Ich nickte im Bus kurzweilig ein, der Bus hielt an wenigen Orten zwischendurch, aber an weniger als ich eigentlich dachte. Dazu war der Bus über eine halbe Stunde früher in Brisbane, als ursprünglich geplant. Da ich den Busfahrer auf Grund seines schnellen Slangs kaum verstand, wusste ich nicht, ob wir jetzt schon in Brisbane waren oder nicht. Aber es stiegen alle Fahrgäste aus, deshalb schloss ich mich an. Sicherheitshalber fragte ich trotzdem nochmal beim Fahrer nach, aber es war tatsächlich schon Brisbane. Es war halt einfach so, dass die Fahrroute irgendwie geändert wurde und einige Orte, wo der Bus eigentlich halten sollte, auf Grund der Flut nicht angefahren wurden.

Ich befand mich nun also am Bahnhof in Brisbane. Natürlich hatte ich mir vorher rausgesucht, wie ich nun zu meinem bereits gebuchten Hostel komme, aber vor Ort war dann noch alles etwas anders. Der U-Bahnhof war fast vollständig geräumt, irgendwelche Sicherheitsleute passten nur noch die erwarteten Busfahrgäste ab und wiesen sie in die richtigen Richtungen. Der U-Bahn Verkehr war nämlich fast lahmgelegt und auch die U-Bahn mit der ich nun fuhr, fuhr nur noch verkürzt. Der Sicherheitsmann lies mich sogar ohne Fahrschein passieren. Die Endstation der U-Bahn war zum Glück genau die Station an der ich rausmusste. Wenn ich noch weiter gemusst hätte, oh Gott, dann wär alles noch chaotischer gewesen. Im U-Bahnhof und auch in der U-Bahn gab es bestimmt 50x Mal die Durchsage, dass diese Bahn die letzte sein wird und diese bestimmte Stadtteile auch nicht mehr anfahren wird, da diese Stadtteile bereits überflutet seien.

Alles kam mir gruselig vor, es war eine Panikstimmung in der Luft. Quasi so, als wenn der Notstand ausgerufen worden sei. Ich stieg aus und lief aus der B-Ebene hoch auf die Straße hinaus. Es war gegen 20 Uhr etwa und erstaunlich ruhig. Alle Geschäfte waren zu und nur wenige Menschen anzutreffen. Ich war in der richtigen Straße, lief aber immer wieder rauf und runter. Ich fand diese dumme Hausnummer einfach nicht. Ich fragte daher einen Typen, oder nein, er fragte eher mich und zwar, ob ich mit ihm einen trinken geh, er würde auch bezahlen. Keine Ahnung, er schien bereits etwas alkoholisiert und verwirrt. Ich verneinte und suchte weiter. Schlussendlich fand ich es. Das Problem war gewesen, dass es kein offensichtliches Hostel war, sondern hauptsächlich eigentlich eine Bar mit eigenen Zimmern obendrüber, die vermietet werden. Als ich so zwischen 20 und 21 Uhr ankam, war die Bar bereits leer und ein paar Kellner wischten gerade noch die letzten Tische ab. Schon jetzt war tote Hose? Ich sagte, dass ich für zwei Tage ein Bett im 22er Betten Zimmer reserviert hatte und die restlichen Tage ein Bett im 8er Zimmer.

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hergerichtetes Bett, wenn ich mal unten schlafen durfte :-)

Ich hatte extra zuerst das 22er bestellt, da ich das mal ausprobieren wollte. Klar, auf der Great Ocean Road waren wir auch im 26er oder so, aber da waren wir ja zu viert alleine. Ich wollte mal wissen, wie es in so ‘nem riesen Schlafsaal zugeht, wenn er voll belegt ist.  Just 4 Fun. Naja, daraus wurde nicht. Der Herr von der Theke sagte mir freundlich, sie hätten mich kostenfrei auf das 8er Zimmer upgegradet, da man davon ausging, es handele sich um einen Buchungsfehler. Ich sagte ihm nicht, dass ich bewusst das 22er gebucht hatte, das war mir dann auch egal. Er zeigte mir kurz die Räumlichkeiten und brachte mich zu meinem 8er Zimmer. Es war ein einfacher, leicht heruntergekommener viereckiger Raum mit jeweils 4 doppelstöckigen Hostelbetten. Es war ein anderer Mitbewohner im Raum, natürlich ein Deutscher. Seinen Namen weiß ich leider nicht mehr.

Ich richtete mich ein, machte mein Bett uns kam mit ihm ein bisschen ins Gespräch, als ich ihn fragte, ob hier immer alles so ruhig sei und warum die Bordsteine um 20 Uhr schon hochgeklappt sind. Er sagte, das sei nicht normal, nur sei für morgen die Flut in Brisbane angesagt und die Menschen seien geflüchtet. Die Flutwelle würde morgen früh Brisbane erreicht haben und man wisse nicht, welche Ausmaße das haben werde. Er machte mir damit ganz schön Angst, da ich seine Aussagen nicht richtig einzuschätzen wusste. Er war aber wohl schon seit mehreren Wochen in Brisbane und kannte sich gut aus, aber ich war mir nicht sicher, wie schlimm die Situation jetzt wirklich war. Ob wir dann morgen aufs Dach flüchten und uns von Heli’s retten lassen müssen, fragte ich ihn. Ausschließen tat er es nicht, er sagte nur, er wisse auch nicht, was morgen passieren würde. Jedenfalls hätten alle Läden frühzeitig geschlossen und die Menschen hätten sich rechtzeitig mit Lebensmitteln versorgt. Die ganze Zeit summte in mir “Wann kommt die Flut, wann kommt die Flut…”, das Lied von Witt Heppner.

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Am nächsten Morgen war ich gespannt wie Bolle. Das Zimmer war noch trocken, aber was war draußen los? Unser Zimmer hatte keine echten Fenstr, nur so eine Art Attrappe. Jedenfalls konnte man nicht nach draußen schauen. Ich machte mich also auf den Weg vor die Tür. OK – die Straße war auch noch nicht überflutet und die Sonne schien herrlich. Am Eingang kam mir mein Zimmergenosse entgegen und meinte, die Flut hatte Brisbane tatsächlich erreicht und der Brisbane River, der durch Brisbane fließt sei vollkommen überlaufen. Er erklärte mir noch kurz den Weg zu einer großen Brücke, von der man die Flut sehr gut sehen konnte und verschwand dann. An Chinatown vorbei lief ich aufwärts zu dieser Brücke und macht mir selbst ein Bild. Es hatten sich einige Menschen versammelt und man konnte die Ausmaße der Flut durchaus gut überblicken.

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Der Brisbane River war deutlich breiter als sonst und rechts und links ziemlich übergelaufen. Ich lief über die ganze Brücker runter zum Ufer, wo sich auch schon ein Kamerateam eines TV Senders positioniert hatte. Dort konnte man sehen, dass die Promenade, die man normalerweise entlanglaufen kann und auch das Haus des Bootsverleihs komplett unter Wasser standen. Auch der an das Ufer angrenzende kleine Park war kaum passierbar. Die nebenliegende Straße lief auch langsam voll, glücklicherweise begannen dort dann starke Steigungen. Die Straßen dort waren also nicht ebenerdig, es konnte dort also kaum was passieren. Dummerweise hatte in der Straße jemand sein Auto stehen und, warum auch immer, nicht rechtzeitig umgeparkt. Es stand bis zu den Rädern im Wasser. Am nächsten Tag war es bis auf 2 cm komplett untertaucht und damit wohl reif für die Tonne, schätze ich mal. Das Schlammwasser, das sich hier staute war nicht mehr stark in Bewegung, sondern am Auslaufen und riss das Auto daher auch nicht mit sich. Ich weiß nicht, ob die Flut auch etwaige Tiere wie Echsen mit sich nach Brisbane reinbrachte, aber urplötzlich stand eine solche  etwa 40 cm lange vor meinen Füßen. Mitten auf dem Gehweg…

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Ich beobachtete mit einigen anderen Leuten das rege Treiben des Wassers, ab und zu sah man wirklich noch schräge Dinge, die den Fluss hinab schwammen, z.B. Mülltonnen oder auch mal einen braunen Sessel. Ein paar wenige Motorboote versuchten gegen den Strom zu fahren, hatten dabei aber sichtlich Probleme. Der Sog war einfach zu stark. Aber die richtig schlimmen Ausmaße, die ganzen Hausstände, die die Flutwelle aus dem inneren Queensland bei Towoomba mit sich gerissen hatte, waren hier bei uns in Brisbane nicht mehr zu sehen. Jedenfalls erinnerte mich diese Flutwelle halt einfach an ein Hochwasser wie wir es am Main in Frankfurt auch schon hatten. “Die Flutwelle” hatte ich mir jetzt schon heftiger vorgestellt, aber wenn ich realistisch bin, was hätte denn weiter passieren sollen? Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland und eine 2-Millionen Metropole mit riesigen Wolkenkratzern und genügend Steigungen. Ein überlaufender Fluss wird die Stadt sicherlich nicht so einfach vernichten. Das irgendwelche kleinen, flachen Dörfer im inneren Queensland platt gemacht werden, ok, aber hier war die Flutwelle schon genug ausgebremst, um wirklich lebensbedrohlich zu sein. Materielle Schäden & jede Menge Dreck waren wohl die größten Probleme.

 

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Ich bin dann mal in die Stadt gelaufen und hab dort die Lage gecheckt. In der Fußgängerzone waren die Geschäfte offen, in einigen Cafés gab es Fernseher, auf denen die ganze Zeit die Nachrichten liefen. Ich suchte mir Steckdosen, um mit meinem Netbook online zu gehen, damit ich mit Meiner Freundin schreiben konnte. Auch in Deutschland war diese Naturkatastrophe wohl bereits ein großes Thema in den Medien. Meine Mutter hatte mich schon mehrmals angerufen, um nachzufragen, wie es mir geht. Sie war ziemlich besorgt, ich hingegen recht locker. In Deutschland sah man vermutlich nur die schlimmen Bilder der Flut, wie sie ganze Häuser und Ortschaften verwüstet.

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Aber ich war ja in Brisbane und dort absolut sicher, wie ich nun ja gemerkt hatte. Dennoch, der Höhepunkt der Flut war noch nicht erreicht. Die Experten und Nachrichten erzählten, das Wasser würde die nächsten 2-3 Tage weiter ansteigen werden. In der Innenstadt gab es eine Brücke, die allerdings polizeilich überwacht wurde. Man durfte nicht passieren, ich wusste nicht genau, warum. Wenn man in die Seitenstraßen der Brücke lief, sah man Absperrungen und überall Sandsäcke. Man konnte noch die oberen Spitzen von Straßenschildern erkennen, die hier aber bereits fast vollständig unter Wasser standen. Hier machte ich einige Fotos, um die Wasserpegel im Laufe der Zeit immer genau beobachten zu können. Jedenfalls war ziemlich viel Trubel in der Stadt. Die Stadt hatte nun auch offiziell ein generelles Verkaufsverbot für 7 Tage ausgesprochen. Also 7 Tage werden zur Sicherheit alle Geschäfte geschlossen bleiben.

Als ich mal wieder auf einer Bank in der Fußgängerzone relaxt habe, sprach mich eine Frau an und fragte, ob alles in Ordnung sei und ob ich einen Schlafplatz für die nächsten Tage habe. Denn wenn nicht, könnte ich für die Tage der Flut ihre Hilfe in Anspruch nehmen. Ich dankte und erklärte ihr, dass alles super sei und ich im Hostel eingecheckt bin. Verrückt, scheinbar hielt mich diese engagierte Streetworkerin für obdachlos?! Naja, war mir egal und ich ruhte mich weiter aus.

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Als ich später dann durch die Innenstadt lief, sah man an etlichen Geschäften bereits Infozettel der Besitzer und Sandsäcke, die zum Schutz platziert wurden. Es schloss ein Geschäft nach dem anderen. Im Timezone Spielsalon, das es auch hier in Brisbane gab, sah ich, wie sie den Laden vorsichtshalber komplett leer räumten. Zu groß war die Angst das Wasser würde in den Laden eindringen und alle technischen Geräte zerstören. Jeder Ladenbesitzer versuchte sein Hab und Gut vor den Wassermassen sozusagen noch zu schützen, bevor diese die Straßen der Innenstadt erreichen würden. Auf dem Weg zurück zum Hostel war ich erstaunt, dass dort der Woolworths noch geöffnet war.

Ich besorgte mir noch meine Nachtsnacks, die ich für Hungerattacken in der Nacht zur Seite legte. Meistens waren das Zimt Donuts oder aber auch trockenes Toastbrot mit Wasser. Zum Abendbrot gab es bei mir öfter auch schon mal eine Packung Billig-Bountys. Aber es war unfassbar: sämtliche Wasser- und Brotregale waren restlos leergekauft.

alles leer gekauft @ Woolworths

alles leer gekauft @ Woolworths

Alles weg! Und durch die Überschwemmungen auf den Highways & Freeways rund um Brisbane herum kam es zu Lieferschwierigkeiten. Das war auch der Grund warum es bei Mc Donalds oder Subway z.B. nicht mehr alles zu essen gab. Dummerweise ging jetzt auch mein Netbook kaputt. Keine Ahnung warum, aber als ich eines Abends damit im Bett lag und am Surfen war, ging plötzlich der Bildschirm aus. Ich hatte leichte Panik und stand direkt am nächsten Tag vor einem Computer Repairshop. Aber was war? Er war natürlich geschlossen – Scheisse.

Ja und so verbrachte ich die nächsten Tage öfter in der Innenstadt und beobachtete mir die Lage vor Ort. Mein Programm, das ich mir für Brisbane überlegt hatte war inzwischen hinfällig, weil halt echt alles irgendwie geschlossen war und man in einige Stadtgebiete auch gar nicht hinkam, wenn man sich nicht entsprechend als Bewohner ausweisen konnte. Selbst der Subway in der Innenstadt war zu, was wirklich sonst nie der Fall war. Die haben ja sonntags und feiertags auch offen. Das Wasser war tatsächlich noch angestiegen, aber es war definitiv nicht, wie von vielen befürchtet, in die Innenstadt gelaufen, so schlimm war es absolut nicht. Dennoch: Nach einigen Tagen, als das Wasser rückläufig war und sich die Überschwemmung langsam gelegt hatte, wurde die Brücke für Fußgänger wieder geöffnet und man durfte auf die andere Stadtseite.

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Und dort sah ich erstmals die heftigeren Ausmaße, die das Hochwasser in Brisbane angerichtet hatte. Hier waren die Leute nämlich deutlich schlimmer betroffen, als bei uns auf der anderen Seite. Alles war voller Schlamm und dreckigem Matsch und Staub. Es gibt hier ein ganzjährig stehendes Riesenrad, ähnlich dem London Eye in London. Das Kassenhäuschen war zerstört und viele Meter Drumherum stand alles im Dreck. In einer Nebenstraße staute sich das Wasser noch bis zu den Knien, noch eine Straße weiter sah es bereits wieder sauber aus. Ein Café warb mit einer aufgestellten Tafel mit der Aufschrift “YES!!! We’re open” um seine Kunden. An einer Gebäudewand las ich “Stay dry, Westend”.

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Zum Teil waren die Matschschichten noch 10 cm dick. Aber man sah, dass hier die Aufräumarbeiten begannen. Feuerwehr und Polizei waren stets anwesend und auch Hubschrauber Andygen hin und her. Auf dieser Stadtseite, direkt am Flussufer, gibt es auch eine Art Strandbad. Also so ähnlich wie in Darwin, einen kostenlosen, öffentlichen Pool, eine Art Lagune mit angelegtem Sandstrand und Palmen Drumherum. Ich bin dort ein wenig rumgelaufen, aber auch hier war im Prinzip alles eingezäunt und abgesperrt, da aufgeräumt wurde. Die Pools und Wiesen waren auch überschwemmt gewesen. Sommer, Sonne und Strandfeeling kamen hier beim besten Willen nicht auf. Überhaupt herrschte hier eine richtige Aufräumstimmung.

Nach einigen Tagen grau in grau: Sonne und endlich wieder pulsierendes Leben in der City

Nach einigen Tagen grau in grau: Sonne und endlich wieder pulsierendes Leben in der City

Langsam öffneten die Geschäfte wieder nach und nach und alles nahm seinen Betrieb wieder auf.

Die Sonne kam nach tagelanger Wolkenfront endlich wieder zum Vorschein. Brisbane erwachte zum Leben! Den Enthusiasmus der Menschen spürte man regelrecht. Die Leute waren froh, dass die Flut zurückgegangen war und waren motiviert genug, um sich an die Aufräumarbeiten zu machen. Ich sah viele Arbeiter, die Schlamm wegschaufelten und Wasser abpumpten. Viele Freiwillige packten mit an und gingen der Feuerwehr zur Hand, Damen aus der Nachbarschaft schmierten Brote für die fleißigen Männer. Hier kam es auf jeden Helfenden an und jeder tat, was er konnte. Ein Bild, was mir auch noch besonders im Kopf sitzt: Eine Frau steht auf der Dachterrasse eines Hauses. Das ganze Haus stand im Wasser, als Straßen um das Haus waren vollgelaufen. Klar, die Situation war jetzt nicht lebensgefährlich, die Dame hätte schon irgendwie unten rausgekonnt, es war ja auch ein mehrstöckiges Hochhaus, aber als Sie alleine dort oben auf der Dachterrasse stand und den Hubschraubern wild gestikulierend zuwinkte, während um sie herum alle Straßen noch immer überschwemmt waren, sah das schon heftig aus.

Ich hatte von Andy erfahren, dass er in Darwin eine Nachricht bekommen hatte, dass für mich ein Postpaket zur Abholung bei der Post bereit läge. Ich wusste, dass es endlich das Geburtstags/Weihnachtspaket aus Deutschland sein musste, das meine Mutter auf die Reise geschickt hatte. Allerdings war das im September gewesen und nun hatten wir Ende Januar. Naja, jedenfalls war es nun in Darwin angekommen. Ich war aber in Brisbane, das sind auf kürzesten Weg 3425 km – hmmm… Also setzte ich mich auf eine Bank, wo es etwas ruhiger war und rief erstmal in Darwin beim Post Office an, um mich nach dem Päckchen zu erkundigen. Ich wollte es mir nun irgendwie nachschicken lassen. Da ich aber nicht weiß, wo ich demnächst genau sein werde und ich die Hostels ja regelmäßig wechsele, sagte ich denen, sie sollen mir das Päckchen einfach in eine Postfiliale zusenden und ich würde es dann dort abholen. Dafür musste ich aber die zentrale Posthotline anrufen.

Also rief ich die Hotline an. Überraschenderweise war der Nachsendeauftrag von Darwin in einer andere Postfiliale innerhalb Australiens bei Päckchen bis 2kg oder so sogar kostenfrei. Und selbst wenn es schwerer ist, kostet die Gebühr nur etwa $AUD 5.00. Die Aufbewahrung dort erfolgt aber “nur” für exakt einen Monat (In Deutschland deutlich weniger). Am sinnvollsten war es, das Päckchen nach Sydney schicken zu lassen, da ich dort zwecks Ausreise auf jeden Fall nochmal sein werden würde. Aber ich wusste ja nicht, wann das genau wäre, da ich mir zwar schon Gedanken über eine Rückreise nach Deutschland gemacht hatte, aber noch keine genauen Pläne. Deshalb beendete ich die Sache nun erstmal an der Stelle und gab an, mich demnächst nochmal telefonisch zu melden.

Mein Notebook war noch immer kaputt, deshalb bin nochmal zu dem Repair Shop in der Innenstadt. Es war ein komischer von Asiaten geführter Laden. Ich ließ das Netbook dort und holte es einige Tage später wieder ab. Diagnose: Irreparabel – Motherboard defekt. Scheinbar sei Wasser eingedrungen. Keine Ahnung, ob der Typ das Teil tatsächlich auseinandergenommen hat und sich die Mühe wirklich gemacht hat, aber auf mich schien er komisch. Whatever! Ich zahlte einen Pauschalbetrag für die Diagnose des Schadens und entschied mich, fortan ohne Netbook auskommen zu müssen. Wird halt kacke sein, so komplett ohne Speicher, wo ich meine Fotos abspeichern kann, aber was hätte ich sonst machen sollen? Später werde ich feststellen, dass man auch 2 Monate ohne eigenen Rechner auskommen kann.:) Ich lud ab nun alle Fotos immer von der Digitalkamera über Facebook in private, für andere nicht einsehbare Fotoalben ab, damit ich die nicht auch noch verliere, falls meine in Sydney gekaufte Kamera vielleicht auch noch ausfallen sollte. Es war schon ärgerlich, das mit dem Netbook…Zukünftig habe ich dann also ziemlich oft irgendwelche Internetcafés aufgesucht.

Die eigentliche Kacke war aber nun folgendes: Ich hab dann die Vodafone Simkarte, auf der ich ja noch den mobilen Internetzugang eingerichtet hatte aus dem Netbook in mein Google G1 Smartphone eingelegt, um mit dem Handy online zu gehen. Der Akku vom Handy war aber inzwischen auch total im Eimer und hielt aus unerklärlichen Gründen immer nur noch wenige Sekunden/Minuten, wenn er nicht dauerhaft per USB Kabel Strom bekam. Mein USB Kabel, das man in die Steckdose stecken kann war dummerweise auch kaputt, also konnte ich damit nicht mal mehr mein Handy aufladen. Ich hatte nur noch ein normales USB Kabel, das man an den Rechner anschließen kann. Das Netbook ließ sich ja durchaus noch einschalten, mit entsprechendem Ladekabel, versteht sich. Man bekam kein Bild usw., aber Strom über die USB Schnittstelle lieferte es. Also sah mein Equipment, wenn ich unterwegs war, so aus: Netbook Ladekabel, Netbook, Smartphone, USB Kabel.

Um jetzt also mit dem Smartphone online zu gehen, wenn ich mit Meiner Freundin über ICQ oder Facebook chatten wollte, musste ich also zunächst das Netbook auspacken und irgendwo an eine Steckdose klemmen. Es diente nur als Stromlieferant für mein Handy. Das USB Kabel steckte ich ins Netbook und an der anderen Seite ins Handy. Es war kacke, das immer alles mitzuschleppen, nur um mit dem Handy online gehen zu können, aber das war halt mein Pech. Inzwischen war ich was das angeht, auch recht hemmungslos geworden. Ich hielt immer Ausschau nach öffentlichen Steckdosen, hockte mich dafür auch einfach irgendwo in der Fußgängerzone oder im Einkaufszentrum auf den Boden. Ich wurde deswegen auch paar Mal angesprochen, aber das störte mich inzwischen nicht mehr und ging dann schon ok. Ab und zu verabredete ich mich mit Meiner Freundin zum Skypen. Dazu bin ich dann aber immer in richtige Internetcafés, da dort die Geschwindigkeit natürlich deutlich besser ist.

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