Am Flughafen angekommen, checkte ich ein und Andyg später dann 3 Stunden lang rechts runter nach Sydney. In Darwin dürfte es inzwischen Vormittag gewesen sein, Sydney war aber zeitlich 1,5 Stunden weiter. Diesmal kam ich am Domestic Airport an, nicht am International. Die Flughäfen haben immer zwei Terminals, zum Teil aber als jeweils eigenständige abgetrennte Flughäfen direkt nebeneinander. Der Domestic Airport ist immer für Inlandsflüge, der International für Langstreckenflüge außerhalb Australiens. Ich rief erst mal Katy auf dem Handy an, um zu fragen wo ich hinkommen sollte. Wir verabredeten uns an einer Pickup-Zone, wo sie mich in Empfang nahm.

Sie freute sich, mich wiederzusehen und wir liefen gemeinsam zum Parkhaus. Ich fand es sehr nett, dass sie mich mit Ihrem Wagen abholen kam. Im Auto folgten dann ein paar Updates über die letzte Zeit und die Weihnachtsfeier von gestern. Katy freute sich wirklich, dass ich nun da war und freute sich, jemandem Sydney und alles drum herum zeigen und erklären zu können. Auf dem Weg zu ihr nach Hause, besuchten wir erst jemanden aus der Familie bzw. aus Azés Familie, weil sie dort etwas abgeben musste. Ich wusste nicht wirklich, wo ich mich befand, so genau kenne ich mich mit den Vororten Sydneys natürlich nicht aus. Jedenfalls hielten wir irgendwo und Katy meinte, die Wohnung, die wir nun betreten werden, sei eine Sozialwohnung. Naja, ich dackelte ihr sozusagen einfach hinterher, begrüßte vorsichtig die Leute, die wir besuchten und wartete eigentlich nur kurz, bis Katy ihre Sachen geklärt hatte. Dann ging es zurück ins Auto und ab auf den Freeway. Wir fuhren knapp eine Stunde. Katy betätigte ab und zu irgendein Gerät an der Windschutzscheibe. Es war so ein Zähler wie diese Toll Collect Teile hier in Deutschland.

Wir fuhren gefühlsmäßig ziemlich lang, doch Katy meinte Sydney sei halt groß, man könnte 3 Stunden fahren und sei immer noch im Großraum Sydney. Unsere Fahrt endete in St. Marys, einem Vorort, 1 Stunde Zug/Autofahrt abgelegen vom Zentrum. Wir waren in meinem neuen Domizil angekommen. Katy besaß ein schönes Einfamilienhaus mit Garage und Palmen auf der vorgelegenen Grünfläche. Rechterhand ging es dann zum Außenpool. Ziemlich schick. Als wir ankamen, waren alle gerade im Pool. Katy stellte mich Daniel, Ihrem etwa 30 jährigem Sohn, seiner Frau, deren Kind Tya (etwa 2 Jahre), ihrer Tochter Nadja (etwa in meinem Alter) und dessen Mann Jimmy vor.

Katy hatte also einen Sohn und eine Tochter, die beide bereits verheiratet waren. Daniel wohnte mit seiner Frau und Tya einige Straßen weiter, Nadja wohnt mit Jimmy noch bei Katy im Haus. Ich setzte mich mit Katy an den Poolrand, erzählte den anderen ein bisschen von mir und hörte ihnen beim Reden zu. Katy ist ja halbe Italienerin und halbe Australierin. Katy war daher nicht die Grandma, sondern die italienische “Nonna Katy”. Das passte aber auch wirklich viel besser zu ihr, denn Grandma klingt so “alt” und halt nach “oma”, aber Katy war alles andere als das und ihr italienisches Temperament hatte sie durchaus, auch wenn sie ihr ganzes Leben in Australien verbrachte. Dann ging ich mit Katy rein, sie zeigte mir das ganze Haus. Es war nicht unbedingt groß, aber schick eingerichtet. Kam man zur Haupttür rein, stand man direkt im Wohn/TV-Bereich, in dem sich auch eine super schicke Küche befand. Katy’s verstorbener Mann war wohl in diesem Metier beruflich tätig und hatte diese Küche selber geplant.

Von dem Wohn/Küchenbereich ging dann ein schlauchformiger Flur ab, der links zum Backyard (Hinterhof) führte, rechts zu Katys Zimmer, links nochmal zum Bad, gerade aus auf der Spitze zum Zimmer von Katy’s Tochter und vorne rechts in diesem Falle dann zu meinem Zimmer.
Ich erhielt, ähnlich wie bei Andy, ein riesiges Bett mit super angenehmer und teurer Matratze. In dem Zimmer war noch ein kleiner TV, den ich aber nie benutzt habe. Ich glaube, er war auch nicht angeschlossen. Ansonsten war das Zimmer aber nett hergerichtet. Auch das Bad war super schick. Es war, wie fast das ganze Haus, vieles aus Marmor und Stein gebaut.

 

ebook-201

ebook-202

Das war gut, da es kühlte und es ja eh jeden Tag heiß war. Man lief auch bei Katy grundsätzlich barfuß rum, was ich total cool fand, da es gegen meine Fußschmerzen wirkte. Ich packte kurz ein paar Sachen aus und ging dann zu Katy vor und setzte mich zu ihr auf die Couch. Sie schaute fern. Katy besitzt den größten Fernseher, den es zu diesem Zeitpunkt auf dem australischen Markt zu kaufen gibt. Es war ein 60 Zoll Fernseher und es machte riesig Spaß damit fern zu sehen. Der Nachteil bei dem Teil, sagte Katy, sei dass der Fernseher eine solche Hitze verursache, dass Sie deshalb immer die Klimaanlage anmachen muss, wenn der Fernseher läuft. Und die ist halt stromsaugend und auch laut. Dumm gelaufen. Wir zappten rum und unterhielten uns ein bisschen. Nach einigen Minuten redeten wir weniger und ich merkte, wie der ganze Stress der letzten Wochen nachließ.

Ich war saumüde, mir fielen die Augen immer wieder zu, fühlten sich unglaublich schwer an. Kein Wunder, ich war seit über 24 Stunden wach. Dank des Red Bull konnte ich ja vor dem Flug nicht mehr schlafen. Meinen letzten Schlaf hatte ich also in der Nacht vom 24.12 auf den 25.12, an dem die Weihnachtsfeier war. Und nun war der 26.12 nachmittags. Irgendwann fragte ich Katy ob es in Ordnung sei, wenn ich mich in mein Zimmer zurückziehe, da ich müde sei. Sie lachte, weil ich so höflich fragte. Es war natürlich kein Problem. Ich warf mich quer über aufs Bett und war glaub ich nach 5 Sekunden bereits im Land der Träume. Nach gut einer Stunde wachte ich auf und ging zu den anderen raus. Katy schickte ihren Sohn und dessen Frau Abendessen holen. Es gab Kebab, also quasi Döner bzw. in Deutschland kennen wir es als Yufka.

Es waren ja noch einige Tage bis New Year’s Eve. Ich nahm Kontakt zu Louis auf, aber der war leider immernoch am “Fruit picken” in Bundy (Bundaberg). Auch Miranda kontaktierte ich, weil sie auch in Sydney war und wir ein paar Wochen zuvor überlegt hatten, zusammen in Sydney einen Fallschirmsprung zu machen. Leider (Achtung, Wortspiel!) ist sie aber ‚abgesprungen‘, weil sie das Geld für einen teuren Silvester Abend mit einer Freundin auf einem Party-Schiff in Sydney brauchte. Schade, zusammen hätte es bestimmt viel Spaß gemacht! Den Traum vom Fallschirmsprung habe ich daher immernoch.
Andy hatte kurz vor Weihnachten seinen 5-wöchigen Urlaub angetreten und schien mit meiner Abreise wohl doch noch nicht ganz glücklich zu sein. Er schrieb mir eines Abends, dass er einsam sei, mich vermisse und alles irgendwie kacke sei. Ich wusste nicht, wie ich das deuten sollte und schrieb ihm, dass er doch so viele Freunde hat, diese besuchen soll, um Ablenkung usw. zu haben. Ich beließ es dabei.

Am Nachmittag unternahm ich einen Ausflug mit Katy, dessen Schwiegertochter, Tya und Daniel, ihrem Sohn in die Blue Moutains, einem großen Eukalyptus Gebirge in der Nähe von Sydney. Noch im Auto rief Andy dann auf Katy’s Handy an und machte sie ziemlich blöd an. Er warf ihr vor, sie solle mir nichts einreden und sich aus seinen und meinen Angelegenheiten raushalten. Katy wusste natürlich überhaupt nicht was abging. Mir war direkt klar, dass er sich auf die SMS bezog. Aber warum? Was war denn jetzt wieder los?

Katy war innerlich ziemlich geschockt, kannte sie Andy doch eben nur als den so liebevollen und herzlichen guten Freund, mit dem man immer und über alles reden kann. Angemeckert hat er sie noch nie. Andy legte einfach auf. Ich klärte Katy kurz auf, was dem Anruf vorausging, verstand aber wirklich auch nicht, warum er nun wieder so abging. Es war mir ziemlich peinlich, ehrlich gesagt. Gleichzeitig hatte ich Wut auf Andy. Warum zieht er jetzt Katy da mit rein? Er glaubt tatsächlich, Katy hätte mich ihm quasi geklaut und mir nun zuzureden, dass ich auch nicht mehr zurück nach Darwin gehen soll oder irgendsowas. Oh man… Jedenfalls fand ich es peinlich und auch traurig für Katy, da Sie Andy jetzt auch anders kennenlernen musste. Wir waren in den Blue Mountains angekommen und es war deutlich frischer dort oben.

ebook-203

 

Es gab dort sogar mal eine alte Achterbahn inmitten den Wäldern, aber leider ist sie nicht mehr in Betrieb. Die alten Stahlreste konnte man noch etwas sehen, sah ziemlich cool aus. Die „Blue Mountains“ haben diesen Namen, da über Eukalyptus Bäumen blauer Dampf/Rauch hochsteigt und auf die Menge des gesamten Waldes gesehen das von den Bergen aus wie riesige blaue Dampfwolken aussieht. So in etwa hat mir Katy das erklärt.
Die nächsten Tage war ich tagsüber meistens in Sydney City unterwegs. Obwohl ich mich ja inzwischen auskannte, liebte ich Sydney! Katy fuhr mich immer zum Bahnhof in St. Marys und gab mir für alle Fälle auch den Namen und die Rufnummer von dem italienischen Café, das ihr Bruder mitten in Sydney-Central betreibt. Dort könnte ich auch hingehen, wenn irgendetwas sei, sagte sie zu mir.

Dann setzte ich mich ‘ne Stunde in den Zug und war in der Stadt. Am Nachmittag fuhr ich dann zurück, rief Katy an und sie oder ihre Tochter holte mich dann mit dem Auto an der Bahnstation ab. Eines Abends fuhr ich mit Katy wieder zum Flughafen, um Manuel, einen Freund bzw. irgendjemand aus Azés Familie abzuholen, der einige Tage in Perth im Urlaub war. Wir hatten noch etwas Wartezeit und holten uns deshalb was bei McDonalds. Auf dem Weg fuhren wir auch an einem Aldi vorbei und Katy erzählte, dass Aldi immer mehr im Kommen sei, Aldi gibt es in Australien erst seit 2001. Es gibt dort ganze 272 Filialen, in Deutschland sind es 2520.

ebook-204

Ich finde die Anzahl aber dennoch ganz schön viel, da ich mir Australier eigentlich nicht als klassische Discounter Kunden vorstellen kann. Jeder „Normalo“ geht einfach zu den zwei hiesigen Riesen: Coles und Woolworths, die mit real,- vergleichbar sind, je nach Lage aber auch mit kleineren „Express“-Filialen vertreten sind. „Coles Express“ sind in Australien übrigens auch gleichzeitig „Shell“ Tankstellen. Später holten wir dann Manuel ab. Er war ein kleinerer, recht hektischer und enthusiastischer junger Mann, so Anfang 30 etwa und auch mit Migrationshintergrund aus Ost-Timor. Er war nett und sprach ziemlich schnelles, hektisches und nasales englisch. Wir fuhren ihn dann zu sich oder zu Azé’s Haus, ich weiß es nicht genau.

zum Anfang von 53093 Kilometer und zurück! – Ein Work & Travel Abenteuer in Australien, Indonesien, Südkorea & auf Fiji >

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.