Ich überlegte wieder, wie ich weiterfahren soll und beschloss, nur 187 km höher, nach Hervey Bay zu fahren. Hier ist Sam, den wir in Darwin kennenlernten, beheimatet. Auch Hervey Bay hat grundsätzlich nichts Weltbewegendes zu bieten, aber mir es mal anschauen wollte ich schon. Ich buchte mich hier, nach längerer Zeit, mal wieder in einem echten YHA Hostel ein und buchte den Greyhound Bus hoch nach Hervey. Dort wieder das gleiche Spiel: Einchecken, Zimmer herrichten. Umgebung abchecken. Das Hostel lag zwar nur einen Steinwurf vom Strand entfernt, der Strand war aber auch total langweilig. Kein bisschen Wellengang…In die Stadt bin ich immer gelaufen, die Straße vom Hostel aus zog sich ca. 2-3 km, führte aber direkt ins Zentrum. Hier gab es dann wieder das obligatorische Shopping Zentrum mit allen benötigten Geschäften.

Außenterasse unseres Zimmers im Hostel, Noosa

Außenterasse unseres Zimmers im Hostel, Noosa

Ein paar Straßen weiter gab es einen kleinen Pizza Hut. Von dort rief ich dann auch mal meinen Vater an, da ich von meiner Mutter erfahren hatte, dass er auf Grund eines Magengeschwürs notoperiert wurde. Er war sehr überrascht über meinen Anruf und freute sich. Ich merkte, dass er gerne länger telefoniert hätte, aber ich konnte halt nicht länger als 20 Minuten nach Deutschland sprechen. Aber es ging ihm soweit wohl ganz gut, die Operation hatte er gut überstanden.

Auch ein Casino war in der Stadt. Für mich war vor allem die Außenwand interessant, da es dort eine Steckdose gab, an der ich des Öfteren mein Equipment (Notebook, USB Kabel, Handy) auspackte, um aufzuladen und online zu gehen. Vor allem, weil ich in meinem Hostelzimmer ein ungünstiges Bett abbekommen hatte. Einmal sprach mich ein Bediensteter des Casinos an und fragte, was ich da denn machen würde. Als ich ihm sagte, des ich nur kurz mein Notebook aufladen müsse und fragte, ob das in Ordnung sei, gab er mir die Erlaubnis. Auf meinem Rückweg zurück ins Hostel kam ich auch immer an so einer SB-Laundry (SB-Waschcenter) vorbei. Auch dort gab es Steckdosen. Und im Gegensatz zu allen andren Geschäften hatte dieser kleine Laden zum Glück sogar noch länger geöffnet. Zwar war der Laden mit Kamera ausgestattet, aber das hinderte mich nicht daran, dort abends tagtäglich auf dem Boden zu hocken, um mit Meiner Freundin in Deutschland zu chatten.

Es war der 26. Januar 2011 und das bedeutet: Australia Day! An diesem Tag feiern sich die Australier selber total ab. Bereits Tage vorher gibt es überall Landesflaggen, Schminke in den Landesfarben, Anhänger, FlipAndyps, Mützen und anderen Merchandise Krams. zu kaufen, um am 26.1. dann puren Nationalstolz zu zeigen und sich selber und seine Nation geil zu finden. Sogar Nutella hat eigens zum Australia Day eine eigene Sonderedition in der Nationalfarbe Gold rausgebracht.

Die Aussie Edition von Nutella anlässlich des „Australia Day“

Die Aussie Edition von Nutella anlässlich des „Australia Day“

Üblicherweise trifft man sich am Australia Day mit Bekannten zum Barby (Barbecue) und feiert die Ankunft der ersten britischen Siedler am 26. Januar 1788. Der Tag ist offizieller Nationalfeiertag und wird immer am 26.1. eines jeden Jahres gefeiert. Sollte dieser Tag aber auf ein Wochenende fallen, wird der arbeitsfreie Feiertag, wie in Australien üblich, am Montag nachgeholt. :)

„Australia Day“ zelebrierende Aussies am Strand von Hervey Bay

„Australia Day“ zelebrierende Aussies am Strand von Hervey Bay

Einige sehen diesen Tag jedoch skeptisch, da er letztendlich auch an die Unterwerfung der Aborigines erinnert, die ja schon lange vor Ankunft der Briten in Australien lebten. Grundsätzlich konnte ich aber eine lockere Feierstimmung wahrnehmen. Die Leute laufen halt, wie bspw. nach einem Sieg der deutschen Nationalelf bei einem WM-Spiel, mit Flaggen verkleidet durch die Straßen und rufen typische Schlachtrufe wie “Aussie, Aussie, Aussie – Oi, Oi,  Oi! Ich fand es aber sehr interessant zu sehen, wie leicht hier mit

Nationalstolz, fern von Sport, umgegangen wird. Ich denke nicht, dass in Deutschland ein “Germany-Day” so ohne weiteres möglich wäre.
Langsam wollte ich wieder weiterziehen. Von “1770” las ich dann des Öfteren. Der Ort heißt wirklich nur “1770” – in Erinnerung an James Cook, der 1770 dort mit seinem Schiff und seiner Truppe strandete. Der Name führt manchmal zu Verwirrung, da er nicht einheitlich gleich geschrieben wird. Manchmal wird er als “1770” geführt, manchmal aber auch als “Seventeen Seventy” (in Google Maps z.B.). Aber als unbedingt besuchenswert erschien mir “1770”, mit seinen gerade mal 221 Einwohnern, ehrlich gesagt nicht.

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