busverbindung ich vom Flughafen nehmen muss und wie mein Weg zum Hostel ist. Am Flughafen dann aber war ich leicht überfordert, fand meine Zettel nicht und fragte daraufhin am Info Schalter nach. Das Hostel kenne man nicht, sagte mir eine koreanische Dame in einem ziemlich genervt wirkendem Unterton. Sie fand auch keine Informationen zum Hostel im PC und konnte mir deswegen nicht weiterhelfen. Nach ein paar Minuten bin ich einfach zu einem anderen Schalter, dort half man mir besser.

ebook-327

Ich bin dann zu den Bushaltestellen vor das Gebäude und ja, es war arschkalt in Seoul. Mit ein paar koreanischen Won kaufte ich ein Busticket beim Fahrer und setzte mich in den Bus. Schon hier gab es die erste Sprachbarriere, da der Busfahrer kaum ein Wort Englisch sprach. Überall hörte ich die Leute koreanisch sprechen und verstand dabei kein einziges Wort. Ich saß wartend im Bus und betete, es ist auch wirklich der Richtige. Der Bus entfernte sich dann vom Flughafen Gelände, bretterte mit 100km/h über die südkoreanische Autobahn (schön 4 / 5-spurig) in Richtung Seoul City. Ich hatte etwas Angst, dass die Haltestellen nicht angesagt werden oder ich die Ansagen nicht richtig verstehe, denn das konnte schon leicht passieren. Auch sämtliche Schilder auf den Straßen waren in südkoreanischen Schriftzeichen und signalisierten meinem Gehirn pures Chaos. So ‘ne knappe Dreiviertelstunde später etwa kam ich aber in Hongdae an und stieg aus. Es war langsam dunkel geworden. “Ähm ja…”, dachte ich. Da war ich nun: in der 11 Mio. Metropole. Überall Menschen, 7 verschiedene Abzweigungen in verschiedenste Richtungen, keine Straßenschilder.

Alles klar! Ich hatte keinen Funken Ahnung, wohin ich nun musste. Überall blinkte irgendwelche bunte Reklame, Hinweisschilder waren für mich nicht lesbar. “Ohman!” Direkt vor mir war die Hongdik University Metro Station, die für die nächste Woche meine Ein- und Austiegsstation sein wird. Die ganze Zeit strömten immer wieder gleich aussehende Asiaten aus der B-Ebene nach oben, während gleichzeitig genauso viele nach unten wollten. Es gab regelrechten Stau an den U-Bahn Eingängen. Ich versuchte ein, zwei Leute zu fragen, aber entweder sie wussten nicht, wo und was das “Kimchee Hostel” war oder sie verstanden kein Wort von dem, was ich sagte. Mit meinem großen Rucksack stand ich ziemlich ratlos dort, hunderte Menschen rasten an mir vorbei, ohne mich zu beachten. Ich bin dann in eines der unzähligen Restaurants und versuchte dort mein Glück.

Der Herr sprach, Gott sei Dank, er konnte englisch und ich erzählte ihm, dass ich nicht weiß, wie ich zu meinem Hostel komme. Er wusste es natürlich auch nicht, Seoul ist riesig und etliche Straßen haben auch keinerlei Namensschilder oder überhaupt Namen. “Mapo-gu, Yeonnam-dong 570-16” lautete die Adresse. Mapo-gu ist der Stadtbezirk, Yeonnam-dong das wiederrum zum -gu zugehörige Bezirk.

Deshalb drückte ich ihm die Telefonnummer des Kimchee Hostel in die Hand und freundlicherweise rief er dort für mich an. Er konnte alles klären, jemand würde kommen und mich dort abholen. Ich durfte im Restaurant warten, bis mich dann ein etwa gleichaltriger Typ in Flip Andyps (wohl gemerkt bei etwa 5 Grad) abholte. Ich folgte ihm zu Fuß bis zum Hostel. Sein Englisch war erstaunlicherweise sehr gut. Koreaner, die so gutes Englisch sprechen, sind nämlich wirklich rar. Er erzählte mir ein bisschen vom Hostel und dass sie verschiedene Aktivitäten anbieten. Donnerstags zum Beispiel kann man sich der Gruppe anschließen und gemeinsam pubcrawlen (Kneipenbummel, so viele Kneipen wie möglich an einem Abend). Am Hostel dann angekommen, zog ich meine Schuhe aus (das ist in Korea üblich) und wollte den Papierkram mit ihm erledigen. Ich befand mich bereits mitten im Wohnzimmer, wo bereits ein paar andere Gäste zusammensaßen. Nach wenigen Worten stellten wir aber fest, dass ich im falschen Kimchee Hostel war.

ebook-333

Der Typ besaß mit einem Kollegen zusammen zwei Hostels, das Kimchee Guesthouse und das gerade erst neu eröffnete Kimchee Hostel. Ich war jetzt im Kimchee Guesthouse, gebucht hatte ich aber das Hostel. Also bin ich grad’ wieder raus und er brachte mich, ein paar Ecken weiter, zum Hostel. Das hatten sie erst vor etwa 3 Wochen eröffnet. Er hatte mit seinem Kumpel studiert und dann das Guesthouse aufgemacht. Das lief ganz gut, sodass sie sich entschieden hatten, ein weiteres Hostel aufzumachen. Bei meiner Recherche zu diesem Buch habe ich nun gesehen, dass die beiden das inzwischen klarer strukturiert haben. Es heißt jetzt nur noch “Kimchee Guesthouse” und gibt davon mittlerweile ganze fünf Stück: In Seoul-Sinchon, Seoul-Hongdae (wo ich war), Seoul-Dongdaemun, Seoul-Myeondong und Seoul-Station (Hauptbahnhof).

Das Hostel, in dem ich gewesen bin, war im Prinzip ein normales Wohnhaus gewesen, das sie aber günstig aufgekauft hatten. An der Eingangstür unten musste man einen Zugangscode eingeben, es ertönte ein kurzes “Dingeldidong” und man stand im Treppenhaus. Es gab zwei Stockwerke: im ersten war dann quasi eine kleine Wohnung, in der sich der Aufenthaltsraum mit TV, 2 PC’s, einer Küche und einer kleinen Rezeption befand.

ebook-332

Er prüfte kurz meine Daten, ich bezahlte zunächst nur einen Teilbetrag, weil er nicht wechseln konnte und gab mir dann den Code für die Tür unten. Einen Zimmerschlüssel gab es nicht. Wie Luxus kam es mir vor, als er mir sagte, dass die PC’s (Flachbildschirme, schnell, mit funktionierenden Headsets) zur kostenfreien Benutzung zur Verfügung stehen. Seitdem mein Laptop in Brisbane kaputt gegangen war, musste ich immer für Internet bezahlen und auf meine Zeit achten (außer in Townsville, aber da waren es so Uralt-PC’s). Und vor allem das südkoreanische DSL…ein Traum!

Dann bin ich mit ihm ein Stockwerk höher, in die andere Wohnung. Da das Haus halt komplett dem Hostel gehörte, waren die Türen offen. Im zweiten Stockwerk gab es dann zuerst einen Flur, von dem dann mehrere Zimmer abgingen. Ein Einzelzimmer, zwei Zweibett-Zimmer glaube ich und ein 8-Bett Zimmer. Ich war im 8-Bett Zimmer. Dazu ging es nochmal eine Treppe hoch, denn der Bereich mit den 8 Betten war direkt unter dem Dach. Zwischen dem Dachgeschoss und dem Erdgeschoss gab es aber auch nochmal ein kleines, privates Zimmer mit Bad für zwei Personen.

ebook-330

Oben waren 6 Betten schon belegt, ich war der 7. Zwar war es recht gemütlich, aber total kalt. Irgendwie hatten Sie das Hostel, meiner Meinung nach, zu früh eröffnet. Es gab keine funktionierende Heizung, es wurde einfach eine mobile 220V Elektroheizung ins offene Dachgeschoss gestellt, die dann zumindest etwas Wärme brachte. Aber wirklich effektiv war es halt nicht, da das Dachgeschoss offen war, also kein geschlossener Raum. Auch das Bad im Erdgeschoss war zwar schick und modern, mit tollen ebenerdigen Vollglas-Duschkabinen, alles noch ganz neu. Beheizt wurde es aber leider nicht und zum Teil waren sogar auch noch Schutzfolien auf dem Mobiliar. Zumindest die hätte ich doch entfernt, wenn ich das Hostel offiziell eröffne?! In meinem 8-Bett Zimmer waren eine dunkelhäutige Engländerin mit einer Freundin, ein Amerikaner und noch ein paar andere.

Ich wagte es am Abend nochmal vor die Tür, hätte das aber besser bleiben lassen. Ich schwöre, ich bin etwa 5 Minuten lang vom Hostel aus um die Straßen gelaufen und hab mich vollkommen verirrt. Ich hatte keinen blassen Schimmer mehr, wo ich war und wie ich zurückkomme. Ich fragte ein paar Leute, aber erfolglos. Dann bin ich in ein Restaurant namens “Oktoberfest” rein, hatte die Hoffnung hier vielleicht sogar ein paar Leute auf Deutsch antreffen zu können, aber dem war nicht so. Mit zwei Geschäftsleuten kam ich kurz ins Gespräch, aber sie kannten sich leider auch nicht aus. Abgesehen von dem Problem, dass ich hier gerade zu bewältigen hatte, wurde mir auch nochmal so richtig deutlich, dass deutsche Gastronomie im Ausland IMMER = Bayern ist.
Ich habe viele deutsche Restaurants in Australien und auch eines auf Bali gesehen, und es hat immer irgendwas mit Bayern zu tun. Gibt es irgendwo einen “German Sausage” Stand, sind es bayerische Rostbratwürstchen. Deutsches Bier im Ausland wird eh immer mit dem Münchener Oktoberfest und bayerischer Tracht in Verbindung gesetzt. Die deutschen Restaurants sind immer in den blau weißen, bayerischen Landesfarben. Mir ist das richtig aufgefallen! Naja, wie auch immer…

Dann stieg ich zu einem Taxifahrer ins Auto, er musste ja schließlich wissen, wo es lang geht, wenn ich ihm die Adresse hinhalte. Aber auch er fuhr planlos um die Häuser und kam nicht zum Ziel. Ohne Witz, er fuhr mich zur Polizei. Wir beide dann ins Präsidium rein…ich war bisschen aufgeregt. Die Polizei besaß eine riesige Stadtkarte, die sämtliche Bezirke bis ins kleinste Detail zeigte. Dort konnte man dann auch endlich die blöde Adresse meines Hostels ausfindig machen. Das Problem, weshalb man solche Schwierigkeiten beim Finden irgendwelcher kleinen Gassen hat, ist folgendes:
Seoul ist in 25 Stadtbezirke (sogenannte “-gu’s”, Gangnam-gu aus Gangnam Style von “Psy” ist eines davon!) eingeteilt. Die -gu’s sind selber aber noch einmal in 522 “-dong’s” unterteilt und selbst die 522 -dong’s sind nochmal in 13.787 “-tong’s” aufgesplittet. Aber auch die -tong’s teilen sich am Ende noch einmal auf 102.796 (!) “-ban’s” auf. Puh! Und wenn man es mal selbst erlebt hat, merkt man schnell, dass die Gassen unfassbar verwinkelt vorzufinden sind. Wie ein Labyrinth…Da ist es klar, das schnell Unübersichtlichkeit herrscht. Übrigens wohnen Dawoom und Louis in Gangnam-gu, wie ich nach Bekanntwerden von Psy 2012 nochmal erfahren habe. Jedenfalls konnte der Taxifahrer mich dann endlich zum Hostel bringen und wollte dafür fairerweise auch nur einen Minibetrag haben. Ich war 5 Minuten zu Fuß gelaufen und habe über eine Stunde lang zurück zum Hostel gebraucht!
Am nächsten Morgen bin ich dann bei Tageslicht nochmal raus und habe mir dabei alles genau angeguckt und gemerkt. Ich bin zu einem örtlichen Convenience Store. “Annyeong Haseyoooo” begrüßten die Verkäufer einen freundlich lächelnd, wenn man den Shop betrat. Ich holte mir ein Frühstücks-Set, bestehend aus einer Dose Pepsi und zwei belegten Sandwiches. Das wurde zu meinem Standard Frühstück in Korea. Mit “Gamsa Hamnidaaaa” und einem schlichten, leichten Kopfnicken bedankte man sich für den Einkauf bei mir.

Gleich am Mittag hatte ich mich mit Dawoom an der Hongdik University Metrostation verabredet. Ich platzierte mich in der B-Ebene und versuchte sie aus den strömenden Menschen zu erhaschen. Aber wie? Die Menschen sahen für mich fast alle gleich aus, jede 2. junge Dame hätte für mich Dawoom sein können! Aber andersrum klappte es dann, ich wiederum fiel ja stechend aus der Masse heraus. Sie kam auf mich zu. Es war schön sie wieder zu sehen, vor allem weil sie sich in Seoul auskennt, die Sprache beherrscht und mir alles zeigen kann.

Am nächsten Tag bin ich dann zum lokalen Busbahnhof in Nadi und wollte von dort nach Suva, der Hauptstadt von Fiji, fahren. Ohman, das muss man echt erlebt haben. Am Busbahnhof herrscht Chaos. Überall nur schwarze Fijianer, billige, heruntergekommene Busse ohne Fensterscheiben, mit offenen Seiten. Keine Fahrpläne, keine richtigen Schilder. Ich lauf da als einziger mit ‘nem riesen Backpacker Rucksack rum und falle dadurch natürlich auf. Deshalb sprach mich auch gleich mal ein Typ an, der um mich warb. Er sagte er bietet tägliche Transfers in seinem privaten PKW an und nimmt ein paar Leute mit, unter denen die Kosten dann aufgeteilt werden. Er hätte noch einen Platz frei und ich könnte günstig mitfahren. Ich lehnte aber ab, der Preis war nicht viel günstiger als der öffentliche Bus und ich war mir zu unsicher was für ein Typ das war. Ich fragte mich also ein bisschen durch und wusste dann, in welchen Bus ich einsteigen musste. Da ich aber noch Zeit hatte, bin ich erst nochmal in einen Laden rein und holte mir was zu Trinken. Immerhin stand mir eine etwa vierstündige Busfahrt in einem klapprigen, alten Bus bevor.

Was soll ich sagen? Ich war tatsächlich der einzige Hellhäutige im ganzen Bus. Das war aber nicht schlimm, ist mir nur direkt aufgefallen. Ich machte es mir mit ein bisschen Musik auf den Ohren gemütlich und genießte die kühle Brise, die der Fahrtwind erzeugte, da es keinerlei Fenster gab. Wir fuhren die Queens Road zunächst etwa 40km lang steil südlich runter und dann nochmal eine etwa 150km lange Strecke direkt an der Küste nach Osten. Es war ziemlich interessant, denn ich sah das richtig altertümliche Leben der Fijianer, die nicht in den Städten leben. Rechts war die Küste, links der Straße war wilder Busch, in dem die Menschen in einfachen Hütten leben. Manchmal sah ich freilaufende Kühe am Straßenrand oder auch Frauen beim Wäschewaschen nach traditioneller Art. Die Hütten…mitten im Busch, ohne Stromversorgung, schwer vorstellbar, dass die Menschen hier wirklich so leben.

Irgendwann hielten wir dann an. Wir befanden uns an irgendeinem Busbahnhof. Draußen wimmelte es von ganz vielen Schülern in Schuluniform, es war heiß und laut. Ich wollte mir auch mal die Beine vertreten und auf Toilette, da warnte mich ein Fijianer hinter mir. Ich soll auf jeden Fall meinen Rucksack mitnehmen, wies er mich an. Ansonsten sei er weg, wenn ich wiederkomme. Ich dankte ihm für den gutgemeinten Tipp und bin aus dem Bus raus. Als ich von der Toilette wiederkam, sprach mich ein Taxifahrer aus dem Auto heraus an und fragte, woher ich bin, wohin es geht usw. Er war ganz nett und wollte mir auch nichts aufschwatzen. Dann sind wir alle wieder in den Bus rein und fuhren weiter.

In Suva endlich angekommen, fand ich mich zunächst wieder auf einem alten, verstaubten Marktplatz, der zugleich als Busbahnhof diente, wieder. Ein wildes Umher mit Marktständen, Fischverkäufern und anderen Leuten. Ich hatte mir wie immer schon vorher eine Unterkunft gebucht, und musste diese nun erst einmal suchen. Viele Hostels/Hotels gab es gar nicht, hostelworld.com listet für Suva gerade einmal 4 Stück. Das “Private South Sea Hotel” hatte ich mir ausgesucht. Auf dem Weg durch die Innenstadt viel mir sofort auf, dass hier deutlich mehr Infrastruktur vorzufinden ist. Es gibt Ampeln, ordentliche Straßen, richtige Geschäfte wie zum Beispiel einen sauberen und seriösen Vodafone Store, in dem ich später übrigens auch mal fragte, wieso eigentlich meine Vodafone Sim-Karte aus Australien nicht funktionierte. Ich hätte dies nämlich erwartet, denn so unter Nachbarn…?! (Australien/Fiji) könnte man das ja schon denken. Aber leider konnte mir keiner helfen und ich konnte nichts machen. Natürlich war auch Suva jetzt keine komplett andere Welt, aber es war schon ein deutlicher Unterschied zu Nadi zu verzeichnen.

Ich konnte anzugtragende Geschäftsleute in ihrer Mittagspause beobachten, es gab eine deutlich größere Innenstadt mit öffentlichen Bussen. Auch ein halbwegs modernes Einkaufszentrum und einen 24 Stunden lang geöffneten McDonalds konnte ich entdecken. Es war schon viel vertrauter hier. Übrigens trinkt man auf Fiji tatsächlich fast ausnahmslos das inzwischen weltweit berühmt gewordene “Fiji Water”, das direkt auf Viti Levu entsteht und auch in Deutschland bestimmt auch auf Grund des Preises eher ein “Lifestyle Produkt” ist. (0,5l Flasche / ca. 2 EUR). Auf Fiji kostet das Wasser dagegen nur ein paar Cent.

ebook-322

ebook-323

Zum Hotel ging es vereinfacht ausgedrückt eine große Hauptstraße entlang gerade aus und irgendwann links rein. Dort ging es dann neben einem Rugby Feld (“Rugby Union” ist der Nationalsport auf Fiji) eine etwas steilere Straße bergauf und dann wieder links rein. Dann war ich schon da. Ich checkte ganz normal ein und ging auf mein 6-Bett Zimmer. Es war niemand sonst in diesem Zimmer eingebucht. Aber das hatte ich eh schon bemerkt:. Ich finde es relativ schade, dass sich nur wenige Touristen die Mühe machen und die Busfahrt in Kauf nehmen, um auch mal die Hauptstadt zu erleben. Die meisten kommen aus Australien oder Neuseeland in Nadi an und fahren von dort raus auf die Inseln.

Dann kehren sie nach Nadi zurück und fliegen wieder weg. Vom Landesinneren sehen sie dann nichts. Deswegen ließ ich es mir nicht nehmen, einen kurzen Abstecher nach Suva zu machen. Naja, viel Tourismus gibt es halt nicht und so bin ich dann halt einfach Innenstadt erkunden gegangen, war in Geschäften stöbern. Ich besorgte mir ein paar Postkarten, schrieb ein paar Grüße an Familie, meine alte Zivildienststelle und Co. und ging dann in eine fijianische Postfiliale, um die Karten entsprechend zu frankieren und wegzuschicken. Ich fragte nach, wie denn der Weg der Karten seien würde und es schien so, als wenn die Karten im gleichen Flieger wie ich, zunächst nach Seoul, Korea gehen würden.

Als es dann Abend war, wollte ich noch in ein Internetcafé und als ich kurzerhand zwei Polizisten laufen sah, fragte ich sie einfach, ob sie mir einen Tipp geben könnten. Die Dame war sehr freundlich und wusste tatsächlich, wo ein Internetcafé war. Da sie auf Streife waren und durch die Gassen liefen, wollten sie mich sogar gleich dorthin führen und mich begleiten. So kamen wir ein bisschen ins Gespräch und der übliche Small-Talk fand statt. Ich erzählte, wer ich so bin, woher ich komme und was ich erlebt habe. Die Polizistin überraschte mich, als sie mir erzählte, dass ihr Mann derzeit in “Päde-boan” lebe, sie dort alle paar Tage hin telefoniere und in einem halben Jahr sogar selbst nach Deutschland fahre. Ich verstand zunächst nicht genau, aber dann war mir doch schnell klar, dass sie Paderborn in Nordrhein-Westfalen meinte.

Sie war ein wenig schüchtern, eigentlich unpassend für eine Polizistin, aber vielleicht auch nur etwas unsicher einem “reichen” Europäer gegenüber?! Sie war wirklich sehr nett und ich fragte sie, ob es denn eigentlich wahr sei, dass es gegen Abend gefährlicher werden würde und man sich vor Raubüberfällen in Acht nehmen muss. Das hatte ich nämlich des Öfteren gehört und gelesen. “Ja”, sagte sie, “das käme öfter vor und man muss nach Einbruch der Dunkelheit auf jeden Fall vorsichtig sein”. Naja, begleitet von zwei Polizisten würde mir zumindest jetzt wohl nichts passieren, witzelte ich ein bisschen. Das Internetcafé war vollkommen in Ordnung und professioneller als in Nadi. Mit Meiner Freundin skypen war auf Grund der stolzen 12 Stunden Zeitunterschied leider nicht möglich. Danach bin ich dann ins Hotel zurück.

Dummerweise hatte ich leichten Hunger, als ich ins Bett wollte. Egal, ich versuchte zu schlafen. Es war ziemlich heiß im Zimmer, der Deckenventilator half mir in meinem Eckbett nichts. Da ich das Zimmer aber eh für mich allein hatte, nahm ich meine Matratze aus dem Bett heraus und legte sie mitten ins Zimmer, sodass ich direkt unter dem Ventilator lag. Das war schon angenehmer und ich döste nach anfänglichen Schwierigkeiten dann doch wieder ein. Ich hasse es nämlich eigentlich mit Hunger schlafen zu gehen. Aber ich hatte keinerlei Snacks oder Süßkram bei mir. So gegen 1.15 Uhr in der Nacht wachte ich plötzlich auf. Ich hatte nicht tief geschlafen und gerade geträumt. Geträumt, und das ist jetzt wirklich kein Spaß, von einer schönen, saftigen Pizza Hut Pizza aus Australien. Als ich das realisierte, dauerte es nur wenige Sekunden, bis ich aufsprang und mir selbst sagte “Jetzt reicht’s!”. Ich zog mir Hose und Shirt an und griff nach ein paar Dollar.

“Wenn ich jetzt sogar schon von Essen träume, ist mir das echt zu blöd!”, dachte ich. Ich mein, ich hab keinerlei Verpflichtungen, bin im Urlaub, hab ein eigenes Zimmer, wen stört es also, wenn ich nachts einfach mal spontan zu McDonald’s fahre, um mich vollzustopfen? Eigentlich niemanden. Ich lief runter zur Rezeption. Mist, der Eingang ist durch eine verschlossene Gittertür verriegelt. Was jetzt? Mein Kopf wanderte leicht nach rechts, zu einem altbackenen Sessel, in dem der tiefschlafende, sehr laut schnarchende einarmige Nachtwächter wirklich sehr professionell seines Amtes waltete. Mit einem leichten “Excuse me!” weckte ich ihn sanft und bat ihn, mir die Tür zu öffnen. Der Typ war echt schräg. Draußen ging es dann in vollkommender Dunkelheit die Straße neben dem Rugby Feld hinunter. Plötzlich aber bellten mich irgendwelche Hunde an. Ich bekam leichte Panik! Ich sah nirgends Hunde und in der Stille der Nacht, bei Dunkelheit wirken solche bellenden Hunde wirklich beängstigend. Vor allem sah ich das Horrorszenario vor mir: die Hunde kommen wild bellend von unten die Straße hoch gerannt ohne dass ich dabei irgendeine Chance habe. Ich tastete mich unglaublich langsam die Straße hinunter, blieb mehrmals stehen, um das Bellen genau zu lokalisieren.

So bin ich dann nach und nach die Straße runter, hatte ganz schön Herzrasen dabei. Unten dann kreuzte ich die Hauptstraße, die dann auch endlich wieder beleuchtet war. Hier war eine Taxizentrale, an der einfach ein paar Taxifahrer aus der Nachtschicht mit Hunden spielten. Mehr war es gar nicht. Und ich hab mir fast in die Hosen gemacht hey…! Dann gings weiter geradeaus zu McDonald’s. Immer ein unwohles Gefühl im Nacken, immer am Umschauen nach irgendwelchen potentiellen Angreifern. Meine Gedanken waren bei den Worten der Polizistin. Als ich die Tür vom McDonald’s öffnete und den Laden betrat war das wie eine “sichere Basis” für mich, hier drin konnte mir nichts passieren. Ich war nicht der einzige Gast, es waren noch ein paar andere Leute da. Ich bestellte mir Burger, Pommes und Cola und ließ es mir gegen 2 Uhr erstmal fett schmecken.

Yummie, Yummie! Gegen viertel nach zwei etwa war ich fertig, bestellte mir noch einen Milchshake und noch ‘ne kleine Pommes zum Mitnehmen und verließ das Restaurant wieder. Den Scheiß mit der Aufregung wollt ich mir aber nicht nochmal geben und setzte mich deshalb in ein Taxi. Ich mein, der Weg war zwar nicht lang, aber das Taxifahren war hier so günstig, von daher war’s mir egal. Es gab keinen Startpreis für die Fahrt so wie bei uns in Deutschland. Die Fahrt kostete so wenig Cent, sodass ich einfach das Doppelte gegeben habe und das Taxi damit immernoch total günstig war. Ich glaub es waren vielleicht 50 Cent, ich hab 1 Dollar oder so gegeben. Im Hotel schloss mir dann der alte Wachmann wieder auf und ich ging auf mein Zimmer. Gut gefüllt konnte ich gegen viertel vor drei nun endlich in Ruhe schlafen. :)

Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Nadi. Vorher aber war ich noch in der Innenstadt unterwegs, da ich mir die Haare schneiden lassen wollte. Mein letzter Haarschnitt war nun schon bestimmt wieder 2-3 Monate her. Als ich auf dem Weg war, sprach mich ein recht alter Herr an. Er wollte mir unbedingt die Berge zeigen und bat mich ein Stück mit ihm zu laufen. Währenddessen erzählte er mir ein paar geschichtliche Anekdoten. Dann waren wir an zwei, drei Parkbänken angekommen, von denen man einen Blick auf ein Gebirge in der Ferne hatte. Er nannte mir den jeweiligen Namen jedes einzelnen Berges und fing mit seiner Lebensgeschichte an. Irgendwann sagte er mir, er wolle mir etwas schenken und zückte zwei etwa 30 cm lange bearbeitete Holzstäbe aus seiner Tasche. Er fragte mich nach meinem Namen und schnitzte ihn kurzerhand vor meinen Augen in das Holz. Die Holzstöckchen sind unten rund und oben leicht spitz zugeschnitten. Sie haben eine dunkelbraune Rinde und es sind Ornamente, die Worte “Bula” und “Fiji 2011” eingeschnitzt. Er sagte es sei traditioneller Schmuck für das Zuhause. Man nimmt zwei der Holzstöcke und hängt diese leicht gekreuzt über sein Bett. In der Mitte hängt man dann noch eine Maske dazu.

Das soll einen, besonders während der Nacht, bewachen und beschützen. Er sagte ich solle die Stöcke nehmen und behalten. Ich fragte ihn, ob er mir die wirklich schenken möchte und er sagte ja, aber eine kleine Spende wäre schon nett. Ich wollte ihm ein paar Dollar geben, aber dann weigerte er sich plötzlich etwas, aber letztlich kamen wir doch ins Geschäft. War irgendwie klar, dass er das nicht alles “einfach so” machte, hehe. Später trennten wir uns dann und ich ging weiter. Ein paar Minuten später, in der Innenstadt, sprach mich wieder so ein Typ an und zückte zwei ähnliche solche Stöcke. Ich wusste Bescheid und gab ihm zu erkennen, dass ich schon versorgt sei. Daraufhin bot er mir eine solche Maske an, aber die war mir zu teuer. Also bearbeitete er mich noch ein wenig, lies mich den Namen meiner Mutter buchstabieren und schnitzte sofort ein “Hanno” (Spitzname meiner Mutter) in das Holz. Ich akzeptierte es und nahm es als “Mitbringsel” aus Fiji für meine Mutter mit.

So, dann wollte ich aber endlich mal zu einem Friseur. Friseure gab es sehr, sehr viele hier. Auf den Straßen vermehrt entsprechende Schilder: “Haircut”. Haarschnitte wurden meistens “2 go” direkt auf der Straße angeboten. Man wurde angesprochen, ähnlich wie mit den Massagen auf Bali, und gefragt, ob man einen Haarschnitt für wenig Geld will. Ich beobachtete verschiedene Angebote, ging auch mal in einen “seriösen” Salon, aber der hatte mir zu europäische Preise. Ich bin dann einem Schild gefolgt und in ein Haus rein. Die Treppe hoch ging es in eine ziemlich alte Unterkunft. So eine Mischung als Wohnung und Laden. Ich rief nach jemanden und es kam ein Mann hervor. Ich bekundete mein Interesse nach einem Haarschnitt und fragte nach dem Preis. Der Preis war in Ordnung, sodass ich zunächst einwilligte. Daraufhin sollte ich dem Sohn des Mannes folgen. Ich betrat einen anderen, ziemlich leeren Raum. Jemand anderes saß gerade auf dem Stuhl (ein klappriger Holzstuhl) und der Sohn war gerade am Arbeiten. Es gab nicht mal einen Spiegel vor dem Stuhl. Ich sollte noch etwas warten. Nach ein paar Minuten wurde es mir aber schon zu viel…Als ich den Sohn mit dem Haartrimmer rumfuchteln sah, entschied ich mich, lieber woanders hinzugehen. Alles hier wirkte unprofessionell, marode und alt.

Ich hätte wetten können, der Sohn hat sich sein amateurhaftes Friseurhandwerk selber beigebracht und das Geld in diesem Mafialaden wird schwarz verdient. Als sie alle mal irgendwie vorne waren und ich alleine war, nutzte ich die Gelegenheit und verschwand unbemerkt wieder. Daraufhin bin ich zurück zu so einer Markthalle unweit vom Busbahnhof. Dort wurde ich vorher bereits von herumsitzenden und auf Kundschaft wartenden Männern auf eine neue Frisur angesprochen, lehnte aber ab. Ich ging aber nicht zu diesen Männern, sondern zum kleinen Lädchen direkt gegenüber, wo überwiegend ein paar Frauen arbeiteten. Auch dieser Laden war nicht der beste…ein paar Quadratmeter neben einem Gemüsehändler…aber zumindest hatten sie normale Friseurhocker mit einem Spiegel usw. Ich ging rein und durfte Platz nehmen.

Eine sehr nette Dame stellte sich mir vor und fing an, meine Haare (mit der Schere!) zu kürzen. Den hiesigen Smalltalk beim Friseur kann ich ja eigentlich nicht so leiden, aber da war das was ganz anderes. Sie erzählte mir von ihrer Familie und ihrem bisherigen Leben. Ihre Tochter hatte geheiratet und deren Mann und sie führen ein recht konservatives, indisches Leben. Oder der Mann ihrer Tochter wollte das zumindest so, womit die Mutter nicht so ganz klar kam, da sie ihre Kinder bewusst nach modernen Prinzipien erzogen hatte. Sie erzählte von einem Besuch in der Wohnung ihrer Tochter. Sie war recht angetan von mir, glaube ich. Haare in dieser Farbe hatte sie bis zu diesem Tag noch nie zuvor geschnitten. Kein Wunder, nahezu 99% aller Fijianer sind schwarzhaarig.

Zum Schluss zahlte ich umgerechnet etwa 0,80 EUR (!!) und verabschiedete mich bei ihr. Am Mittag bin ich dann mit dem Bus zurück nach Nadi und noch einmal in das gleiche Hostel wie zuvor. Diesmal kam ich in ein anderes Zimmer mit 8 Betten. Es waren mehrere Leute im Zimmer, engeren Kontakt hatte ich zu einer anderen Deutschen und einer Japanerin. Wobei…es war noch ein Italiener dort, der ein richtiger Weltenbummler war und sich gerade auf einer Weltreise befand. Also jetzt nicht Work and Travel sondern eine richtige einjährige Weltumrundung. Wir erzählten uns gegenseitig von unseren bisherigen Reisen und Erlebnissen.
Am nächsten Tag war dann meine Woche auf Fiji auch schon wieder rum und ich ließ mich vom Hotelshuttle wieder zum Flughafen bringen. Dort folgte dann wieder die normale Routine und es ging zur nächsten Etappe in Richtung Heimat.